Jahrgang 
27-52 (1867)
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des Gebäudes und geführt von dem alten Schließer, ſtand er wenige Minuten darauf vor Suſanne.

Georg, mein Georg! rief dieſe und ſank, laut ſchluchzend, an ſeine Bruſt.

Hier bin ich, mein armes Mädchen, um mein Wort einzulöſen, ſagte Georg, nicht minder tief be wegt.O, was magſt Du gelitten haben, und dies Alles meinetwegen, der ich Deiner Liebe nicht werth bin. Komm, fügte er hinzu, indem er die Geliebte bei der Hand ergriff und ſanft mit ſich fortzog, komm, ich weiß einen Ort, wo Du künftig vor den Verfolgungen dieſes Lacombe ſicher ſein wirſt.

Suſanne zuckte zuſammen.Ich fürchte mich vor ihm, murmelte ſie,wo iſt er?

Ob er wieder aufſtehen wird, weiß ich nicht, ſagte unſer Bekannter,aber ſo viel kann ich Dir mittheilen, daß ihn ein tüchtiger Kolbenſchlag von meiner Hand niederſtreckte.

Mit dieſen Worten trat Georg mit dem jungen Mädchen in den Hof und wurde dort von ſeinen Gefährten mit einem hundertſtimmigen Hurrah em⸗ pfangen.

In dieſem Augenblicke ließ ſich auch der Ton einer Trompete vernehmen und als Georg mit ſeinem Haufen abſchwenkte, ſtieß er mit der Abtheilung, welche Thalheim befehligte, zuſammen.

Beide junge Männer ſchüttelten die Hände.

Iſt es Dir gelungen? fragte Georg.

Meine Emma iſt in Sicherheit. Und Deine Suſanne?

Dort marſchirt ſie in der Mitte meiner Colonne.

Kaum hatte aber die kühne Schaar das Altonaer Thor hinter ſich, als ſich die von den Franzoſen re⸗ quirirten däniſchen Huſaren in den Straßen Hamburgs zeigten und Kanonen auf den öffentlichen Plätzen auf⸗ gefahren wurden, während man gleichzeitig die Kriegs⸗ geſetze proclamirte.

Es iſt gut, daß ſie uns nicht in den Weg ge⸗ kommen ſind, ſagte Georg,ich haſſe dieſe Rothröcke ebenſo wie die Franzmänner, denn ſie ſind nicht minder die Feinde der deutſchen Nation, wie dieſe.

Vielleicht kommt auch mit ihnen einſt der Tag der Abrechnung, meinte Thalheim.Doch Emma erwartet in ihrem Verſteck Suſannen; Alles iſt zur Flucht bereit und ſobald es Nacht wird, ſollen die Frauen ihre Reiſe antreten.

Geht auseinander, Freunde! rief unſer Held jetzt, indem er ſich zu den Leuten wendete, deren Führer er bis jetzt geweſen war, und die ihn noch immer in dichten Haufen umſtanden.Unſere Aufgabe iſt erfüllt, wir haben den Franzoſen gezeigt, daß wir

ſich herzlich

Novellen⸗Zeitung.

uns nicht vor ihnen fürchten und Gott lohne Euch treuen Herzen den Beiſtand noch beſonders, welchen Ihr mir leiſtetet.

Ein lebhaftes Beifallsgeſchrei folgte dieſen Worten und alsbald löſte ſich der Knäuel auf, indem eine Gruppe in dieſer, eine andere in jener Straße ver

ſchwand, und ehe noch eine Viertelſtunde verging,

zeigte die Vorſtadt St. Georg das gewöhnliche All⸗ tagsleben, und nichts als die zertrümmerten Wacht⸗ häuſer der Douanen deutete darauf hin, daß Ham⸗ burg ſoeben der Schauplatz ernſter, die Sicherheit der Franzoſen bedrohender Auftritte geweſen war. Einige Monate nach dem hier ſoeben geſchilderten Auftritte zu Anfang März des Jahres 1813 erhellte jedoch nach langer Trübſal ein Strahl der Freude die Herzen der wackren Bewohner Hamburgs. Es hieß, die Franzoſen hätten den Befehl erhalten, die Stadt zu verlaſſen. Wirklich räumten ſie auch am 12. März die Hauptwache amgroßen Neumarkt und die Bürgergarde beſetzte dieſelbe. Aber ſo groß auch der Jubel darüber war, die verhaßten Feinde endlich los zu ſein, ſo verbreiteten ſich doch ſchon einige Tage nachher abermals drohende Gerüchte. Der franzöſiſche General St. Cyr hatte auf dem linken Elbufer, nur wenige Stunden von der Stadt, Halt gemacht; ein anderes Corps zog von Stralſund durch Mecklenburg

heran, um ſich mit ihm zu vereinigen und beide Corps,

hieß es, ſollten dann nach Hamburg zurückkehren. Dagegen munkelte man aber auch, daß ſich ruſſiſche Truppen von Berlin aus näherten und daß dieſe

Alles aufbieten würden, um die Stadt nicht wieder

in die Hände der verhaßten Feinde fallen zu laſſen. So wechſelten Furcht und Hoffnung, Jubel und Angſt.

Am 16. März endlich verbreitete ſich die Nach⸗ richt, daß wirklich die Ruſſen im Anzuge wären und ſich bereits ganz in der Nähe des Steinthors befa Dorthin drängt ſich jetzt Alt und Jung, um die Be⸗ freier zu begrüßen. Auch Perthes und der Bleidecker Mettlerkamp brachen ſchleunigſt auf und fanden das vorerwähnte Thor bereits von einer großen Menſchen⸗ menge umlagert, welche mit den Zeichen der höchſten Spannung in die Ferne blickte, während der die Bürgerwache befehligende Officier mit ſeiner Mann⸗ ſchaft unter dem Gewehr ſtand. Plötzlich ertönte ein donnerndes Hurrah und gleichzeitig drängte der un⸗ überſehbare Menſchenknäuel unaufhaltſam vorwärts.

Was giebt es denn, Leute? fragte Perthes, ſich mühſam Bahn brechend.

Da ſehen Sie denn nicht? und tauſend Hände zeigten in die Ferne, während der Jubel im verſtärkten Maße losbrach.

In der That bemerkte man jetzt auch auf der

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