Vierte Folge. V. Jahrgang.
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Vor-
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Eine Mlochenchronik für Jiteratur, Kunst, ſchöne Miſſenſchaſten und Geſellſehuſt.
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Erſcheint regelmäßig-. 7 1.„,; Leipzig, am 8. Uovember 1867. Aednenhte
jeden Freitag.
Unter der Fremdherrſchaft. für das ſchöne junge Mädchen, welches er ſoeben ver⸗
laſſen, hervorgerufen ſein mochten. . Aus dieſen Selbſtbetrachtungen wurde Georg iſtoriſch FErzä— 5—
diſ ſche Erzählung auf einmal geweckt, als er, eben einen kleinen Hohl⸗ von weg verlaſſend, jetzt plötzlich einen Mann vor ſich Carl von Keſſel. erblickte, der, auf einem alten verwilderten Weiden⸗ ſtamme ſitzend, ihn abſichtlich erwartet zu haben ſchien.
(Fortſetzung.) 5 2.„. Wenigſtens erhob er ſich ſogleich, als er ſeiner an⸗
Daß ein ſolcher Mann, welcher vielleicht täglich ſichtig wurde, und ſich mitten in den Weg ſtellend, in Gefahr kam, im Fauſtkampfe ſein Anſehen aufrecht ſagte er düſter und mürriſch:
erhalten zu müſſen, oder der ſich genöthigt ſah, mit„Ein Wort, wenn es gefällig iſt— ich habe 9 dieſem oder jenem wüſten Geſellen einen Meſſerſtich Euch hier erwartet.“
— auszutauſchen, keine Furcht kannte, werden die Leſer„So macht es kurz,“ entgegnete der Angeredete,
wohl nicht bezweifeln. Sorglos verfolgte er daher indem er dem Sprecher eben nicht freundlich ins Ge⸗ auch ſeinen einſamen Weg und wenn ſich ſeine Stirn ſicht blickte,„macht es kurz, Clas Dirks, denn was auch manchmal düſter zuſammenzog, ſo rührte es wohl Ihr mir zu ſagen habt, kann ich mir ſchon denken.“ . daher, weil ſich ihm eben jetzt bei dieſem Alleinſein„Deſto beſſer, ſo brauche ich nicht erſt viele unwillkürlich Erinnerungen aufdrängen mochten, die Worte zu verlieren, und um Worte iſt es mir über⸗ ihn nicht ohne Schmerz und Reue in die Vergangen⸗ haupt nicht zu thun!“ heit blicken ließen, und welche in dieſem Augenblick Nun, um was denn ſonſt?“ rief Georg, hell gerade durch ein beſſeres Gefühl durch ſeine Liebe auflachend und zugleich einen Schritt bei Seite tre⸗
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