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beſchießen, wenn nicht ſofort das Blut fließe. Und ſiehe da, es floß.
Die Runſtverwandten. Während eines früheren Aufenthaltes zu Leipzig, ſah man Schiller häufig in Geſellſchaft der als Schauſpielerin und Dichterin zugleich berühmten Madame Albrecht. Einſt während der Meßzeit wurde beſchloſſen, vor das Petersthor zu gehen, und eine Komödie von— Hunden, die daſelbſt geſpielt wurde, in Augen⸗ ſchein zu nehmen. Geſagt, gethan! Madame Albrecht, von Schiller geführt, begab ſich mit ihm auf den Weg. Ein luſtiger Kopf, der, als dieſer Entſchluß gefaßt wurde, mit von der Partie war, benutzte die Zwiſchenzeit dazu, daß er vor⸗ aus lief, und den Herrn Director der Hunde⸗ komödie von der Ehre des vornehmen Beſuchs, der ihm bevorſtand, auf das vollſtändigſte zu unter⸗ richten ſuchte. Bald darauf erſchienen Schiller und Madame Albrecht an der Kaſſe, wo ſich zwiſchen ihnen und dem Hundedirector folgendes Geſpräch entſpann: Director.„Wen habe ich die Ehre vor mir zu ſehen?“—„Schiller“— Director: Außerordentlich erfreut, den größen Mannin der Nähe kennen zu lernen, den ich bis jetzt immer nur in der Entfernung verehrt.„Und Madame?“ —„Die Schauſpielerin Albrecht.“— Director. „Nicht minder erfreut, einer ſo edlen Kunſtver⸗ verwandten perſönliche Bekanntſchaft zu machen.“ — Somit wurden Beide unter vielen Ceremonien complimentirt. Zuvor erkundigte Schiller ſich noch, was das Entree koſtete. Darauf erwiderte ihm aber der Direttor gar höflich; er mache ſich
ein wahres Vergnügen daraus, ſo hohen Gönnern
und Kunſtverwandten nicht nur für jetzt freies Entree zu verſtatten, ſondern er nchu ſich auch
die Freiheit, ihnen für die ganze Zeit ſeines
Aufenthalts in Leipzig, ein Freibillet anzubieten.
pandorens Püchſe. Der Prinz von Piemont, jetziger König von Sardinien, war noch nicht ſieben Jahr alt, als ſein Lehrer, der Cardinal Gardil, ihm die Fabel von Pandorens Büchſe erklärte. Er ſagte ihm, daß alle Uebel, die es auf der Welt gäbe, in dieſer unglückſeligen Büchſe eingeſchloſſen geweſen wären, als Pandora ſie geöffnet, und ſie dadurch auf die Welt ver⸗ pflanzt habe.—„Aber waren denn alle Uebel in der Büchſe?“ fragte der Prinz.„Ja,“ ant⸗ wortete der Lehrer.„Unmöglich,“ verſetzte der Erſtere.„Pandora wurde ja durch Neugierde zur Oeffnung bewogen, und dies Uebel, das ſich draußen befand, war gewiß nicht kleiner, als die andern, da es die Urſache der übrigen ward.“— Eine ſehr ſcharfſinnige Bemerkung für einen ſie⸗ benjährigen Knaben.
Die Schildwache mit der Salvegarde. In einer Stadt, wo eine Bürgergarde mit recht geſchmack⸗ vollen Uniformen errichtet wurde, nahm man nicht
größte Organiſt
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nur Bürger aus allen Klaſſen, ſondern auch Juden darin auf. Es paſſirten dabei manche lächerliche Vorfülle.— Die Wachen im Schloße wurden beſetzt; der Kapitain führte ſein Commando ſelbſt. Ein Poſten, der auf einem langen, finſtern Gange ſtand, traf zufällig einen Juden.—„Sis doch eps ſchauerlich, Herr Kaptein,“ ſagte Schuul und trat zitternd auf ſeinen Poſten. Der Ka⸗ pitain marſchirte weiter; kaum aher war er zwan⸗ zig Schritt mit dem Commando fort, ſo ſchrie der Jude:„Hetr Kaptein! Herr Kaptein!“„Was giebls?“ fragte dieſer.—„Alls ſoll ich hier bleibe, bitt ich mer doch ein Salv'gard aus!
Die Hotſchauſpieler. Der bekannte Pater la Rue warf dem Dancourt vor, daß er Komödiant ſei.„Was iſt denn für ein Unterſchied,“ antwor⸗ tete dieſer,„wir ſind beide Hofſchauſpieler; Sie von Rom, ich von Paris.“
Anerſchrockenheit. Ein Engländer ſpeiſ'te einſt in einer großen Geſellſchaft. Ein Gewitter zog auf, ein Blitzſtrahl ſchlug in's Zimmer, warf ben Bedienten des Engländers, der hinter deſſen Stuhl ſtand, zu Boden und erſchreckte die ganze Ge⸗ ſellſchaft auf's Aeußerſte. Ohne eine Miene zu verändern, wandte ſich der Engländer gleich dar⸗ auf ganz ruhig um und ſagte zum Bedienten:“
ableiter auf mein Haus ſetzen laſſe“
O ſancta ſimplicitast! Ein einfältiger Be⸗ dienter ſah, daß ſein Herr einen Brief in's Feuer werfen wollte und rief ihm zus„Geben Sie ihn mir lieber, ich will ihn meinem Vater ſchicken, ich habe doch verſprochen, bald zu ſchreiben.“ Der Herr lachte über des Bedienten Einfalt und ſagte:„Dein Vater iſt lange todt, er war ja ſchon krank, als wir abreiſ'ten.“—„O nein,“ antwortete der Bediente,„wenn er todt wäre, hätt' er mir's ganz gewiß geſchrieben.“
Die Lukttare.„Wie ich höre,“ ſagte di zogin von Quecenburg zu Swift,„ſoll die uft in Ihrem Vaterlande vortrefflich ſein!“—„St,“ antwortete Swift, legte die Finger auf die Lippe und ſah ſich furchtſam um.„Sagen Ew. Herr⸗ lichkeit das ja nicht laut! Noch hat man keine Tape darauf gelegt, aber wenn es bekannt wird—
Pas Wortſpiel. Johann Stbaſtian Bach, der ſeiner Zeit und vielleicht aller Zeiten, zog viele vortreffliche Schüler. Mit keinen ſoll er mehr zuftieden geweſen ſein, als mit Krebö in Altenburg, von dem er auch zu ſagen pflegte: „das iſt der einzige Krebs in meisem Bache.“
Bnſerate in den Jahreszeiten werden per geſpaltene Petit⸗Zeile oder deren Raum mit 14 Ngr. bere
werden gegen 1 Rthlr. Pr. Cour. Gebühren beigelegt.
chnet. 1250 Beilagen
Erinnere mich doch, daß ich morgen einen Blitz⸗
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