Jahrgang 
27-52 (1867)
Einzelbild herunterladen

ſein Weib garten e⸗ und pfeif

en, wenn der Welt

hmal von

inahe ein

Rufes iſt renſchliche zu ſeinen Heſterreich

euſt recht⸗

ute durch

i kreiſen,

Dierte

könnte z. B. die Waſſerkraft der Flüſſe und Bäche in den Gebirgen auf große Entfernungen übertragen. Welche Per⸗ ſſpective! 5.

Napolreon's Menſchenconſum.

Während der faſt zehnjährigen Regierungszeit Napoleons als Kaiſer der Franzoſen(18. Mai 1804 bis 3. April 1814) wurden ihm durch Senatsbeſchlüſſe 2,023,000 Seelen zur Verfügung geſtellt. Dazu kamen noch die Freiwilligen, die Departemental⸗Garde, die im Januar 1813 aufgebotenen 17,000 Mann Reiterei und das zu Anfang des Jahres 1814 organiſirte Aufgebot in Maſſe, welches ſich auf 143,000 Mann belief, ſo daß die Geſammtzahl ſich auf drei Millionen ver⸗ anſchlagen läßt. Von dieſen waren 1814 theils im wirklichen Dienſt befindlich, theils kriegsgefangen, theils kurz vorher ver⸗ abſchiedet 802,600 Individuen, ſo daß alſo in den Kriegen des Kaiſerreichs über zwei Millionen franzöſiſcher Soldaten geblieben ſein mußten! 6.

Statiſtiſches.

Die Bevölkerung Jeruſalems beſteht nach den vom preu⸗

aus 7100 Juden, 5000 Muhamedanern und 3400 Chriſten.

Unter den Letzteren ſind, wie überhaupt in Paläſtina, die Griechen die zahlreichſten(2000); dann kommen 900 römi⸗

ſche Katholiken u. ſ. w. finden ſich nur noch 8 Familien, welche ſich rühmen, von Waffengefährten des kühnen Sultans Saladin, des Eroberers von Jeruſalem zur Zeit der Kreuzzüge, abzuſtammen.

ßiſſchen Conſul angeſtellten Ermittelungen in runden Zahlen 1

Unter den Muhamedanern be⸗

Misrellen. Es iſt ſonderbar, äußerte Jemand in einer Geſellſchaft: wenn man Bier, Kaffee, Thee oder dergleichen trinkt, ſo ſtößt man nie an, nur beim Weintrinken. Die Urſache iſt klar, erhielt er zur Antwort,be⸗ kanntlich liegt im Weine die Wahrheit und mit dieſer ſtößt man immer an. 3

Der Regiſſeur eines Theaters ſagte zu ſeinem Director:

1Heute im ⸗Don Juan muß wirklicher Champagner

kommen, denn jedes Surrogat auf der Bühne muß ächt ſein. Gut! entgegnete der Director,morgen geben wir 1«Cabale und Liebe⸗, und da Sie den Ferdinand ſpielen, ſo ſwerde ich dafür ſorgen, daß Sie im letzten Acte wirkliches 13 bekommen.*

3

Ein Bauer trat in Berlin in ein Kaffeehaus ein und

verlangte ein Glas Zuckerwaſſer. Als der Kellner daſſelbe brachte, fragte der Bauer: Wat bin ick ſchuldig? Zwei Silbergroſchen. Nu, bemerkte der Bauer, indem er bezahlte,da möcht' ick ooch woll wiſſen, wat hier een Wolkenbruch koſtet. 1 83

Vom deutſchen Büchermarkt.

Mit dem Zopf. Geſchichten von Carl Neumann⸗ Strela. Leipzig, Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung. 1868.

Nach der komiſchen Seite hin fehlt es unſerer leichten Unterhaltungsliteratur am meiſten an Gegenſtänden und

2 Jolge.

aus dem Leben gegriffenen Erzählungen. Das Streben des Verfaſſers, dieſe darzubieten, hat bekanntlich das Glück jenes Erfolges bei der Leſerwelt für ſich gehabt, der in anſpruchs⸗ loſen heiteren Stunden mit freiwilligem Ausſchluß mancher anderen Qualitäten ein erfreuliches Genügen findet. Der Band enthält: Timoleon, der Bürgerfreund, eine Darſtel⸗ lung, deren draſtiſche Lebendigkeit durchgeſchlagen und leben⸗ dige Anſprache gefunden hat, und ferner; Madame Schlan⸗ zowsky und die Kirſchkernkanonade, Monſieur Frangois de Goullon, Chriſtoph Bode, der Mann mit der eiſernen Stirn, Was bringſt Du mit? Es herrſcht in allen ein buntes, für den Leſer ſpannendes Leben. 4

78³

Gerichtet und gerettet. Roman von Carl War⸗ tenburg. Leipzig, Dürr'ſche Verlagshandlung. 1868. Wartenburg gehört zu unſeren gewandteren und in ſo⸗ fern angenehmeren Romanſchriftſtellern, als er das Gefällige mit dem Natürlichen verbindet. Außerdem hat er über ſeine große Routine durchaus jenen Reiz noch nicht verloren, welcher in der Naivetät, Innigkeit und unanſtößigen Schil⸗ derung ſinnlicher Liebe und weiblicher Naturells beſteht und ſich ſonſt gewöhnlich nur bei jugendlichen Schriftſtellern von Talent vorfindet. Es liegt überhaupt nichts Abgeſtumpftes, Ermüdetes in Wartenburgs Erzählungen, ſondern Friſche und Elaſticität, der man es anfühlt, daß der Autor ſeinen Gegenſtand mit Neigung behandelt.

Dieſe günſtigen Eigenſchaften kommen denn auch dem vorliegenden Romane zu ſtatten, der in das moderne Leben eingreift und auf feſſelnde Weiſe in die Sphäre der thea⸗

traliſchen Kunſt hinter den Couliſſen hinüber greift. O

Lieder aus der Zeit. Von einem heiteren Beob⸗ achter. Leipzig, Commiſſions⸗Verlag der Dürr'ſchen Buchhand⸗ lung. 1868.

Der Verfaſſer gehört zu den harmloſen Dichtern, welche, ohne Anſprüche zu machen, die Tagesgelegenheit des Lebens zu komiſchen Bemerkungen und Betrachtungen in Verſen keck ergreifen. Bietet er daneben auch ernſtere Sachen dar, ſo liegt doch auf den heiteren das Gewicht ſeiner jovialen Tendenz. Wir glauben das Büchelchen am beſten durch folgende Zeilen zu charakteriſiren und zu empfehlen. Ein kleines Lied iſtEin ſüddeutſcher Traum überſchrieben:

Ein Canzleirath lag zu Bette, Träumte viel und träumte breit. Wie wenn er ein Fieber hätte, Träumt er von der Einigkeit.

Und dann träumt er auch ein wenig Von der Freiheit, die der König, Die der Herzog groß und gut

Gar von Weitem zeigen thut.

Und er träumte auch daneben,

Wie die Nachbarvölker leben,

Die ſich in der weiten Bruſt

Einer Rieſenkraft bewußt,

Und in ſtolzem Sein erkannt,

Was da iſt das Vaterland.

Und dann ſtellt der Traum ihm gar Demagog und Zuchthaus dar;

In der Ferne winkt zumal

Ein bekannter Corporal,

Und da ſchauert ihm die Haut;

Er erwacht und ſeufzet laut: