Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1183-1184
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zu umarmen, ein Wunſch, den man freudig gewährte.

Ein Bieſenbraten. Die Vorhereltungen zu dem jüngſten Bankett der engliſchen Ackerbau⸗ geſellſchaft wurden durch einen in den Annalen der Gaſtronomie unerhörten Fall begleitet. Das Viertel eines Ochſen, welches 535 Pfund wog, iſt vermittelſt Gas gebraten worden. Man hatte ihn mit einem ovalen Eiſenbleche bedeckt, auf eine rieſenhafte Bratpfanne gelegt, die ein Wall aus Ziegelſteinen umgab. 216 Gasflammen wurden unter dieſe Pfanne geleitet, welche man in der Mitte des Schloßhofes zu Epſan aufge⸗ ſtellt hatte. Fünf Stunden und 700 Kubickfuß Gas waren nöthig, um dieſen Rieſenbraten mürbe zu machen, der nachdem noch 497 Pſund wog. Das Fett und die Sauce wogen 26 ½ Pfund, mithin waren nur 11½ Pfund verdunſtet. Um zu dieſer Monſtruoſität ein Peudant zu finden, muß man auf die fernſte Zeit des Mittelalters zurückgehen. In einem Hoflager, welches 1174 Heinrich Il., König von England, zu Beaucaire abhielt, um den Grafen Rahmond von Toulouſe mit dem König von Aragonien zu verſöhnen, ließ ein Edelmann aus Longuedoc, Wilhelm Gros de Martel, vermittelſt Wachskerzen eine Mahl⸗ zeit, für 300 Ritter beſtimmt, kochen.

Jür Gartenliebhaber. Herr Boulauger Vater, Eigenthümer zu Vaur, Moſeldepartement, hat in ſeinem Garten einen Reinettenhaum, den er ſelbſt 1822 pflanzte und deſſen Zweige jetzt bereits 480 Quadratfuß umfaſſen, da er 40 Fuß breit und 12 Fuß hoch iſt. Er liefert ſo viele Aepfel, daß ein Pferd dieſelben mit Mühe in einem Wagen fortziehen kann.

Die Saklias, ein tartariſcher, die Krimm be⸗ wohnender Volksſtamm, bauen ihre Häuſer te⸗ raſſenförmig, dafür Sorge tragend, daß ſie ſich an einen Felſen lehnen, der ſie ſchützt und hält. Alle dieſe Häuſer ſind von rieſenhaften Ruß⸗ und Feigenbäumen beſchattet, welche den allei⸗ nigen und einzigen Reichthum dieſer Tartaren⸗ Familien bilden und von Geſchlecht auf Geſchlecht erben. Es giebt, berichten die offiziellen Annalen der ruſſiſchen landwirthſchaftlichen Geſellſchaft, Nußbäume in dieſem Diſtrict, die 60 bis 70, ja 100,000 Nüſſe tragen, deren Verkauf minde⸗ ſtens 100 Rubel Silber ergiebt. Dieſe Nußbäume erreichen bisweilen eine fabelhafte Größe; ſo be⸗ findet ſich einer zu Jalta im Südweſten der Krimm, der 10 Sagenen nach jeder Richtung hat. Zu Moukhalatka ſieht ein anderer, der den Namen cento cavalli erhalten hat, weil 100 Reiter unter ſeinem Blätterdach Schutz finden können. Bei Erwähnung dieſer Rieſenbäume wollen wir noch einer ſchwarzen Pappel gedenken, die auf den

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auf dem Beſitzthum des Grafen von Mordvinoff, ſteht und die 4 Fuß von der Erde 13 Ellen im Umfang hat.

Die Münze zu Philadelphia hat in den erſten 6 Monalen dieſes Jahres beinahe ſo viel geprägt, als ſonſt in einem Jahre. Nach officiellen An⸗ gaben wurden geſchlagen vom 1. Januar bis 29. Juni 10,741,631 Dollars 50 Cents in Gold⸗ ſtücken, und in Silberſtücken 183,200 Dollars, macht zuſammen 10,924,831 Dollars 50 Cents, beinahe 20 Millionen preußiſche Thaler. Wäh⸗ rend derſelben Zeit ſind bei ihr in Barren und koſtbarem Metalle 11,191,210 Dollars 81 Cents niedergelegt worden, von denen Californien allein 10,200,000 geliefert hat. Seit dem December 1848, wo das erſte Gold aus Californien in Philadelphia ankam, liefert dieſes wahrhaftige Eldorado an die Bank von Philadelphia allein 15,750,000 Dollars Goldſtaub.

Ein Schitkbruch. In der Nähe von Roscoff, einem kleinen, auf Finiſtere gelegenen Städtchen, trieb kürzlich eine Bouteille an die Küſie, welche von Fiſchern aufgegriffen wurde und in der ſich ein Zettel befand, worauf ſtand; Barke Pfund⸗ ſtuck, Capitain Schwinegel. Dem Sinken noh. Namen der fünf an Berd beſindlichen Männer. Fünf mit ſehr feſter Hand geſchriebene Namen folgten. Weder Datum, Beſtimmungsort noch Heimath waren angegeben. Die Worte waren in norwegiſcher Sprache.

Eine pikante Aneckdote. Eines Tages erblickte der Kaiſer Napoleon, als er in dem Garten des Elyſee ſpazieren ging, die beiden Söhne Louis, welche ſich auf einem Raſenplatze herumbalgten. Er rief ſie und begann mit ihnen zu ſpielen. Plötzlich wandte er ſich an den ältern Bruder Uen jetzigen Präſidenten der Republik) mit der Frage, ob er auch fleißig ſei und wie viel Fabeln er bereits auswendig wiſſe. Fünfzehn, mein Onkel. Deelamire mir eine vor. Und ſofort begann Prinz Louis: Die Fröſche wurden müde Des democrat'ſchen Staats ꝛc. Napoleon brach bei dieſen Worten in ein unaus⸗ ſprechliches Gelächter aus, welches den jungen Prinz dermaßen verblüfſte, daß er die Flucht er⸗ griff. Damit man nicht glaube, daß wir dieſe pikante Anekdote erfunden, ſetzen wir die Quelle, aus der wir ſchöpften, bei: memoires pour servir.

à la vie d'un homme celébre Tome II., 3 Cahier p. 59.

Die Gemülde-Gallerie des verſtorbenen Königs von Holland, Wilhelm I., welche jetzt in Haag verkauft wird, hat 7,160,009 holländiſche Gulden

Ufern der Kraga, nicht weit von Simpheropel,

gekoſtet. Die jüngſt erfolgte Verauctionirung brachte circa 1,300,000 Gulden ein.

Inſerate in den Jahreszeiten werden per geſpaltene werden gegen 1 Rthlr. Pr. Cour. Gebühren beigelegt.

Petit⸗Zeile vder deren Raum mit 14 Ngr. berechnet. 1250 Beilagen

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