Jahrgang 
1-26 (1867)
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V. Jahrgang.

Eine Wncenärnm für Titerat ur, Kunst, ſchöne Tliſſenſchaften und Geſellſchaſt.

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig, am 21. JZuni 1867.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Islündiſch Moos. Novelle Hans Adolf Münnich. (Fortſetzung.)

Dicht bei den Reitern ſenkte ſich der Weg hinab in eine Art von Schlucht, die ſich hinabzog bis an das Meer, welches, eingeengt zwiſchen zwei Felſen⸗ ſpitzen, die wie Arme hinausgriffen in die weite Fluth, ſchäumend, wie unwillig, den Fuß der Felſen peitſchte. Das war die Bucht von Iſefjord und auf ihren ſchaumgekrönten Wogen ſchaukelten ſich eine Anzahl von Fiſcherkähnen, deren Inſaſſen eben beſchäftigt waren, die Segel einzuziehen und die vollen Netze an das Ufer zu tragen. Ein Sückchen weiter das Land hinauf ſtand eine kräftige, gedrungene Mannes⸗

Haare lag die zottige Pelzmütze, das Antlitz war ge⸗ bräunt von Sonne, Sturm und Arbeit, aber aus den Augen ſchauten Freundlichkeit und Gemüthlichkeit und um die Lippen ſpielte ein Lächeln, das gute Weile im Hauſe verſprach; die kurze, blaue Jacke, das

ſchwarze Sammetbeinkleid und der hohe Stiefel hoben

vortheilhaft die markigen Glieder Knut Hioreif's,

denn das war der einzelne Mann in der Schlucht,

hervor. Als die beiden Reiter den Berg herabgetrabt waren, hörten ſie den Syſſelmann mit lauter, tönender

Stimme, die von unendlicher Kraft zeigte, aber doch

einen gewiſſen Grad von Weichheit in ſich ſchloß, zu einem Schiffer ſ ſagen, der eben aus ſeinem Nachen ſtieg:

Nun, Klaus Harmſen, wie war der Fang?

Gut, Syſſelmann, zwei Netze haben wir über⸗ voll!

So gehet in's Haus, entgegnete Knut Hioreif,

eund laßt Euch von der Schaffnerin Speiſe und Trank

geſtalt, ſo recht das Bild eines markigen, ächt islän⸗ efn, denn heute iſt der Edda Namenstag, und ich

diſchen Bauern, meinte Norſen; auf dem ſchon grauen will

, daß wenn die Herrſchaft ſich freuet im Hauſe,