Novellen
„Nun, ſo rufe ich nöthigenfalls die Hülfe der Geſetze gegen Sie an,“ rief Emma gereizt.
„Eben dieſe Geſetze ſind es, welche Dich zwingen werden, mir gehorſam zu ſein,“ antwortete Herr Benard kalt.„Du haſt wohl ganz und gar vergeſſen, daß Hamburg gegenwärtig eine franzöſiſche Stadt iſt und daß nicht das Civilgeſetzbuch, ſondern der eiſerne Wille der Militärgerichte hier den Ausſchlag giebt? Du weißt,“ fügte er nach einer kleinen Pauſe hinzu,„wen ich jeden Augenblick erwarte und welcher Zweck damit verbunden iſt.“
„Gewiß weiß ich dies,“ entgegnete Emma,„aber machen Sie ſich nicht die entfernteſte Hoffnung, denn mein Entſchluß iſt unwiderruflich gefaßt.“
„Und kennſt Du denn meine Entſchlüſſe?“ fragte Benard, indem er ſeiner Nichte mit einem kalten ſpöttiſchen Lächeln einen Schritt näher trat.„Dieſe Heirath mit dem Herrn Grafen von Rougemont paßt nun einmal in meinen Plan. Kurz und gut alſo, Du gehſt auf ſeine Bewerbungen ein, oder—“
„Nun, oder?“ fragte Emma, indem ſie allen Muth zuſammennahm, aber doch dabei am ganzen Körper erbebte.
„Siehe hier,“ antwortete der Oheim, indem er an eine Caſſette trat, dieſe öffnete und eine Schrift hervorlangte,„ich will Dir nur einen Be⸗ griff davon geben, wie weit meine Macht reicht und was Deine ſogenannten Geſetze dagegen vermögen. Dieſes Platt Papier enthält eine Ordre, ausgeſtellt von dem Marſchall Davouſt, General⸗Gouverneur für die drei hanſeatiſchen Deparlements, welche allen Civil— und Militärbehörden befiehlt, Demjenigen, welcher den Auftrag hat, eine gewiſſe junge Dame, deren Signa⸗ lement näher angeg ben iſt, in Paris im Kloſter der Urſulinerinnen ſo latcegunterzubringen, bis ſie ihre thörichten Grillen abgelegt hat und zum Gehorſam zurückgekehrt iſt, allen nöthigen Schutz angedeihen zu laſſen.“
Jetz t füllten ſich die Augen des jungen Mädchens mit Thränen.„Oheim,“ rief ſie, die Hände faltend, „bei dem Andenken an meine verklärte Mutter be⸗ ſchwöre ich Sie, geben Sie mich einem ſo grauſamen Schickſal nicht preis!“
„Bleib mir mit Deiner Sentimentalität vom Leibe,“ ſagte der Lieferant rückſichtslos.„Du mußt dieſe Ehe eingehen, ſie iſt zu Deinem und meinem Glück nothwendig.“
„Ich werde an den Edelmuth des Herrn von Rou⸗ gemont appelliren— ich werde mich ihm zu Füßen ſtürzen,“ rief die Nichte.
„Stürze Dich nur lieber gleich in ſeine Arme,
an meinem Segen ſoll es dann nicht fehlen,“ ant- ſchien und deſſen Kopf nur noch wenige weiße Haare
Zeitung.
wortete hohnlachend Herr Benard.„Willſt Du aber durchaus keine Vernunft annehmen, nun gut, dann ſchicke ich Dich nach Paris. Der Graf von Rouge⸗ mont iſt ein vernünftiger Mann, er iſt über die Jahre der Unbeſonnenheit hinaus, er wird Geduld haben und warten, bis man Dir bei den Urſuline⸗ rinnen eine beſſere Geſinnung eingeflößt hat.“
„Und dennoch,“ rief Emma, welcher die Ver⸗ zweiflung jetzt wieder ihren ganzen Muth zurückge⸗ geben hatte—„dennoch werde ich Ihnen Trotz bieten und Ihre ſelbſtſüchtigen, gewiſſenloſen Pläne ſollen nicht in Erfüllung gehen!“
Indem ſie dieſe Worte ſprach, trat ſie an's Fenſter und war im Begriff, ſich in einen Seſſel zu werfen, als ſie plötzlich einen lauten Ausruf der Freude aus⸗ ſtieß und in höchſter Aufregung ihre beiden Hände gegen die Bruſt preßte..
„Gott ſei Dank,“ rief ſie, indem ſich ihre Blicke frendeſtrahlend auf die Straße richteten—„Gott ſei Dank, jetzt ſtehe ich nicht mehr allein, nun werde ich Schutz finden!“
„He, was giebt es da?“ fragte Benard, miß⸗ trauiſch näher tretend und einen Fenſterflügel auf⸗ reißend—„wer biegt da um die Ecke nach dem Gänſe⸗ markt zu?— Teufel, wie iſt mir denn, ich meine doch dieſe Geſtalt ſchon irgendwo geſehen zu haben!.. Wer iſt dieſer Schutzgeiſt, welcher Dich ſo plötzlich umgewandelt hat— he, iſt es Dir gefällig, zu ant⸗ worten?“
„Es war nur ſo eine Idee,“ antwortete Emma,
indem ſie ihre Kraft zuſammennahm, um nicht ihre Gemüthsaufregung zu verrathen.
„Eine bloße Idee?“ wiederholte ihr Verwandter, indem er einen ſtrengen, forſchenden Blick auf ſie heftete. „Wo kommt Dir denn auf einmal die Idee her, nach⸗
dem Du Dich eben geſtellt haſt, als vermöchteſt Du
keinen Gedanken zu faſſen?“
„Ich verſichere Sie—“ ſtotterte die junge Dame,
welche durch die Angſt, ihr Geheimniß verrathen zu
ſehen, immer mehr in Verwirrung gerieth.
„Und ich verſichere Dich ebenfalls,“ rief der Oheim,„daß ich meine Maßregeln treffen werde, um den Retter, welcher Dir ſo plötzlich erſchienen iſt, kennen zu lernen. den Gefallen thun, durch ſeine Leute etwas aufpaſſen zu laſſen, und ſollte mein Verdacht begründet ſein, ſollte dieſer Thalheim es wirklich gewagt haben, ſich hierher zu begeben, ſo verlaß Dich darauf—*
Herr Benard konnte nicht ausreden, denn 4 Equipage rollte heran und ein alter ſchwerfälliger
Herr, der bereits ſtark von der Gicht gelähmt zu ſein
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