Jahrgang 
2 (1850)
Seite
927-928
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Manuſeripts herrührt, wäre von einem im 2. Jahr⸗ hundert lebenden Biſchof, Clement, verfaßt, deſſen Exiſtenz bis jetzt unbekannt geweſen.

Kilitäriſche Reliquien. Der franzöſiſche Kriegs⸗ miniſter iſt autoriſirt worden, für das Invaliden⸗ hotel ein Vermächtniß des Herrn Hah de Slades entgegenzunehmen. Es beſieht daſſelbe a) in der Kugel, die den Marſchall Turenne tödtete, b) in den ſilbernen Leuchtern, deren er ſich während des Feldzugs bediente, c) in ſeiner Reiterſtatne von Gold und Silber.

Von Vennes, ein piemonteſiſcher Adliger, wurde vor einigen Jahren zum Gouverneur von Genua ernannt. Nicht weit von Genua bereiteten die Bewohner einer kleinen Stadt dem neuen Gou⸗ verneur eine Feſtlichkeit, bei welcher unter andern auch eine Allegorie zum Vorſchein kam, eine Hyäne, von Amoretten umgeben. Der Gouverneur, der, wie unſere Leſer gewiß auch, den Sinn der Allegorie nicht finden konnten, fragte darnach, worauf ihn der Ortsvorſtand lächelnd antwortete: Die Hyäne ſind Sie, Herr Gouverneur, die Amoretten ſind wir. Der geiſtreiche Mann hatte, weil der Gefeierte Yennes hieß, wegen der ziemlichen Aehnlichkeit der Namen die Hhäne als ſeinen Stellvertreter auserkoren.

Ein Fanquet. Herr Lumbley, der berühmte engliſche Impreſſario, gab den Herren Scribe und Halevh zu Ehren auf ſeinem Landſitze ein Banquet, welches Morgens 10 Uhr begann und den andern Morgen 4 Uhr endete und dem⸗

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kann Ihren Gemahl gebührend feiern, denn wenn der Schatten Molieres aus ſeinem Grabe ſtiege, würde er neidiſch auf ſein Talent ſein. Man ſieht, Herr Soyer iſt ein mindeſtens eben ſo vollkommener Schmeichler als Koch.

Der Herzog Karl von Praunſchweig, der noch immer von einigen Blättern Londons unausgeſetzt angegriffen wird, hat wieder einmal eines der⸗ ſelben, den evening sun, wegen Verleumdung verklagt. Der edle Herzog, welcher ſich ſelbſt vertheidigte, behauptete, man verfolge ihn deshalb ſo hartnäckig, um ihn zu beſtimmen, das Schweigen für eine gewiſſe Summe zu erkaufen. Der Herzog beanſprucht natürlich wie immer eine be⸗ deutende Entſchädigungsſumme, die Geſchwornen erkennen ihm indeß nur einen Shill.(10 Sgr.) zu, was im Auditorium ungeheure Heiterkeit er⸗ regt. Es will uns faſt bedünken, als ob der edle Herzog mit ſeinen Prozeſſen eine gut an⸗ gelegte Beutelſchneiderei entreprenirt hat.

Die ungewöhnlichr Hitze der letzten Tage des Juni, erzeugte eine neue, ſehr praktiſche Indu⸗ ſtrie. Die großen Plätze von Paris, der Hof des Louvre, die Brücken, der Platz des Carouſſel und der Eintracht ſind während der Mittagszeit wahre Saharas, wo der Thermometer nicht ſelten 36 bis 37 Grade zeigt. An jenen Tagen ver⸗ miectheten einige Induſtrielle gegen J Sous Regenſchirme, mit denen ſie die Paſſirenden über die großen Plätze bringen. Dieſer neue Indu⸗ ſtriezweig iſt ſehr ergiebig, es giebt Schirmver⸗ miether, die 22 Francs an einem Tage einnahmen.

ſelben 3000 Pfund Sterling koſtete. Herr Soyer, der renommirteſte Koch Englands, eln Mann, der in ſeiner Kunſt wirklich Ungeheures ſ leiſtet und jetzt am Reform⸗Clubb angeſtellt iſt, hatte es für ein Honorar von 150 Pfund Ster⸗ ling übernommen, die zahlreichen und hohen Gäſte Lumley's mit allerlei Leckereien zu rega⸗ liren. Die morning post weiß von Soher's Kunſt Wunderdinge zu erzählen. Eines ſeiner Meiſterſtücke ſtellte en miniature das Schiff aus der Operder Siurm dar, welches auf Ariels Geheiß die Wellen verſchlingen. Dieſe aller⸗ liebſte Idee des großen Kochkünſtlers hatte den Namen: ſchakeſpeareſche Paſtete à la Halevy- Seribe erhalten. Das Innere des ſcheiternden Schiffes war mit Pfirſichgels gefüllt, auf dem obenauf die wohlgetroffenen Portraits der beiden franzöſiſchen Gäſte eingeprägt waren. Die Wogen des Meeres waren durch Zucker und verſchiedene gelés täuſchend nachemacht, die geſtrandete La⸗ dung bildeten Roſen, Aprikoſen, Orangen, Pfir⸗ ſiche ꝛc. Herr Soyer, dem Madame Scribe ihre Bewunderung für ſein Talent bezeichnete und ihm unter anderem ſagte, daß ibrem Manne große Ehrenbezeugungen bezeichnet würden, ent⸗ gegnete:Ehrenbezeugungen, Madame? Nicht,

Inſerate in den Jahreszeiten werden per geſpaltene Petit⸗Z werden gegen 1 Rthlr. Pr. Cour. Gebühren beigelegt.

Prokeſſor Reller, derſelbe, welcher zuerſt in Deutſchland die lebenden Bilder vorführte, giebt jetzt in Brüſſel mit einer großen Truppe Vor⸗ ſtellungen. Die erſten Repreſentationen konnten, da die Natürlichkeit in zu großem Grade erſtrebt war, nicht von Damen beſucht werden, jetzt hat ſich Herr Keller zu Drappirungen verſtanden und ſeine im théätre des galeries gezeigten Bilder finden einen ungeheuren Beifall. Auffallend war uns, zu erfahren, daß Herr Keller auch religiöſe Gemälde, wiedie Kreuzigung,die Kreuzab⸗ nahme ꝛc. darſtellte. Auch die Brücke von Ar⸗ cobe und den Schiffbruch der Meduſa führte Herr

Keller vor. Ergötzlich iſt es, zu vernehmen, daß Madame Keller, nach ihrer Toilette der Pſyche, gerufen wurde und erſchien.

Berichtigung.

In No. 28, Seite 878, im GedichtAuf der Wanderſchaft, von H. Zeiſe, No. 1, lies: Runenſtein, anſtatt Rünenſtein, Chelidon» Cheliden, ſchimmernd» ſchwimmend

eilt dber deren Raum mit 14 Ngr. berechnet. 1250 Beilagen

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