Zeitschriftenband 
1 (1867)
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480 3 Zur Lecture.

2 wiederum einzelne Dichter und einzelne beſondere Litteraturfreunde ausge⸗ nommen, für die meiſten unter uns ein faſt unbekanntes Gebiet ſein. Hier wird uns denn ein Einblick eröffnet, der uns weiterlocken muß.

Müller v. d. Werra, Das Buch der Lieder. Leipzig. L. Denicke.

1866.

Die Lieder des reichbegabten Dichters, melodiös und ſingbar wie we⸗ nige und zum größten Theil von unſeren erſten neueren Meiſtern komponirt, ſind in allen Sängerkreiſen ſo gekannt und beliebt, daß es uns ſelbſt wie eine Art von Anmaßung erſcheinen würde, wollten wir dieſelben noch einem wirk⸗ lichen kritiſchen Urtheil unterwerfen. Dazu wäre obendrein in den Haus⸗ blättern am wenigſten der Platz, da wir von jeher, unſeres beſchränkten Raumes wegen, uns begnügen mußten, Dichtungen nur in wenigen Zeilen zu erwähnen. Wie ſollten wir Lieder empfehlen oder gar charakteriſiren, die, wie geſagt, längſt in aller Munde und Herzen ſind und ſtets von neuem erklingen, wo ſich ein Kreis von Sängern zuſammenfindet! Wir haben

nur unſeren warmen Dank und unſere lebhafte Freude auszuſprechen, daß

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ſie uns hier in ſchöner Ausgabe geſammelt geboten werden eine Zierde unſerer Litteratur.