Zeitschriftenband 
1 (1867)
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Von Fr. Grebel. 471

Nach einem alten Volksliede über den Johannisſegen hatte ſich ein armer Mann dem Teufel verſchrieben, erhielt aber von der h. Gertrude einen Trank mit Johannisſegen, ſo daß der Böſe keine Gewalt über ihn hatte. In einer Nürnberger Meiſterſänger⸗Handſchrift des 16. Jahrhunderts wird erzählt, ein Mainzer Bürger habe ſich dem Teufel verſchrieben, derſelbe habe aber keine Gewalt über ihn gehabt, weil er den Johannisſegen getrunken habe. Der Schluß dieſes Meiſtergeſangs lautet:

Der Pabſt Pelagius( 560) anfing, Daß man ſegnen ſollt den Weine

An Sanct Johannes Tag alleine,

Daß Jedermann den Segen trank,

Alſo name zu Dank

Ein Anfang Sanct Johannes Segen.

Aus der großen Menge von Sprichwörtern, welche den Wein zum Gegenſtande haben, wollen wir nur folgende charakteriſtiſche mittheilen:

Frankenwein, Krankenwein Neckarwein, ſchlechter Wein Aber Rheinwein, fein Wein.

Zu Bacharach am Rhein, zu Klingelberg am Main, Und Würzburg an dem Stein, wachſen die beſten Wein.

Der Edelwein am Rhein Muß aller König ſein.

Rheinleute, Weinleute.

Großer Rhein, ſaurer Wein. Kleiner Rhein, ſüßer Wein.

Der Wein für die Leute, Das Waſſer für die Gänſe.

Guter Wein bedarf keines Kranzes. Guter Wein verkauft ſich ſelbſt. Der Wein iſt gut, wenn er auch den Mann die Treppe hinunter wirft.

Wer nicht liebt Wein, Weib und Geſang, Der bleibt ein Narr ſein Leben lang.

Alle Freude ſteckt in der Weinkarte. Wein iſt der Poeten heiliger Geiſt. Nahe beim Wein und weit vom Schuß.