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erforderlichen Schwung gegeben haben mögen. Auch Julius Cäſar erkannte dem Falerner Weine den erſten Preis zu, indem er bei ſeinem Triumphe in Rom, dem Volke hundert große Gefäſſe Falerner Wein und ebenſo viele des beſten Weines von Chios als Geſchenk verehrte. Nach Diodor koſtete ein Krug Falerner Wein hundert Denarien.
Virgil ſchrieb den Römern in ihren glücklichen Tagen ſein zweites Buch der Georgika„von der Pflanzung und Bearbeitung des Wein ſtockes“, und Columella faſt gleichzeitig ſein vortreffliches Werk über den Landbau, worin er die wichtigſten Beobachtungen, Verſuche und Reſultate über den Wein⸗ bau liefert. Nach ihm gab es im römiſchen Reiche fünf verſchiedene Bau⸗ arten der Weinſtöcke, je nachdem die Rebe an Bäumen, an Rahmen, hohen oder niedrigen Pfählen befeſtigt, oder ohne alle Stütze auf den Boden gelegt wurde. Theilweiſe beſtehen dieſe Bauarten noch jetzt in Italien, Frankreich und Deutſchland.
Die Deutſchen lernten, wie Tacitus verſichert, den Wein von den Rö⸗ mern kennen und ſind die techniſchen Ausdrücke unſerer Winzer alle lateini⸗ ſchen Urſprungs; Wein vinum, Moſt mustum, Hefen feces, Maas mosa, Ohm Amphora, Faß vas, Keller calcatorium, keltern calcare, Pfahl vallus und palus u. ſ. w. Kaiſer Domitian unterſagte den Weinbau, als eine die nordiſchen Völker anziehende Lockſpeiſe, in allen römiſchen Provinzen. Erſt unter Kaiſer Probus, geſtorben 282 nach Ch. G., wurde er in Spanien, Gallien und Britannien wieder erlaubt. Er war es auch, der den Weinbau an den Ufern des Rheines und der Moſel zuerſt einführte. Noch nicht hun⸗ dert Jahre ſpäter beſingt Auſonius(geb. 309, geſt. 394 nach Chr. G.) in ſeinem Gedichte„Moſella“ die Schönheit der Moſelgegend, vergleicht die⸗ ſelbe mit ſeiner Heimat Bordeaux, indem wie dort alle Berge an der Moſel mit Weinſtöcken bepflanzt ſeien. Der Dichter Venantius Fortunatus, wel⸗ cher um das Jahr 595 als Biſchof von Poitiers ſtarb, ſagt ebenfalls, daß an der Moſel und dem Rheine alle Berge mit Weinreben bepflanzt geweſen ſeien. Unter den Merowingiſchen Königen wurde der Weinbau ſehr geför⸗ dert, wie aus der Lex Baj. Tit. I. Cap. 14 hervorgeht, und breitete ſich ſelbſt ſchon nach dem nördlichen Deutſchland aus.
In den älteſten Urkunden des Mittelalters werden zwei Weinarten unterſchieden, der Franzwein oder Frankenwein, der roth, und der hunniſche Wein, welcher weiß war. Letzterer hatte ſeinen Namen von den Hunnen; die erſten Pflanzer dieſer Weinſorte waren aber nicht jene barbariſchen Ver⸗


