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mäßigen, ja ſelbſt Guten, das vorhergegangen,;
(denn auch das Gute kann in ſeiner Vielheit und Mannigfaltigkeit anſtrengen und ermüden): und mit dem Beginn der Beethovenſchen Shm⸗ phonie tritt eine neue Schöpfung in's Leben, und alle Geiſter werden wach, und alle Sinne werden rege; dahin iſt Ermüdung und Erſchlaffung wie ein Traum in der Nacht, neu geboren, wie beim Aufgange der Sonne, iſt die Empfänglichkeit; nun iſt erſt Wirklichkeit, erſt Leben, nun beginnt erſt die Muſik für den harrenden Geiſt, für das lechzende Gemüth, denn vor dieſem großen Todten müſſen die Lebendigen alle verſtummen, alle in den Staub dahin ſinkenz es iſt, als wenn er allein nur muſikaliſch denken und fühlen, allein in Tönen reden könnte, um nicht nur die Sterb⸗ lichen, nein, auch die Unſterblichen zu entzücken; es iſt musica sacra, die uns dem Vollkommen⸗ ſten und Unerreichbaren näher führt, die die Harmonie der Sphären nicht mächtiger, nicht überwältigender zum Preiſe des Unendlichen ge⸗ ſtalten können. Nicht ſchildern, verſtummen und an das Unendliche, Ewige ſich hingeben, iſt hier das einzig mögliche Lob, der wahre Ausdruck für ſolche Weihe der Töne; darum entſinkt die Feder unſerer Hand, daß auch dieſe Zeilen wie den ſchönen Conzertabend ſchließe und kröne dein unſterblicher Name: Beethoven!
Zenni Lind. Wir gedachten in No. 6 unſeres Blattes jenes famoſen Engagements, welches Fräulein Lind mit einem amerikaniſchen Specu⸗ lanten Barum abgeſchloſſen. Derſelbe hat in Bezug darauf an die New-Vork tribune einen Brief gerichtet, in welchem er darthut, daß er Frl. Lind zu einer weit geringeren Summe en⸗ gagirt habe, als genannte Dame zu empfangen gewohnt ſei. Herr Barum ſchreibt unter andern: Mein Agent ſah ein Schreiben, in welchem ihr für 12 Mal ſingen in England 6000 Pfund Sterling(42,000 ₰ Pr. Ct.) geboten wurde, ein Anerbieten, welches ſie zurückwies. Ebenſo hatte man ihr für die Mitwirkung in den großen Concerten zu Petersburg ein Honorar geboten, welches das meinige(Herr Barum bezahlt 36,000 Pfund Sterling, 252,000 Pr. Ei.) beinahe um das Doppelte überſtieg und welches ſie ebenfalls abwies. Ferner bot man ihr 1200 Pf. Sterling für das einmalige Singen in einem Concerte, welches 1851 zu London während der großen Induſtrieausſtellung gegeben werden ſoll. Auch die Königin Victorla wünſchte ihre Mit⸗ wirkung in einem zu eben derſelben Zeit in Westminster Abbey zu veranſtaltenden Eoncert, zu dem die Billets 3 bis 12 Pfund Sterling koſten werden. Beide letztgenannten Anerbieten wies Frl. Lind ebenfalls zurück, um das von mir vorgeſchlagene Engagement(welches indeß Havanna und die vereinigten Staaten einſchließt) anzunehmen. Auch hat ſich Frl. Lind ausdrück⸗ lich in dem zwiſchen uns abgeſchloſſenen Contrakt das Recht reſervirt, wo immer ſie will, während des Laufes unſeres Uebereinkommens Eoncerte zu
geben. Während der letzten 8 Monate, ſchließt Herr Barum dies intereſſante Schreiben, hat Frl. Lind nur für wohlthätige Zwecke gratis ge⸗ ſungen und iſt im Begriff, in ihrer Vaterſtadt Stockholm eine Wohlthätigkeits⸗Anſtalt zu grün⸗ den, wozu ſie ein Kapital von 350,000 Dollars (eirca 492,000 ₰6 Pr. Ct) beſtimmt hat.
Miscellen.
Zwei Sonderlinge. Vor Kurzem verſchwand zu Bordeaux ein Schriftſetzer, niemand wußte wohin, obgleich man mit Beſtimmtheit wußte, daß er die Stadt nicht verlaſſen. Gebildeter und tüchtiger Arbeiter, war er in einer der bedeutendſten Officinen Factor und bekleidete in der National⸗ garde den Rang eines Sergeant⸗Majors. Plötzlich ſeines Lebens müde, ſchloß er ſich freiwillig und
ohne irgend Jemand etwas zu ſagen, in ein
kleines Zimmer ein, welches des Lichtes gänzlich beraubt war und in dem er kein Feuer anzündete und Niemand zu ſich kommen ließ. Um ſich die Möglichkeit abzuſchneiden, das Zimmer zu ver⸗ laſſen, hatte er ſich von all und jedem Kleidungs⸗ ſtück entblößt. Eine alte Nachbarin verſorgte ihn mit Brod und Waſſer, das ſeine einzige Nahrung bildete. Durch dieſe Frau wurde der Polizei⸗Commiſſair vom Tode Texiers benach⸗ richtigt; man fand ihn vollſtändig nackt auf dem feuchten Fußboden, ein wenig Stroh unter dem Kopfe.— Ein Pendant hierzu bildet ein junger
Commis, der durch Erbſchaft in Beſitz mehrer
tauſend Francs Renten kam. Nachdem er in der Nähe von Paris ein Haus gekauft, ließ er ein großes ſchönes Zimmer mit dem ausgeſuchteſten
Lurus meubliren und darin ein koſtbares Himmel⸗
bett placiren. Die Laden geſchloſſen, die Vor⸗ hänge niedergelaſſen, legte er ſich in das Bett, um daſſelbe nie wieder zu verlaſſen. Nicmand, ſeine Bediente ausgenommen, kamen vor ſeine Augen. Nie drang das Tageslicht in ſein Zimmer. Er aß und trank gut, aber that abſolut nichts, ſo lebte er 20 Jahre, und ſtarb vor Kurzem.
Engliſch-deutſche Ariſtokratie. Der kaiſerliche, zu Wien publicirte Almanach, enthält unter andern auch folgende Liſte britiſcher Unterthanen, die unter dem heiligen römiſchen Reiche geadelt worden. William Baſil Fielding, Graf von Denhigh, der angeblich vom Hauſe Habsburg abzuſtammen angiebt, Graf des heiligen römiſchen Reiches. Henri Benediet Arundell, 1601 zum Grafen ernannt; Joſeph, Graf de la Feld, 1697 nach der Schlacht von Zenta zum Grafen er⸗ nannt. George Spencer Churchill, Herzeg von Marlborough, nach der Schlacht von Blenheim, 1708 zum Prinzen ernannt; Jerome, Graf von Salis, 1748; Graf Cowper, 1758; Viscount Taffe, 1781, Kammerherr und Graf; Horace St. Paul, 1789; Thomas Fremantle, 1805 zum Baron ernannt.
Inſerate in den Jahreszeiten werden per geſpaltene Petit⸗Zeile oder deren Raum mit 14 Ngr. berechnet. 1250 Beilagen
werden gegen 1 Rthlr. Pr. Cour. Gebühren beigelegt.
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