Jahrgang 
1 (1850)
Seite
387-388
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Richtung nahm, denn mit dem Siege der deutſchen Truppen verſchlimmerten ſich noth⸗ wendigerweiſe die finanziellen Verhältniſſe des Hauſes, und bedächtiger als ſonſt ſchritt der alte, thätige Kaufmann einher, und ſorgfäl⸗ tiger als ſonſt war die liebenswürdige Tochter bemüht, die Eltern aufzuheitern und zu zer⸗ ſtreuen.

Da kam der Oſtertag, ſchwer und ge⸗ wichtig, ehrenvoll den Deutſchen, blutig, doch ſiegreich, leider für die Zukunft ohne Erfolg. Die Schlacht bei Schleswig war geſchlagen und die Dänen zurückgedrängt. Das deutſche Heer jubelte und freute ſich ſeines Sieges. Damals gab man ſich noch dem Glauben hin, daß nun die deutſche Sache, das Recht Schleswig⸗Holſteins durch dieſen blutigen Tag gewonnen ſei, und bekannt iſt es, mit welchem Jubel die Deutſchen in Schleswig begrüßt und aufgenommen wurden.

Alfred durfte ſich ſagen, an dem Siege des Tages einen bedeutenden Theil zu haben⸗ An der Spitze ſeiner Compagnie hatte er eine weit größere Zahl der Feinde aus einer feſten Stellung vertrieben, welche durch einen Theil des Dannewerks und zwei in der Nähe befindliche Häuſer gebildet wurde, und um ſo ſchwieriger hier ein Angriff war, um ſo ehren⸗ voller war der Sieg, der ebenſowohl durch perſönliche Tapferkeit als durch kluge Benutzung des Terrains gewonnen ward, indem ein ziemlich dichtes Gebüſch die Angreifenden ſo lange verbarg, bis ſie dem Feinde in die Flanke fallen, ihn überraſchen und nach kurzer, aber blutiger Wehr werfen konnten.

Alfreds kühne That fand die gebührende Anerkennuug von Seiten ſeiner Obern, ſeine Compagnie fühlte ſich mehr noch gehoben und gab ihre Freude am Abende dieſes heißen Tages ſoweit hin zu erkennen, als die fröh⸗ lichen Stimmen erſchallen konnten. Alfred war ſoeben aus der Mitte ſeiner freudigen Schaar getreten, nachdem er mit ihnen einige Gläſer geleert, da näherten ſich ihm einige Freunde und forderten ihn auf, an einem größeren Feſtgelage, das in der Eile in einem

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Gaſthauſe der Stadt veranſtaltet worden war, Theil zu nehmen. Alfred mochte ſich dieſer Einladung nicht entziehen, vorher aber wünſchte er noch einen Gang über wenigſtens einen Theil des Schlachtfeldes zu machen, und gern folgten ihm die Kampfgefährten dahin.

Schweigend und in ſich verſunken gingen ſie neben einander in dunkler Nacht, die durch die Nachtfeuer nur matt erhellt wurde, und ſie waren erſt eine kleine Strecke von der Stadt entfernt, als ſie ein leiſes, aber trau⸗ riges Wimmern vernahmen. Ohne Zweifel lag hier ein Verwundeter; gleichviel, vb Freund, ob Feind, man muß ihm zu helfen ſuchen. Vorſichtig näherten ſich die Freunde und ent⸗ deckten einen däniſchen Officier, den eine Kugel in den Schenkel getroffen hatte und der hier in der Tiefe eines Grabens, ziemlich tief in Schlamm verſunken, faſt ohne Bewußtſein dalag und nur Töne des Schmerzes ausſtieß. Die Freunde luden ihn auf ihre Schultern und trugen ihn in Alfred's Behauſung, welche am nächſten lag, denn er hatte gerade da Quartier genommen, wo er gekämpft hatte. Hier angelangt, wurde ſchnell ein Arzt her⸗ beigerufen, und auf Alfred's Bitten bequemten ſich die Wirthsleute, dem feindlichen Officier ein bequemes Lager zu bereiten.

Der Arzt erklärte die Wunde als nicht gefährlich. Der Kranke mußte zu gleicher Zeit einen heftigen Kolbenſchlag an den Kopf erhalten haben und dadurch betäubt worden ſein, da die Verwundung allein ihn ſchwerlich des Bewußtſeins beraubt hatte; wahrſcheinlich war er in den nahen Graben geſunken und als ein Todter betrachtet worden, bis er gegen Abend wenigſtens theilweiſe wieder zur Be⸗ ſinnung gekommen und ſich durch ſein Jam⸗ mern hörbar gemacht habe. Nach einer kurzen pflege würde er ſchon ſelbſt die Art und Weiſe ſeiner Verwundung erzählen können und die Schußwunde würde nach einigen Wochen vollſtändig geheilt ſei.

Dieſer Bericht des Arztes beruhigte Affred und ſeine Freunde hinlänglich; ſie ließen den Gefangenen, denn das war er ja allerdings,

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