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unter der Obhut und Pflege der Wirtbin, da eine andere Bewachung überflüſſig er⸗ ſcheinen mußte, und begaben ſich in den Kreis ihrer Freunde, wo ſie einen Theil der Nacht unter heiteren Geſprächen zubrachten.
Am andern Morgen beſuchte Alfred ſeinen Gefangenen. Er fand ihn viel wohler, als er es erwartet hatte. Der däniſche Officier reichte ihm die Hand entgegen und ſprach ſeinen Dank aus, ihm das Leben gerettet zu haben. Die deutſchen Worte im Munde eines däniſchen Officiers veranlaßten Alfred zu der Frage, ob er vielleicht ein Deutſcher ſei. Der Däne erzählte ihm darauf ſeine ganze Lebensgeſchichte.„Ich bin freiwillig in den Krieg gezogen, weil ich es glaubte ebenſowohl meinem Vaterlande ſchuldig zu ſein, wie Sie Ihren Degen für Ihre Ueberzeugung füh⸗ ren. Mein Vater iſt ein wohlhabender Kauf mann in Kopenhagen; ich bin in Deutſchland erzogen und habe ſpäter oft Reiſen dorthin gemacht, die Sprache Ihres Landes iſt mir daher ſehr geläufig. In meinen Geſinnungen jedoch blieb ich meinem Vaterlande tren, und im Verein mit mehren gleichgeſinnten Freunden haben wir eine kleine Schaar auf gemein⸗ ſchaftliche Koſten gebildet und ich ward, weil ich ſchon früher gedient hatte, zu ihrem Führer gewählt. Unſere Sache hat kein Glück! Ich ſelbſt wäre ohne Sie wohl ſchwerlich noch am Leben(dabei drückte er Alfred wiederholt die Hand). Wir glaubten hinter dem Danne⸗ werk und einigen Häuſern guten Schutz zu haben, unterdeß war aber das Dannewerk ſchon in einiger Entfernung von uns über⸗ ſtiegen und wir wurden von der Seite auge⸗ griffen, konnten auch gar keinen Widerſtand leiſten, weil der unerwartete Ueberfall uns dermaßen überraſchte, daß wir gleich ausein⸗ anderſtieben, und erſt in einiger Entfernung gelang es mir, meine kleine Schaar wieder zu ſammeln. Ich darf es wohl ſagen, wir hielten uns hier tapfer, aber wir hatten keinen Rückhalt, wir kämpften vereinzelt und unter⸗ lagen.“
„Ja wohl kämpften Sie tapfer,“ fiel ihm
Alfred in die Rede,„ich kann es wohl am beſten wiſſen, denn ich war ſo glücklich, über einen tapfern Feind den Sieg davon zu tra⸗ gen. Sonderbar, daß mir das nicht gleich eingefallen iſt, da ich Sie doch gerade da gefunden, wo wir wenige Stunden vorher gekämpft haben.“
„Was,“ rief der Däne voll Verwunderung aus,„Sie mein Retter und auch mein Geg⸗ ner im Kampfe! Wunderbare Fügung des Schickſals! So habe ich denn Ihre Großmuth und Tapferkeit zugleich kennen gelernt.“
„Laſſen wir das!“ ſagte Alfred.„Auf dem Felde der Ehre, da iſt es in der Ord⸗ nung, daß wir mit einander kämpfen und unſere Kraft erproben. Jetzt aber ſind Sie leidend, und ich thue Unrecht, ſo lange mit Ihnen zu ſprechen, denn die Aufregung könnte Ihnen nachtheilig ſein. Erlauben Sie daher, daß ich wiederkomme, wenn Sie weiter her⸗ geſtellt ſein werden.“
„Ich fühle mich weniger krank, als Sie vorausſetzen. Die Ruhe hat mir wohlgethan und ich bin ſtark genug, meine Erzählung zu beenden. Wir hatten wohl eine halbe Stunde Widerſtand geleiſtet und Mann gegen Mann gegen eine bedeutende Uebermacht gekämpft; immer kleiner ward mein Häuflein und immer zahlreicher erſchien uns daher der Feind. Da ward mir mein Pferd unter dem Leibe durch einen Bayonettſtich getödtet und gleich darauf erhielt ich einen Schuß durch den Schenkel. Ich hatte meinen Gegner erkannt und wollte ihm eiu Gleiches vergelten. Aber in dem Angenblrcke, als ich das Piſtol emporhob, da traf mich ein Schlag auf den Kopf und ich verlor das Bewußtſein. Was nachher mit mir geſchah, weiß ich nicht, wahrſcheinlich ließ man mich für todt liegen. In der Nacht kehrte die Beſinnung mir wieder, aber nur auf einzelne Augenblicke, denn der brennende Schmerz meiner Wunde nahm immer mehr überhand. Das aber weiß ich und das wird meinem Gedächtniſſe mein Leben lang einge⸗ prägt bleiben, daß Sie und Ihre Freunde meine Schmerzenslaute vernahmen, ihnen


