Vierte Folge. V. Jahrgang.
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Eine Mochenchronik für Niterntur, Aunst, ſchöne Sdliſſenſchaften und Geſellſchaft.
rſcheint regelmäßi:; Ab sprei Erſcheint regelmäßig Le 1p zig„ am 24. Auguſt 1867. bannn dſtaſe⸗
jeden Freitag.
nicht gleich erſchienen wären, und Corona, die das
Euphroſyne. Feuſterchen geöffnet hatte, war nun den Colleginnen
beim Einſteigen behülflich. Aus Weimars goldnen Tagen War das ein Drängen und Lärmen auf dem
von Theaterplatz! Der Wagen konnte kaum vorwärts Karl Neumann⸗Strela. kommen, und der nicht allzu höfliche Roſſelenker ſchlug
Gorſſezung) mit der Peitſche nach rechts und links, es war ihm
gleich, wo er hintraf.„Beſter Herr Caſſirer, für
Der Wagen, welcher vor dem Hauſe hielt, war mich wird doch noch noch ein Plätzchen ſein?“„Her⸗ ſchwarz angeſtrichen und hatte hinten in der Thür zeusguter Herr Wohlgemuth, wir ſind doch immer ein einziges rundes Fenſterchen, das ſich öffnen ließ. gut Freund geweſen, es muß gehen, wir rücken ganz In jener anſpruchsloſen Zeit fand man dieſen Theater⸗ zuſammen!“„Lieber Caſſirer, kennen Sie mich denn wagen, der die Schauſpielerinnen nebſt Gepäck nach nicht mehr? Mein Gott! wir haben ja im Adler⸗ dem Muſentempel brachte, trotz der harten Sitze und zuſammen Schafskopf geſpielt,'s iſt ja noch gar nicht der ewigen Dämmerung darin bequem und angenehm; lange her!“„Heda, Wohlgemuthchen, für mich iſt wie würden aber wohl unſere Mimen die Geſichter jedenfalls noch was da! Erſte oder zweite Galerie, verziehen, wie oft würden ſie knapp vor Beginn der oder Sperrſitz oder Parterre, einerlei, nur her damit!“ Vorſtellung ohnmächtig oder gar ſterbenskrank werden,„Freundchen, bitte, bitte, auf ein Wort! Wollen wenn ſie in dieſem„Marterkaſten“ oder„Schinder⸗ Sie morgen eine kräftige Suppe bei uns eſſen? Wie karren“ Platz nehmen ſollten?— Der Roſſelenker wär's mit einem Sperrſitzplätzchen? Sie kommen doch, fluchte und tobte, weil die Madame und die Mamſell Freundchen, ganz unter uns. sans géne!“ Der ſo be⸗


