Jahrgang 
1867
Seite
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Go bleibt wir venn nichts weiter übrig, als mir das Leben zu nehmen, rief ich verzweifelnd. Er antwortete: Gie ſich tödten? Bitte, hier iſt ein Polchmeſſer öpten Sie ſich, wenn Sie den Muth hierzu haben!»

Mechaniſch ergriff ich das Meſſer, empört warf ich ihm ſeine Härte, wie ſein beleidigendes Betragen vor er ſchleuderte mir meine Schulbſcheine ins Geſicht, und ſchrie«Hier, nehmen Gie auch DHas noch hin! Aber varauf verlaſſen Sie ſich wiſſen ſollen's Alle, daß Sie ein Spitzbube, ein Dieb ſind!* Hierbei ſchlug er mir wiederholt ins Geſicht. Da erfaßte mich die Wuth, ich ſtieß zu, und er ſturzte mit einem Schrei zu Voden, ich meinte ihn nur verwunbet zu haben; er aber

war lobtl.... Was mir dann begegnete, das iſt dir bekannt.... Dieſe Erinnerung läßt mir mein Leben eine Laſt ſcheinen ich wurde eingekerlert, man gab wir die Frei heit. aber in dieſer Bruſtt.... Julia, theure Julia,

ſitt ſprich du!

Julia ließ die Hände von dem bleich gewordenen Geſichte ſinken. BZwei dicke Thränen rollten langſam über ihre Wangen herab. Gie erhob ſich mühſam und ſagte mit erſtickter Stimme: Ich bin die Witwe Moritz Vibals!

Gavari war allein.

Julia! rief er ſlehend; doch er fühlte, daß er Die verloren, deren Herz ſein Bekenntniß gebrochen ohne Julia gab es für ihn kein Leben ein Ende vieſes Elends bringt der Fod, alſo ſterben!

Gavari eilte auf die Straße und ſchlug die Richtung nach den Boulevards ein. Hier blendete ihn ein Strahlen meer von zahlloſen Flammen. Zu Tauſenden wogte die Volksmaſſe heran, man ſchwenkte die Fahnen und ein allge weiner Jubel durchtönte die Menge.

Einer Bilbſäule gleich ſtand Savari an ein Haus ge lehnt, unempfinblich gegen den Aufruhr um ihn her. Er hörte nur immer die Worte:Ich bin die Witwe Moritz Vidals'!

Plötzlich fühlte er ſich beim Arm gefaßt; ein lleiner, bleicher Mann iſt, der ihm die ſchrecklichen Worte zuruft:

Albert Savari, ich verhafte Sie im Ramen des Geſetzes!

Ich bin heute zu Scherzen nicht auſgelegt, erwiderte dieſer.

Ich ſcherze nicht, ſagte der Kleine,ich verhafte Sie als den Mörder Moritz Vidal's!

Wer ſind Sie denn, mein Herr?

Ich bin ein Agent der Polizei, und heiße Vibert!

Sie ſind nicht wehr der Graf von Rubini, und ſie iſt nicht Ihre Verwandter!

So iſt's, ſagte der Polizei Agent,aber jetzt ſolgen Sie mir, ohne daß ich nöthig habe, Gewalt zu gebrauchen!

Einen Augenblick noch weshalb hallen Sie mich für den Mörder Vidal's*

Weil Sie es bereits eingeſtanden haben!

Wemd

Seiner Witwe!

Schrecklich! rief Savari, 1

Laſſen Sie uns gehen! droht Vibert.

Ich folge gern! antwortet Savari..

ſie hat mich bereits denun⸗

Hunderttauſende von Menſchen wogten jetzt über die Boulevards es war ein Gemiſch von Studenten, National gardiſten, Blouſenmännern, Weibern und Kindern.

Dieſe Fluth wälzte ſich aus der Vorſtadt Antoine der Madeleine zu. Vibert und Savari waren ſo aufgeregt, daß ſie dieſe ungeheure Menſchenmaſſe nicht eher beachteten, als bis ſie in den ungeheuren Menſchenſtrudel hineingezogen wur den, und zwar ſo, daß Vibert, der der Bewegung Widerſtand zu leiſten ſuchte, abſeits und nach hinten gedrängt wurde. Savari ließ ſich willenlos forttreiben, und verblieb alſo in der vorderſten Reihe.

Vor dem Palais des Miniſteriums des Agußern gibt das Militär plötzlich auf das Volk Feuer einige ſechzig

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Menſchen ſtürzen getroffen nieder, darunter mehr als dreißig veichen.

Nache, Rache! erſchallt es aus hunderttauſend Kehlen. Rache! Man mordet das Volk!!

Savari iſt töbtlich getroffen. Von einigen Blouſen auf ſeine Bitte nach der Rue Grammont geſchafft, verſcheidet er auf der Schwelle des Hauſes, in welchem ſie lebt, die ihn ſo glücklich gemacht; ſein letzter Hauch war:Julia!

Am 24. December kämpfte man in Paris den blutigſten Kampf. Der Donner der Geſchütze drang über die Straßen und Mauern hinaus bis in die ſinſteren Zellen der Geſäng niſſe, deren Wächter heute mehr als je auf ihre eigene Siß heit bedacht ſein mußten.

Langlade ſtürzte ſich auf einen Aufſeher, welcher die Unvorſichtigkeit beging, allein in die Zelle zu treten; er knebehe ihn, bemächligte ſich ſeiner Kleider und ſeiner Schlüſſel, und⸗ entfernte ſich ruhig durch das Hauptthor. 4*

Der Bandit nahm ſofort am Kampfe theil. Bald ſchlug er ſich auf der Seite des Volles, bald auf der Seite des Militärs ihm war Alles gleich, denn um Politil hatte er ſich nie gelümmert. Er war einer der Thätigſten beim Surme gegen die Tuilerien; er half den Thron der Könige von Frankreich in Stücke veißen, und trank königlichen Wein.

Halb berauſcht, das Piſtol in der Hand, mit Blut und Staßenſchmuz beſudelt, begab er ſich in die Wohnung der untergehenden Sonne, deren Aufenthalt er im Gefängniſſe ſelbſt, und zwar durch Vibert, erfahren.

Er ſtieß mit einem einzigen Fußtritt die Thür des Vor⸗ zimmers ein, und betrat die Wohnung. Seine frühere Geliebte war eben im Begriff, ſich zur Ruhe zu begeben. Auf einem Hivan rauchte ihr Engländer eine Cigarette.

Goddam, wer ſind Sie denn? rief dieſer.

Statt aller Antwort ergriff ihn Langlade bei den Armen und ſchleuderte ihn die Treppe hinab. Dann trat er in das Schlafgemach deruntergehenden Sonne.

Was wollen Sie von mirt ſchrie die Unglückliche.

Das wirſt du bald ſehen! antwortete Langlade.

Sie wollen mich morden?

Noch nicht! Du kannſt ruhig ſchlafen! Mit dieſen Worlen ließ er ſich auf einen Stuhl nieder und beſchäftigte ſich damit, beim Schein der Nachtlampe ſein Schlachtopfer zu ſirren, das zitternd, wortlos vor Angſt, ſich in die ſeidenen Decken hüllte.

Langſam vergingen die Stunden und ſahen das Mädchen in entſetzlicher Todesangſt ihr Herz zermartern, einen Weg zu ſinden, dem Rächer zu entfliehen.

Gegen 7 Uhr Morgens verließ Langlade ſeinen Sitz und ſchlug die Vorhänge zurück. Trüb ſchimmerte der Tag herein. Lange betrachtete der Mörder ſeine frühere Geliebte, dann trat er an ihr Lager.

Grauſamer, ſchenke mir das Leben! ſchrie die Unglück liche, indem ſie ihn zu umſchlingen verſuchte. 3

Langlade ſtieß zurück und rief: 3.

Keine Gnadel Wenn du an Gott glaubſt, dann bete Sobald der Zeiger dieſer Uhr, welche dir dein Eng du aufgehört zu leben!

ſchnell. länder geſchenkt, ſieben zeigt, haſt

Sie ſprang aus dem Bette und warf ſich vor ihm niederz ſie lüßte ihm die Hände und ſlehte um Gnade, der Bandit blieb unbeugſam. Er antwortete kalt:Entſinne dich der Worte am Gitter!

Die Uhr ſchlug ſieben. und ſtürgte ſich auf ſein aufſchreiendes Opfer. Hond erfaßte er beide Hände der Unglücklichen, um ſie zu verhindern ſich ſeſtzuklammern; mit der anderen dob er ſie zur Fenſter empor ei ler Schrei Langlade war allein.

Er beu auf das Fer

Langladt ſchleppte erſ

Langlade öffnete das Fenſter Mit der einen

munter, ſchwang ſich dann higab. und mit letzter Kraft

er einſtigen Geliebten

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