Jahrgang 
27-52 (1867)
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Vierte Folge.

2AuSEN

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Gine Mochenchronik für Titeratur, Kunst,

Leipzig, am 9. Auguſt 1867.

Jahrgang.

ſchöne iſſenſchaften und Geſellſchaſt.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Euphroſyne.

S

Aus Weimars goldnen Tagen

von Karl Neumann⸗Strela. (Fortſetzung.)

Das Haus, welches der Baron bewohnte, lag am obern Park. In die Zimmer des Erdgeſchoſſes theilten ſich Cornelia und Hans; den erſten Stock hatte der Baron inne, nur war der Haushälterin ein Stübchen nach dem Hofe eingeräumt worden.

Jetzt ſtieg Herr Hans, nachdem er auf der Flur einen Hund begrüßt, die mit einem Teppich belegte Treppe empor. den Kopf.

Leuchten! befahl der junge Herr. er, ohne zu pochen, in das Zimmer des Papas.

Bon soir, cher papa! Sie ſind noch außer Bett? Und warum leſen oder ſchreiben Sie nicht, warum

Aus der Kammerthür ſteckte die Magd

Dann trat

machen Sie nicht mit dem Stallmeiſter von Stein

eine Partie Tarok⸗Hombre? Immer dieſes kopfhänge⸗

riſche Grübeln! Mon Dieu, Sie müſſen ſich wirklich entſetzlich langweilen!

Dieſer naſeweiſen Bemerkung hätte nun wohl ein anderer Papa ein Donnerwetter folgen laſſen, allein Papa Baron erwiderte darauf nichts, er biß ſich ſogar, ſeinen innern Aerger nicht laut werden zu laſſen, auf die Lippe.

Herr Hans ſteckte beide Hände in die Taſchen ſeines violettſammtenen geſtickten Rockes und wiegte ſich auf den rothen Abſätzen.

Vraiment, Weimar iſt ein langweiliges Neſt. Wäre nicht das Theater, ich würde hier vergehen. Und doch ein Glück, Papa, daß wir nicht Berlin, Wien oder Paris wählten, daß wir nicht

Haſt Du darüber zu beſtimmen? brauſte der Baron auf.Und was redeſt Du vom Theater? Was kümmert Dich das Theater?

Lächelnd ſah der Sohn ihn an. Bevor er dieſe Frage beantwortete, ſtrich er mit zwei Fingern ſeiner