Vierte Folge.
2we., HaestA
V. Jahrgang.
Eim Wordenelroni fir Titeratn. Kunzt, ſebün nnjſenſinte und Geſe lſeinſt
Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.
Teipetg, am 18. October 1867.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
Euphroſyne.
Aus Weimars gold agen
von Karl Neumann⸗Strela. (Fortſetzung.)
Die Thür ging auf; leiſe traten Thekla, Chriſtel und Heinrich an das Lager. Elsnerin von dem Auf Lächeln. men, der und eine liebliche Blume in unſer Herz pflanzt. Thekla's Rechte ruhte in der Chriſtel's. Hein⸗ rich ſtand zu Füßen des Bettes. Lange weilten ſie ſo, und aus dem blitzenden Rahmen um das Bett
einen Wink, und dieſe zog ſich geräuſchlos Schauplatz ihrer Wirkſamkeit zurück.
Hans' Antlitz mehrte ſich das glückliche Herrlich iſt's, von einem Frühling zu träu⸗
ward allmälig ein roſiger Streif— das Abendroth Die höchſten Herrſchaften und Goethe waren bereits
fruthete über Thal und Hügel.
Für Hans das Morgenroth, welches neues Leben ihm verkündete. Und er erwachte. Sein Blick traf die Frauen, doch ſchnell ſchloß er wieder das Auge;— o, ſo
weiter und weiter träumen bis zum letzten Herzens⸗
Sie gaben der Jungfer
den Winter in uns aus dem Felde ſchlägt
ſchlage!
Da beugte ſich Thekla über ihn und ihre Thränen netzten ſeine Wange. Und da ſchnellte er vom Kiſſen empor und ihre Blicke trafen ſich— ja, der Frühling war gekommen, der Winter entflohen, Morgenroth in der Stube und im Herzen!
Worte, wozu Worte? Hier redeten unhörbare Stimmen, die Hände redeten, die ſich faßten, die Augen, die ſich vermählten. Nur das ſtammelte Hans:„Wem danken? Wem?
Auf Chriſtel deutete Thekla, auf die Spenderin des Frohſinns und der Heiterkeit. Und aufjauchzte Hans:„Euphroſyne! Euphroſyne!“.
Eins aber beinträchtigte das berauſchende Glück: Beckers mußten am nächſten Tage Lauchſtedt verlaſſen.


