Vierte Folge.
Gine Nlochenchronik
Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.
ſür Jiteratur, Aunst, ſchöne Miſſenſchaſten und Geſellſchſt.
Leipzig, am 5. Juli 1867.
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Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
Isländiſch Moos.
Novelle von Hans Adolf Münnich. (Fortſetzung.)
Städte und Dörfer giebt es eigentlich auf Is⸗
land gar nicht, indem man ſich ganz vereinzelt nach
dem Bedürfniß und der Beſchaffenheit des Bodens angebauet hat; der einzige ſtadtähnliche Ort iſt Reik⸗ javik(Rauchbucht) an der Weſtküſte, am Faxefjord, das zugleich der Sitz des Biſchofes iſt und ſiebenhun⸗ dert Einwohner, eine Bibliothek von achttauſend Bänden, eine königliche isländiſche Geſellſchaft, eine Sternwarte und eine Apotheke hat. Selbſtverſtändlich geht daraus hervor, daß es auch der Zuſammenfluß
des wenigen Handels und Wandels iſt, der ſich bei
der dürftigen Beſchaffenheit des Landes geſtalten kann; der Boden bietet zu wenig, um ſeinen Bewoh⸗
(ner zum Gewerbfleiß aufmuntern zu können— der Getreidehandel fällt weg, da kein Getreide auf der Inſel gedeiht, und da es keinen Baum auf Island giebt, fehlt der Holzhandel und überhaupt jede Hand⸗ thierung in Holz. Nach glaubhaften Nachrichten ſollen beide, ſowohl Holz als Getreide, früher im Banne der Inſel ihr Gedeihen gefunden haben; allein das Klima ſcheint ſich fort und fort zu verſchlimmern und das Pflanzenreich bietet ſo nur nutzbare Flechten und in Gärten und bei ſorgfältiger Pflege das nöthigſte Gemüſe; ſelbſt der Hanf gedeiht im Banne der Inſel nicht und Norſen Kordrauſon hatte vielleicht Recht, wenn er ſagte:„Wozu ſollen wir den Hanf? Im red⸗ lichen Island giebt es ja doch Nichts zu hängen! Das wollen wir anderen Ländern überlaſſen, in denen er aber trotz ſeiner Menge nicht genugſam gediehe, wenn man die großen und die kleinen Spitzbuben auf gleiche Weiſe regaliren wollte!“ Die Wohnungen beſtehen in niedereu, mit Moos aus⸗n A mit Raſen gedeckten Hütten von Taenſuchen!“ (Brod gilt für einen Leckerbiſſen
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