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Vierte Folge. V. Jahrgang.
Cine Mochenckronik für iteratur, Kunst, ſchöne Miſſenſchaften und Geſellſchaſt.
Erſcheint regelmäßis 1..n Aate 4 Licheint Kegelmüßig Leipzig, am 11. October 1867. aenn wennte
jeden Freitag.
„Nein, nein, ſie iſt geſund, das Kind auch—
Euphroſyne. V
Gott Lob!— Ich komme, um mich anzuklagen. Ich vergaß mich. Mein leidenſchaftliches Temperament
„Was werde ich hören!“ Dann beichtete Jener, was ſich auf der Höhe be⸗ geben habe. Mit keiner Sylbe unterbrach Goethe,
Aus Weimars goldnen Tagen hat mich verleitet.“ von
Karl Neumann⸗Strela.
(Fortſetzung.). 1 M 5 doch als das Geſtändniß beendet, da rief er, die Eben war Goethe aus den herzoglichen Gemä⸗ Hände ballend:„Philipp!“ chern zurückgekehrt. Ihn verlangte nach Ruhe; um Der Diener riß die Thüre auf. ſich entkleiden zu laſſen, ſchellte er dem Diener.„Du gehſt ſogleich zu Beuther. Er wird augen⸗
Dieſer kam mit der Meldung, daß Herr Becker, um blicklich zur Wilberg laufen. Sie ſoll über Nacht gnädiges Gehör bittend, auf dem Corridor ſtehe. packen und aus Lauchſtedt verſchwunden ſein, wenn
„Herr Becker?“ fragte Goethe erſtaunt.„Um die Sonne wieder ſcheint. Verſtanden? Wenn es dieſe Stunde? Was iſt vorgefallen?— Er mag ein⸗ ihr an Reiſegeld gebricht, wird Genaſt ſofort zahlen.
treten.“ Eile, Philipp!— Sie, unbeſonnener Mann, gehen Heinrich erſchien. Sein Antlitz war marmor⸗ Ihrer Strafe entgegen. Becker, welche Thorheit! bleich, ſeine Kniee ſchlotterten.„Excellenz“— ſtam⸗ Was das Gericht über Sie verhängen wird, kann ich melte er. nicht wiſſen— ich habe Ihnen kraft des Theaterge⸗ „Euphroſyne—“ Der Dichter rief's, ihm ahnte ſetzes acht Tage Stubenarreſt zu dictiren.“ Er durch⸗ etwas Entſetzliches. ſchritt das Zimmer, er griff zuweilen nach ſeiner .


