Jahrgang 
27-52 (1867)
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Suamen vermiethet ſind.

jetzt ihren höchſten Punct erreicht haben und daß die Mieth⸗

Vierte

Fr.); Porträt des Marquis von Leganes von Van Dyck (14,200 Fr.); ein männliches Porträt von Demſelben(73,000 Fr.); eine flamändiſche Kirmeſſe von David Teniers dem Jüngern(24,000 Fr.); der Cavalier bei einem Beſuche von Terburg(35,000 Fr.); der Tod des Achilles von Rubens

(15,700 Fr.); der Zorn des Achilles von demſelben(16,400

Fr.); Dorfbewohner von Dieben angegriffen von Wouver⸗ mans(7,800 Fr.); eine Landſchaft von Weenix(8,000 Fr.); Eintritt in einen Wald von J. Ruysdael(15,400 Fr.); Obſt und todte Natur von Snyders(10,200 Fr.); Por⸗ trät eines Edelmanns von Terburg(10,000 Fr.) u. ſ. w.

Kurz, dieſe Verſteigerung macht in der Kunſtgeſchichte Epoche und ſie verdiente daher, daß wir unſern Leſern Nä⸗ heres über dieſelbe mittheilten.

Hauszins in Uemyork.

Am Broadway giebt es zwiſchen der Battery und Union Square ungefähr 900 Häuſer, deren Werth auf der Steuerliſte Kirchen und öffentliche Gebäude ausge⸗ nommen nur zu 51,300,000 Dollar veranſchlagt iſt. Wenn man dagegen den Werth derſelben nach dem Miethzins, den die Hausbeſitzer dafür fordern, abſchätzte, ſo würde man finden, daß 500,000,000 Dollar denſelben viel richtiger bezeichneten. Aſtor⸗Houſe iſt z. B. nur zu 700,000 Dollar in der Steuerliſte, während Herr Stetſon für das Hötel und Zubehör allein jährlich 60,000 Dollar Miethe bezahlt und die dabei nicht eingeſchloſſenen Kaufläden ebenfalls für große Es iſt unmöglich, ein einziges Zimmer in einem neuen Gebäude in Broadway, das zu einem Geſchäft geeignet iſt, für eine geringere Summe als 1000 Dollar jährlich zu miethen, und in manchen Fällen bringen jetzt Häuſer ſo viel Zins ein, wie der Neubau derſelben vor fünf Jahren koſtete. Nicht blos am Broadway, ſondern überall in Newyork und Brooklyn haben die Hausbeſitzer ihre Miethpreiſe ſehr erhöht, und zwar weit über die von den Steuerbeamten feſtgeſetzten Preiſe, welche gewöhnlich nur die Hälfte der wirklichen Preiſe ſind. Häuſer, welche vor

wenigen Jahren zu 300 Dollar und wie man glaubte, ſehr

theuer vermiethet waren, ertragen jetzt einen Miethzins von 1000 Dollar und mehr. Man glaubt, daß die Hausbeſitzer

preiſe bald ſinken müſſen. Häuſer, welche ſeit langer Zeit zum Verkauf angeboten waren, werden jetzt vermiethet und daher hat der Miether die Auswahl unter einer Menge ſchöner Wohnungen. C.

Misrellen. Einer der Kurfürſten und Erzbiſchöfe von Mainz hatte chlimme Angewohnheit, häufig zu fluchen, und ſein Htvater ſtellte ihm eines Tages vor, wie unpaſſend dies

einen geiſtlichen Chaͤrakter ſei.

iſt Der Kurfürſt entſchuldigte ſich damit, er fluche nur

ßürſt, nicht aber als der Biſchof. en* mag ſchon wahr ſein, entgegnete der Beicht⸗ ein wenn der Fürſt einſt des Fluchens wegen in zummt, was wird deun aus dem Biſchof? r.

aranth von Redwitz wurde vor einiger Zeit in's e überſetzt wie es ſcheint, für den Gebrauch schterſchulen und Penſionate; wir heben daraus

es köſtlich gelungene Stelle hervor:

Folge. 479 Es muß was Wunderſames ſein Um's Lieben zweier Seelen heißt da in der franzöſiſchen Uebertragung: Chose étonnante merveilleuse Que l'amour de deux âmes Qui s'aiment dans une union légitime!!!

r.

Ein bekannter englicher Gelehrter, Dr. Maginn, hatte einſt einen Freund zu Tiſche, der ihn ſehr über den ausge⸗ zeichneten Geſchmack und die unvergleichliche Blume ſeines Weines becomplimentirte und ihn dringend bat, ihm die Adreſſe des Weinhändlers mitzutheilen, von dem er ihn bezöge.

Ach, ich bekomme ihn aus einem Hauſe dicht nebenan, allemal, wenn ich welchen brauche; das Höôtel heißt, glaube ich,the London Tavern..

Ein capitaler Weinkeller, entgegnete der Freund, das läßt ſich nicht anders ſagen; aber müſſen Sie nicht einen unverhältnißmäßig hohen Preis dafür bezahlen?

Das weiß ich wahrhaftig nicht, entgegnete der Ge⸗ lehrte ganz naiv;ich glaube, ſie ſchreiben das Alles in ein Buch. r.

Ein Spaßvogel wollte den berühmten Naturforſcher Cuvier erſchrecken und erſchien eines Nachts als Geſpenſt mit einem Ochſenkopf vor deſſen Bett. Cuvier erwachte und ſah die greuliche Erſcheinung mit feurigen Augen und lech⸗ zender Zunge vor ſich ſtehen. 1

Was willſt Du denn von mir? fragte er.

Dich freſſen, brüllte das Geſpenſt.

Mich freſſen? rief der Gelehrte.Die Huf- und Hörnerträger ſind nur grasfreſſende Thiere, Du kannſt alſo mit mir nicht fertig werden. Mach, daß Du fortkommſt!

Das Geſpenſt wußte hierauf auch weiter nichts zu er widern und ging ſeiner Wege. r.

Vom deutſchen Büchermarkt.

Haus und Volk. Von Georg Horn. Hannover, bei Carl Rümpler. 1867.

Ein vierbändiger Roman aus dem 18. Jahrhundert, welcher nach modernem Zuſchnitt reich mit Thaten und Perſonen verſehen iſt und in ſeiner Anlage für das große Publicum die geſchickte Durchführung ſpannender Verwicke⸗ lungen und Entwirrungen verräth. Das Terrain iſt zum Theil Italien und es wird darin Venedig mit Terrainkennt⸗ niß geſchildert. Die mittelpunctliche Perſon iſt der Kurprinz und nachherige Kurfürſt Carl Albrecht von Baiern, der Sohn Max Emannels, deſſen Mutter die Tochter Sobiesly's war.

Die damalige Zeitepoche bot dem Verfaſſer viel Bewe⸗ gung und die Völkerſchickſale, meiſtens trauriger Natur, ſtanden im bunten Wechſel mit eben ſo merkwürdigen erfahrungstrüben Lebensläufen hervorragender einzelner Perſönlichkeiten. Dieſe an Coſtum und Facta reiche Pe⸗ riode, in welcher ſich die intriguanteſten Einflüſſe Frankreichs geltend machten, hilft den Hintergrund dieſes Romans beleben, wozu noch die Wirren der Religion und deren Verfolgung, namentlich in Salzburg und Italien, treten.

Da es jetzt üblich iſt, die Perſonen mehr in breiten Contouren zu zeichnen, als ſie pſychologiſch zu ſchattiren, ſo iſt es nicht zu verwundern, daß ſich auch dieſe Arbeit dieſem ſehr ausgiebigen Genre anſchließt. O. B.