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ließt
hat ge⸗ ſſtadt ün⸗ Uars
Die Schlacht bei Schleswig als Ehe⸗Proeurator.
Von Louis Simon. *
(Schluß.)
i vas,“ ſagte der alte Herr,„Sie werden ganz gewiß geſund wiederkehren, und ich hoffe, Sie werden ſich keinen andern Quartierzettel geben laſſen, als zu uns. Ich kann immer noch nicht an den Krieg glauben und wenn auch noch mehr Truppen kämen. Das läuft doch Alles nur auf eine Verſtän⸗ digung hinaus. Wozu hätten wir ſo viele Diplomaten, die ſo ſchrecklich viel Geld koſten, wenn ſie nicht einmal dergleichen. Streitigkeiten vermitteln könnten. Schade nur um das viele Geld, was dieſe Truppenzüge koſten, und das Geſchäft ſtockt nun auch ſchon ſeit vier Wochen.
Alfred ſchüttelte den Kopf und ſchwieg.
Clara ſuchte den Vater zu widerlegen; ſie glaubte, daß der Krieg unvermeidlich und ſeine Folgen noch gar nicht zu berechnen wären. „Aber deßwegen,“ fuhr ſie fort,„glaube ich doch, daß unſer Hausgenoſſe einmal wieder bei uns einkehren wird, denn ich hörte ſo oft ſchon ſagen, daß ja nicht alle Kugeln treffen.“
Das Geſpräch nahm immer mehr eine Wendung, die für Alfred peinlich ſein mußte. Es war ohnedies ſchon ſpät am Abend und er konnte ſich entfernen, ohne daß es aufge⸗ fallen wäre. Man wünſchte ſich gegenſeitig eine gute Nacht und trennte ſich.—
Lange noch ſaß Alfred ſinnend am Fenſter ſeines Zimmers. Der Mond erleuchtete es mit ſeinem magiſchen Schein und Alles um ihn her athmete tiefe Ruhe. Nur in ſeinem Innern bewegte ſich Vielerlei, aber er konnte
es noch nicht faſſen und ordnen. Nicht der
ſchied von den Seinen war es, was ſeine Seele erfüllte. Ein anderes Bild hatte hier immer mehr Herrſchaft gewonnen, und er konnte es ſich nicht läugnen, daß er Clara ſehr liebgewonnen hatte. Mehr aber wollte er ſich nicht eingeſtehen.
Es währte lange, ehe er die Ruhe ſuchte.
Am andern Morgen nahm er Abſchied, indem er herzlich für die freundliche Aufnahme dankte. Es war noch früh und er begnügte ſich daher, ſeinen Abſchiedsgruß für die Tochter vom Hauſe den Eltern zu beſtellen. Da kam ſie ſelbſt, im einfachen Morgenkleide noch rei⸗ zender als ſonſt.„Ich will Ihnen Lebewohl ſagen,“ flüſterte ſie,„und bitte Sie, dieſes Band zum Andenken an Altona zu tragen. Gott ſchütze Sie!“ Mehr ſagte ſie nicht, und Alfred war zu bewegt, um nur ein Wort des Dankes erwiedern zu können. Er machte ſich das Band um, ergriff ihre Hand, küßte ſie, ſah ihr noch einmal in die treuen Augen und ſchwang ſich auf ſein Pferd und ſprengte davon.
III.
Wir übergehen einen kurzen Zeitraum, in welchem den Perſonen, die unſere Leſer bisher kennen gelernt haben, nichts Beſonde⸗ res begegnete. Alfred dachte wohl manchmal nach Altona zurück, doch nahmen ihn die wechſelvollen Ereigniſſe zu ſehr in Anſpruch, als daß er ſich dieſen Gedanken hätte ganz hingeben können, und ob ſeine dortigen Freunde andere Gefühle als die des Wohlwollens für ihn hegten, war nicht zugentſcheiden, da auch
Gedanke an die erſte Schlacht, nicht der Ab⸗ hier die geiſtige Thätigkeit eine beſondere
Jahreszeiten I.(Nro. 13. Den 27. März.)
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