Jahrgang 
1 (1850)
Seite
765-766
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76.

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Acht, man könnte Sie einmal beim Kragen faſſen.“ Der Montagnard drückte ſich, ohne ein Wort zu ſagen.

Gold und Goldeswerth iſt das nämliche. Ein Arzt rieth einem kranken Juden, eines Dukatens ſchwer Rhabarber kochen zu laſſen, und das Ge⸗ bräu alsdann auf einmal zu nehmen. Der Jude hatte gerade Rhabarber im Hauſe und befahl ſeiner Frau, das nöthige abzuwiegen.„Hett ihr kainen Golddukate bah der Hand, ſo kannt ihr ach 3 Tholer Silbermünz nehme;'s thut glaich viel.“

Die Schulden der europäiſchen Staaten belaufen ſich auf die enorme Summe von 40,559,599,949 Francs und vertheilen ſich wie folgt:

1849 Großbritanien 774,022,688 Pfd. Sterl. 1849 Frankreich. 6,235,980, 120 Francs. 1848 Niederlande. 1,247,819,914 holl. Guld. 1848 Oeſterreich. 1,207,078,891 Guld. C. M.

1849 Preußen.... 163,000,000 Thaler. 1849 Rußland.. 326,675,853 Silberrubel 1848 Belgien.. 606,969,472 Francs. 1849 Sardinien... 380,000,000 Francs. 1844 Spanien. 16,227,474,922 Realen. 1845 Portugal.. 73,956,570 Mill⸗Rees. Die deutſchen kleinen

Staaten.. 220,000,000 Thaler.

Die Schweiz hat keine Schulden.

Die Intereſſen dieſer Schuld betragen ungefähr WMilliarden Francs(1 Frane iſt 8 ½ Sgr.) alſo ungefähr den Verdienſt von 4 Millionen Men⸗ ſchen, jeden mit 500 Franc veranſchlagt, fügt man zu dieſer enormen Summe, die Handel, Ackerbau und Induſtrie allein aufbringen muß, ungeführ 2,400,000,000 Francs, welche die ſte⸗ henden Heere verlangen, die außerdem noch die Kraft von 2,500,000 jungen rüſtigen Leuten in Anſpruch nehmen, ſo iſt es eben kein Wunder, daß das Elend mit der Bevölkerung wächſt.

Aus Californien. Die enormen Preiſe für Miethe, Handarbeit, Lebensmittel ꝛc. haben be⸗ nits bedeutend abgenommen. Die Journale, nelche in Californien herausgegeben werden, ſind cllein noch mit großen Koſten verbunden. Das racifie news hat folgende ungeheure Koſten zu beſtreiten. Zwei Redakteure jeder 6000 Dollars jihrlich, ein Geſchäftsführer 5000 Dollar, 18 Setzer und Drucker jeder 4000 Dollars jährlich, ein Puchhalter 3600 Dollars, ein Berichterſtatter für die Stadt 3600 Dollars, ein Berichterſtatter für dn Hafen 6000 Dollars. Und trotz dieſer Aus⸗ gebe von 100,000 Dollars iſt pacific news das hrſtplacirteſte aller Blätter. Außer drei amerika⸗ niſchen Zeitungen, die täglich erſcheinen und eine de wöchentlich erſcheint, wird noch ein Blatt in fianzöſiſcher Sprache„le californien“ und eines in deutſcher Sprache in Sanfrancisco heraus⸗

gegeben. Zu Sacramento und Stockton erſchei⸗ nen ebenfalls zwei täglich erſcheinende Blätter. Die Theater ſind ſehr beſucht. Henri Hertz, der berübmte Componiſt und Pianoforteſpieler war zu San⸗Francisco angekommen, um daſelbſt Con⸗ certe zu geben. Ein Journal beklagt ſich über den Mangel an Frauen, und ſpricht die naive Hoffnung aus, es möchten ſich die Wiegen doch recht ſchnell vermehren.— Die morning chro- nicle ſchreibt: Im Ganzen ſind bis jetzt(Ende März) 1558 Frauen, davon 930 auf amerikani⸗ ſchen und 628 auf engliſchen Schiffen angekom⸗ men. Der größte Theil dieſer Frauen find de⸗ portirte oder doch Perſonen von zweifelhaftem Rufe und ſchlechten Lebenswandel. Der Tod hat unter der weiblichen Bevölkerung zahlreiche Opfer weggeriſſen. Der Anblick eines Unterrock macht hier eben ſo großes Aufſehen, wie der Anblick eines Segel für einen Schiffbrüchigen.

Uegerjagd. Der Unterzeichnete, ſo leſen wir in einem zu New⸗Orleans erſcheinenden Blatte, iſt im Beſitz einiger der ausgezeichneteſten Neger⸗ hunde, die in den Vereinigten Staaten zu finden. Er iſt ſtets bereit, mit ſeinen Hunden überall hin, wo man es wünſcht, ſich zu begeben, wenn die Entfernung nicht 15 milles überſchreitet. Der Preis für ſeine Bemühung iſt 5 Dollars, für Einfangung jedes flüchtigen Negers 10 Dollars. Es iſt unnütz, ſeinen Beiſtand anzurufen, wenn man die Spuren des Flüchtigen ſeit länger als 8 oder 10 Stunden verloren. Manche Perſonen wollen nicht, daß man auf ihre Neger mit Hunden Jagd mache, welche ſie beißen könnten. Der Unterzeichnete macht darauf aufmerkſam, daß die von ihm dreſſirten Hunde die Sclaven, ohne ſie zu beißen oder irgend welche Havarie zu verur⸗ ſachen, anhalten. Die Honorare werden erſt nach beſchaffter Einfangung bezahlt. Die characteri⸗ ſtiſche Anzeige iſt von W. B. Rourk unterzeichnet.

Ein Wunder zu Bom. Man hatte erfahren, daß ſich in den ſogenannten Miſſionshäuſern eine Bildniß der heiligen Jungfrau befand, gemalt auf Leinwand und aufgeſtellt in einer kleinen Kapelle, welches die Augen öffnete und ſchloß. Eine ungeheure Menge drängte ſich, das Wunder zu ſehen, und bald war der Zudrang ſo unge⸗ heuer, daß die Polizei zur Aufrechthaltung der Ordnung herbeieilen mußte. Bald konnte die kleine Kapelle nicht mehr die Andächtigen faſſen, welche von allen Seiten herbeiſtrömten; der Vicar befahl deßhalb in Abweſenheit des Biſchofs, das Bild auf den Altar zu ſtellen, damit das Volk es anbete. So läuft die Menge noch jetzt Tag und Nacht und Tauſende von Perſonen bezeugen jetzt die Wahrheit dieſes Wunders, an welches wir, trotzdem es mit ſo vieler Emphaſe erzählt wird, nicht glauben können. Wahrſcheinlich iſt es mit dem Augenbewegen wie mit dem Blute des hei⸗ ligen Januarius, welches auch nicht laufen wollte, als Ehampionnet mit ſeinen gottesläſternden Republikanern das Wunder ſehen wollte, und das ſofort in Fluß gerieth, als der republikaniſche General drohte, die Kirche mit Kartätſchen zu

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