Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1181-1182
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er da?Nun, antwortete der Knabe,da ſchreibt mein Vater: Ew. Königl. Majeſtät! Willſt du etwa an den König ſchreiben?Nein, erwie⸗ derte Marie,aber ich möchte wohl an einen vornehmen Herrn ſchreiben.Ja, verſetzte der Knabe,dann mußt du auch recht höflich ſein, und da ſchreibſt du entweder Ew. Hochwohlge⸗ boren, Ew. Wohlgeboren oder Hochedelgeboren. Gleich nach dieſem Unterrichte ging das Mädchen fort, kaufte Feder, Dinte und Papier und bat den Knahen, ihr Linien darauf zu ziehen. Er war dazu bereitwillig und zog ziemlich ſchiefe Linien mit einem dicken Zimmermannsbleiſtifte. Run ſetzte ſich das Mädchen hin und ſchrieb; am folgenden Morgen ging ſie aber, mit dem be⸗ ſchriebenen Papier in der Taſche, nach dem Schloſſe des Königs. Man frägt, was ſie wolle. Den König ſprechen!Ja, erhielt ſie zur Antwort,das geht nicht ſogleich, der König hat wichtigere Geſchäfte, wenigſtens muß ſie ihr An⸗ liegen ſagen. Darauf ließ ſich die junge Dirne nicht ein, ſie behauptete, der König kenne ihren Vater und werde ſich von ihr ſprechen laſſen. Indeß ſiel ihr ein, daß es ſich doch wohl nicht ſchicke, ſich dem Könige in ihrem Alltagsanzuge zu zeigen; ſie ließ ſich alſo zurückweiſen, mit dem Vorſatze, die Sache geſcheidter anzufangen. Den nächſten Sonntag putzte ſie ſich auf's beſte heraus und ging wieder auf's Schloß. Der Thürſteher fragte nach ihrem Begehren:Ich habe einen Brief an den König abzugeben, antwortete ſie und über⸗ reichte ihr unverſiegeltes und unüberſchriebenes Papier. Der Thürſteher ſagte ihr aber, ſie müſſe ihre Vorſtellung erſt couvertiren, verſiegeln und darauf ſchreiben laſſen: an den König. Mit dieſem Beſcheide ging ſie in einen benachbarten Kaufmannsladen, ließ ihre Eingabe verſiegeln und gehörig adreſſiren. Nun gab ſie ihre Vor⸗ ſtellung ab, die der König auch am Abend erhielt. Sie iautete folgendermaßen:Ew. Königliche Majeſtät. Ew. Hochwohlgeboren ſind ein guter Mann, ich bin ein armes Mädchen, aber ein ehrliches Mädchen und heiße Maria Brunnen und diene bei dem Herrn Kaufmann Bräutigam. Ich habe einen Liebſten, der will mich heirathen, er will aber erſt Meiſter werden und iſt zu arm. Wir können aber nicht auseinander kommen und ſchon zu feſt mit einander verbunden. Ew.

ohlgeboren haben ſchon vielen geholfen und Ew. Hochedelgeboren werden mir gewiß auch helſen. Der König lächelte über die Naivetät des Mädchens und ſchickte den folgenden Tag die Eingabe an den Stadtpräſidenten Eiſenberg, mit dem Befehl, die Umſtände näher zu unter⸗ ſuchen und darüber zu berichten. Dies geſchah und der Präſident zeigte dem Monarchen an: daß das Mädchen das beſte Zeugniß ihrer Brot⸗ herrſchaft habe, daß ſie mit dem Schloſſergeſellen Scherer verlobt, dieſer aber zu arm ſei, das Bürger⸗ und Meiſterrecht zu gewinnen und ſich zu etabliren, uud daß ſie die unmittelbare Bitt⸗ ſchrift ohne alles Mitwiſſen eines andern, auch ſelbſi ihres Bräutigams, aufgeſetzt und übergeben habe. Einige Tage darauf ließ der Präſident das Mädchen zu ſich beſcheiden und auch den Geſellen Scherer. Als dieſer erſchien, fragte er ihn:Hat er wohl Luſt, Meiſter zu werden?

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O ja, war die Antwort,aber es fehlt am Beſten.Hat er denn ein Mädchen, das er gern heirathen möchte? Schüchtern antwortete Scherer:Ja wohl! Hierauf öffnete der Präſi⸗ dent eine Seitenthür und rief die Maria Brunnen herein. Beide ſahen ſich erfreut an, und nun eröffnete ihnen der Präſident, daß der König dem Schloſſergeſellen Scherer den unentgeltlichen Conſens zur Gewinnung des Bürgerrechts in Berlin, unter der Bedingung, daß er die Maria Brunnen heirathe, bewilligt habe, und er ihm im Namen des Königs zur Einrichtung ſeiner Werk⸗ ſtätte noch vierzig Thaler auszahlen ſolle.

Ein ſonderbarer Vorkall hat in der mediciniſchen Welt einiges Aufſehen gemacht. In Berlin ſtarb ein Mann an der Cholera. Seinen Hund, der wohl die Gewohnheit haben mochte, des Nachts bei ihm im Bette zuzubringen, fand man am nächſten Morgen im Bette bei der Leiche liegend. Bald darauf erkrankte das Thier unter allen Symptomen der Cholera und ſtarb noch im Laufe des Tages. Der Cadaver wurde nach der Thierarzneiſchule geſchafft und hier in Gegenwart des Profeſſors Hertwich und des Dr. Leubuſcher ſecirt. Nach dem Sectionsbefunde iſt der Tod des Thieres wirklich in Folge der Cholera asia- tica eingetreten, und es iſt dies wohl als der erſte bekannte Fall dieſer Art anzuſehen.

Jüngſt ſtarb zu Paris ein Herr Piet, der unter der Reſtauration Deputirter war und deſſen luculliſche Gaſtmahle ihm einen gewiſſen Renomme verſchafft hatten. In Wahrheit war Hr. Piet ein höchſt unbedeutender Mann, ſchwan⸗ kend, ſcheu, zu keinem Entſchluſſe kommend, immer fürchtend, ſich zu compromittiren, und dieſe Schwä⸗ chen documentirten ſich ſogar bei Abfaſſung ſeines letzten Willens. Legitimiſt von ganzem Herzen, wollte er ſeine elfhunderttauſend Franks dem Herzoge von Bordeaux vermachen, allein dieſen Entſchluß offen uud gerade auszuführen, hatte er nicht den Muth, fürchtend, ſich zu comprommit⸗ tiren. Was that Piet? Er vermachte in guter Form und allen Rechtens ſein geſammtes Vermö⸗ gen ſeiner Dienſtmagd, und trug ihr insgeheim, bei verſchloſſenen Thüren, damit es ja niemand höre, auf, nach ſeinem Tode die ihr vermachte Summe dem Grafen von Chambord zur Verfü⸗ gung zu ſtellen. Die Alte war ehrlich, denn kaum war ihr Herr todt, ſo packte ſie ihre Million zuſammen und machte ſich nach Frohsdorf auf den Weg. Vor dem Prinzen angekommen, überreichte ſie ihm in guten Papieren die 1,100000 Francs ſo ſie ererbt, machte einen ſteifen Knix und wollte ſich entfernen. Der königliche Verbannte hielt ſie nicht ohne Mühe zurück, indem er dieſe ſeltene Ehrlichkeit belohnen wollte, was die Alte indeß entſchieden verweigerte. Der Herzog bot ihr die 100,000 Franes an, die über die Million waren, keine Idee, das anzunehmen; endlich nach langem Hin⸗ und Herreden ließ ſich die Alte bereden, eine Penſion anzunehmen, die ſie ſelbſt auf 365 Franes anſetzte, dieſem beſcheidenen Verlangen den Wunſch beifügend, es möge ihr geſtattet werden, den Prinzen

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