Jahrgang 
1867
Seite
573
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indem ſie denſelben auszuweichen at mit großem Geſchick einen ſolchen Wie tugendhaft, wie ſittig unter unmittelbarer Aufſicht, erſchleierten Vorſteherin und ihrer Ge⸗ ſe jungen Dämchen trüben gewiß kein cheln der Einen iſt nur der Ausdruck wer's glaubt! Der Schalk ſitzt traute Heimat ihrer

ſehr wohl aufzufangen, Unſer Maler h Moment dargeſtellt. ziehtdie Penſion feiner Ironie halbv hülfinnen daher! Die Wäſſerchen! Das kindlicher Fröhlichkeit! Ja, Allen im Nacken, Lieben zurück, ſo ſ. begonnenen klei den ſogebilde Töchter Gemüth ent Kopf zuſammenſchlagen und in die Hölle wünſchen.

Jammer? Die Aeltern allein!

und kehren ſie in die pielen ſie dort oft den in der Penſion hrung eines neuen Hel⸗ t weiter, daß Vater und Mutter, denen der fremdet iſt, auf einmal die H das bisher ſo geprieſene Inſtitut Wer trägt die Schuld an dem

nen Roman mit Einfü

ände über'm

Menſchen zu erziehen, iſt eine große, ſchwere Kunſt. Jedes einzelne junge Herz will mit beſonderen Rückſichten behandelt ſein, nach ſeiner eigenſten Art und Natur. Wer kann ihm dieſe Sorgfalt am beſten widmen? Wir brauchen die Frage nicht zu beantworten. Heerdenweiſes Zuſam⸗ menleben iſt ſchon für Knaben und Jünglinge, die zu den akademiſchen Studien vorgebildet werden, äußerſt bedenklich; ungleich gefährlicher iſt es noch für die weibliche Jugend, deren ſpätere Zaubermacht über den Mann vom Gemüth ausgehen muß, wenn ſie Segen ſtiften ſoll. Obgleich einem durchaus andern Motiv entſprungen, paßt auf das Reſultat der Penſionserziehung doch gar häufig Silbe für Silbe Fauſt's Klage:

Verflucht das Blenden der Erſcheinung, Die ſich an unſre Sinne drängt!

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Berliner

nit einem recht warmen Abſchiedsgruße chdem er uns ſeine kalte Behandlung rdient faſt einen Monat hindurch hat en wir gethan, daß uns der Mai niſt? Was haben wir verbrochen, daß Röaumur nach der Seineſtadt hat ihren ſporadiſchen o alle Knospen ſpringen,

Der Mai hat ſich 1 der Erde empfohlen, na ebenſo unerhört als unve fühlen laſſen. nicht mehr grü in dem ſchönen Monat,w

S

Schnitzel.

Nachdem Luxemburg glücklich beſeitigt und ſich der ſtürmiſche Boreas in einen friedlichen Zephyr verwandelt hat, macht Paris mit ſeiner Ausſtellung ſein Anrecht an unſere Bevölkerung in erhöhtem Maße gektend. Die Reiſebewegung Charakter verloren. eine Ganze Karavanen wallfahrten nach dem modernen Mekka, und

ſe faſt ungekannte Baiſſe bis zu die glücklichen Beſitzer von Köln⸗Minder⸗Actien ſchwelgen nicht lhin, macht und uns zwingt, den be⸗ ohne Berechtigung im Vorgeſchmack ihrer wachſenden Divi⸗ d den Kamin z. D. wieder in Thätig⸗ denden. Auch der König iſt geſtern mit großem Gefolge nach Frage keine Antwort und Paris gegangen. Die Dii minorum gentium ſchließen ſich über dieſe Ge⸗ ſan, und bald wird es dort heißen:

:. ultiren, der Das weite Rheims faßt nicht die Zahl der Gäſte,

ſcheid weiß. Genug, der ſchöne Wonne⸗ Die wallend ſtrömen zu dem Völkerfeſte.

an der meteorologiſchen Bör Pari, d. h. bis zu Nul reits penſionirten Ofen un keit zu ſetzen? Ich muß es den wißbegierigen Leſ heimniſſe und Räthſel mit ſolchen Dingen Be monat hat uns Ade.

habe auf dieſe ern überlaſſen, den Profeſſor Dove zu conſ

agt, und der Juni hat uns gleich in

onnen und geneigt Ja, es iſt in der That ein Volksfeſt, oder beſſer, ein Im Gegen⸗ Völkerfeſt, das ſie drüben feiern, ein Feſt der Volksarbeit, lange verhaltener Galle, oder des Volksfleißes, ein Feſt der Geſittung und Bildung aller zur Ausſtrömung der heißen Volksſchichten, ein echtes Feſt des Friedens, ein ſcharfer, ſind, platzte die Natur auf ſchneidender Gegenſatz zu dem Manne, deſſen Machtſpruch Wärmeſtoff heraus und ſtreute den urplötzlich den Janustempel öffnen, die Friedenspfeife in eine e ganze Welt, daß wenigſtens Kriegstrompete verwandeln und die Friedensarbeit mir nichts chlechten, unbotaniſchen Witz dir nichtsſiſtiren kann wie eine öſterreichiſche Verfaſſung, Damit iſt das dem Manne, um den ſich Kaiſer und Könige drehen,velut ir müſſen fort! ſinter ignes Luna minores! den, die überall klingt und wider Das gibt zu denken. Was kann doch der rührige Menſch Höhe der Zeit und der durch Energie und Conſequenz Alles erreichen, wenn er es mit

igt, daß er nicht geſ

den erſten Tagen g eines Vorgängers zu regieren.

ſei, in dem Geiſte ſ. Wie ein Menſch nach deſſen Ventile

wie ein Keſſel, Dämpfe nicht genügend g einmal mit ihrem ganzen Flieder in ſolcher Maſſe über di die halbe(man nehme mir den ſ nicht übel) in vollen Schweiß gerieth. Signal zur Mobilmachun Das iſt die Parole gewor Kein Menſch, der auf der

Geſellſchaft zu ſtehen Anſpruch macht, darf ſich der Verpflichtung Wort und Eid und andern ſogenannten Mannestu

genden nicht

Der Berliner iſt allzu genau nimmt! Doch wir wollen nicht denken, nament⸗ Hitze und Staub ungeheuer empfindlich, lich nicht ein Genre von Gedanken, die ſich ein gutgeſinnter Artikeln leiſtet in der That die Reſidenz Bürger confisciren muß, noch ehe ſie auf die Lippen oder in liches, trotz Feuerwehr und Waſſer⸗ die Tinte kommen. Faſſen wir lieber in den Papierkorb des e⸗Epidemie ſcheint übrigens eine Gehirns und greifen wir ſo einige Gedankenſchnitzel heraus, Alle Zeichen die(gleich den Wiener⸗Schnitzeln) gut vertragen werden, die Reiſeausſichten ſind ein uns keine Kopfſchmerzen und keine große Toilette machen Die reſidenzlichen Aerzte dürfen, um ſich dem Publikum vorzuſtellen.

thun, die Krankheiten der Alten Wer doch auch ſo glücklich wäre, ſich jetzt in den Pariſer d die unbeſchränkte Noth⸗ Strudel hineingezogen zu ſehen, als Börſenmann dort die von Oſtende und Früchte des alltäglichen ſpeculativen Mittagsſchweißes in Mabile Sie erthei⸗ und Cancan umzuſetzen, oder wenigſtens als Berichterſtatter und Frerichs und einer größeren Zeitung ein Passepartout zu haben zu allen Viſa da, wo dos nöthige Kleingeld vor⸗ Sehens⸗, Hörens⸗ und Schmeckenswürdigkeiten der Stadt der Marſchroute, über allen Zweifel erhaben, Städte! Wenn jemals Paris den Namen eines irdiſchen werden ſoll. Unſer preußiſches Paradieſes verdiente, ſo mag es wol in dieſem Augenblick

einer ephemeren Auswanderung entziehen.

nun einmal geg und in beiden Preußens ganz Außerordent Die diesjährige Reiſ sdehnung gewinnen Reiſeabſichten und

ungewöhnliche Au ſprechen dafür. Hauptgegenſtand der Unterh haben alle Hände voll zu und Jungen herauszuerploriren un on Karlsbad und Marienbad, Kreuznach und Rehme nach dernen Päſſe des Sommers,

wendigkeit v Teplitz, von len die mo Traube geben ihre handen iſt und die ſanitätspolizeilich Bade⸗Repertvire Denn wenn auch ſonſt

ns diesmal weſentlich vermehrt. ſein, wo Herzöge und Prinzen und Könige und Ka Wiesbaden durch wo Natur und Kunſt eine innige Cvalition geſchloſ

hat ſich übrige Homburg, Ems und

iſer graſſiren, ſen, die

durch ihr Spiel und ihre Segnungen Stadt und das Leben mit Allem zu ſchmücken, was es Herr⸗ ts eine mächtige Anziehungskraft übten, liches, Entzückendes, Berauſchendes gibt, und wo doch wieder⸗ thümliches Eigenthumsgefühl, um die Natur auf die Um⸗ und Verhüllungen der Kunſt ver⸗

ihre Geſundheitsquellen des weiblichen Geſchlech jetzt drängt uns noch ein eigen gerade dieſe annectirten hygieini

ſchen Provinzen aufzuſuchen zichtet, um das Paradies bis auf das vor

ſchlangige Zeitalter

matiſchen Verträge zu hinauf zu copiren!

und gewiſſermaßen als Volk die diplo

Aber, ſeien wir nicht undankbar. Berlin iſt auch im