Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1175-1176
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Die Herzogin von Orleans ſoll mit der Aus⸗ arbeitung eines Buches über Elementarunterricht beſchäftigt ſein. Daſſelbe ſoll unter dem Titel: Légons d'une meére à son füls, in deutſcher und ſranzöſiſcher Sprache erſcheinen.

Dus geiſtvolle Werk:Diätetik der Seele, von Ernſt Feuchtersleben, das vor ſechs Monaten in ſechster Auflage erſchien, iſt bereits wieder vergriffen. Dem Vernehmen nach werden Feuch⸗ tersleben's nachgelaſſene Schriften naturwiſſen⸗ ſchaftlichen und poetiſchen Inhalts demnächſt von ſeiner Wittwe herausgegeben werdenz jene unter Redaction ſeines Jugendfreundes Dr. Seligmann, Profeſſor der Geſchichte und der Mediein an der Wiener Univerſität, dieſe unter der Redaction des Dr. Ludw. Aug. Frankl.

Zibliographiſche Uotiz. Im letzten Quartale (vom April bis Ende Juni d. J.) ſind in Deutſchland 2089 Bücher erſchienen, und zwar: 322 der Staats⸗ und Rechtswiſſenſchaft, Politik und Statiſtik, 287 theologiſche und Erbauungs⸗ ſchriften, 235 der Pädagogik, deutſche Schulbücher und Jugendſchriften, 182 der ſchönen Literatur, 137 der Geſchichte und Biographieen, 110 der Naturwiſſenſchaften, 109 der ſchönen Künſte, 101 der Heilwiſſenſchaft, 75 vermiſchte Schriften, 66 der Handlungswiſſenſchaft, 62 der altelaſſiſchen und orientaliſchen Sprachen, 61 der Erdbeſchrei⸗ bung, 54 der neueren Sprachen, 49 der Haus⸗ und Landwirthſchaft, 48 der Kriegswiſſenſchaft, 39 Enchklopädien, 29 der ſlaviſchen und ungari⸗ ſchen Literatur, 28 der Bauwiſſenſchaft, 28 Volks⸗ ſchriften, 26 der Philoſophie, 24 der Mathematik, 15 der Forſtwiſſenſchaft, 2 der Freimaurerei.

Theater und Muſik.

Yamburg. Pereinigte Theater. Das Reper⸗ toir beider Bühnen bot in der verfloſſenen Woche, den Propheten ausgenommen, Nichts von beſon⸗ derer Bedeutung, das durch innern Werth oder durch glänzende und gediegene Darſtellung aus⸗ führlich beſprochen zu werden verdiente. Die Oper brachte am Dienſtag, neu einſtudirt, Verdi'sNa⸗ bucodonoſor. Die Muſik dieſer unter des Componiſten zahlreichen Werken am meiſten ge⸗ ſchätzten Oper hat für uns, einige beſonders frappante Motive abgerechnet, die von dem Ton⸗ ſetzer ſelbſt als die beſten in der Ouverture vor⸗ angeſtellt ſind, Nichts als den gewöhnlichen ita⸗ lieniſchen Klingklang, viel Geſchrei und wenig

Wolle, einen maſſenhaften hochtrabenden Leib an

Inſtrumenten und Tönen, aber hohl und leer an Geiſt und Seele. Keine Spur von Charak⸗ teriſtik und dramatiſcher Wahrheit, welche die deutſche Mufik, auch die mittelmäßige, zu erſtreben ſucht, aber auch weit entfernt ſelbſt von Roſſini's und Bellini's oder Donizette's melodienreichem Geſang, der durch Beſtechung des Ohres das Herz ſich zu gewinnen weiß. Dennoch gab es Einige in unſerer Umgebung, die dieſe Muſik der des Propheten vorziehen wollten; wir beneiden ihnen dieſen Geſchmack nicht, freuen uns indeß, daß er nicht der allgemeine iſt. Solche Muſik nun, ſoll

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einigermaßen eine, wenn auch nur äußerliche Wirkung hervorgebracht werden, erfordert italie⸗ niſche Stimmen zur Ausführung, die befähigt ſind, ihr Vocale inmitten der chaotiſchen Maſſen des Inſtrumentale geltend zu machen. Solcher Stimmen und Kräfte hatte ſich die diesmalige Darſtellung nicht zu erfreuen; die Aufführung blieb hinter der einer frühern Beſetzung weit zu⸗ rück. Fräulein Caroline Beer, eine geborene Hamburgerin, und nach mehrjähriger Abweſenheit zu einem Gaſtiſpiel, vielleicht auch zu einem En⸗ gagement hierher zurückgekehrt, war zunächſt die Veranlaſſung, daß die Oper hervorgeſucht und neu einſtudirt wurde; ſie ſelbſt ſoll die Partie der Abigail hier zuerſt einſtudirt, dieſelbe zum erſten Male geſungen haben. Iſt dieſes on dit ge⸗ gründet, ſo hat nach unſerer Meinung die junge Künſtlerin Unrecht daran gethan, in einer ſoge⸗ nannten erſten Partie, und nicht lieber in einer von ihr anderwärts bereits erprobten Partie dem hieſigen Publikum ſich zu empfehlen. Der Künſt⸗ ler muß mit ſeinem beſten Eigenthum vor das Publikum treten, muß der Sicherheit einer er- probten und bewährten Kraft, nicht dem unſichern Erfolge eines Neuen und noch Fremdartigen ſich anvertrauen. In Rückſicht auf dieſen allerdings bedeutenden Mißgriff in der Wahl des erſten Auftretens, können wir das Ungenügende in der Ausführung der Abigail ihr nicht zu ſtrenge an⸗ rechnen, wollen vielmehr erſt ihre weiteren Lei⸗ ſtungen in anderen Partieen abwarten. Für dieſe Rolle war die Stimme weder in der Höhe noch in der Tiefe beſonders anſprechend, die Fertigkeit in den Paſſagen nicht ausreichend, und das Spiel, obſchon lebhaft, ja, unruhig könnte man ſagen, ſei es im Ausdruck des Geſanges, ſei es in der ſtummen Mimik, einer wirklich dramatiſchen Ge⸗ ſtaltung zur Zeit noch entbehrend. Auch die übrigen Partieen waren nicht ſo beſetzt, um der Oper eine bleibende günſtige Aufnahme zu ver⸗ ſchaffen; es wird jedenfalls noch mehrer Proben bedürfen, um ſie vollſtändiger zu Gehör zu brin⸗ gen: ob es ſich aber ſelbſt dann der Mühe lohnen werde, wagen wir nicht, im Voraus zu beſtimmen. Die Ouverture, ein früheres Steckenpferd des Herrn Krebs, ward auch unter der Leitung des Herrn Barbieri auf das Feurigſte und Glänzendſte executirt, und hatte ſich vor allem Andern des einſtimmigſten Beifalls zu erfreuen. Daß die Iſraeliten in dem heiligen Tempel entblößten Hauptes ſtets erſcheinen, iſt ein Verſtoß gegen die bekannte orientaliſche Sitte.

Auch im Drama ward uns Tüöpfer'sHerr⸗ mann und Dorothea, neu einſtudirt, am Don⸗ nerstage d. Zten vorgeführt, aber ebenfalls ohne be⸗ ſonders große Wirkung. Es war ein Wageſtück von dem Bearbeiter, denn Verfaſſer dürfen wir ihn nicht nennen, Göthe's herrliches Idyll dra⸗ matiſch zu geſtalten, und es iſt ihm größtentheils damit gelungen, ſo daß es neben ſeinen OHriginal⸗ productionen einen ehrenwerthen Platz in unſerer dramatiſchen Literatur auch jetzt noch einnehmen kann. Nichts deſto weniger iſt der einfache Stoff für vier Akte zu mager, und was im Epos ſo herrlich ſich vor uns geſtaltet, mit ſo großer Theil⸗ nahme aus dem Munde des erzählenden Dichters und ſeiner Perſonen, die er uns vorführt, ver⸗

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