Jahrgang 
1-26 (1867)
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hierüber zu geben. Umſonſt fragte ich drei bis vier ander Reiſende Niemand wußte es. Was nun thun? Da ich durchaus keine Luſt hattte, nach Batavia, Tonavinda, Canandaigua oder ſonſt an einen unrechten Ort zu kut⸗ ſchiren, ſo wendete ich mich an einen Krämer in einem Victualienladen in der Nähe des Bahnhofs, der denn auch ſo gefällig war, mich zurechtzuweiſen und in einem Waggon zu inſtalliren. Bei der Weiterfahrt fiel der Schnee in ſolchen Maſſen, daß es unmöglich war, auch nur das Ge⸗ ringſte von der Gegend zu erblicken; dazu wurde es bald dunkel an jeder Station ſtiegen die Reiſenden in Menge aus, ſo daß ich endlich in dem ungeheuren Waggon mit einem Touriſten ganz allein blieb. In Lakeport mußten wir aus⸗ ſteigen und uns in den Zug verfügen, welcher uns zum Nia⸗ gara führen ſollte; der ganze Zug beſtand aus einem einzigen Waggon, in dem blos der Engländer und ich ſaßen.

Plötzlich hielt die Locomotive, ohne daß wir wußten, weshalb; tiefe Finſterniß umgab uns und wir vernahmen ein fernes Brauſen, als ob der Sturmwind in den Wipfeln eines Waldes ſauſe. Jetzt ruft uns der Schaffner an:

Wünſchen die Herren über die Brücke zu fahren?

Ueber welche Brücke?

Ueber die große Hängebrücke, denn eigentlich müſſen wir Sie am jenſeitigen Ufer des Niagara abſetzen, aber ge⸗ wöhnlich ziehen es die Reiſenden vor, hier abzuſteigen und zu Fuß dieſe Tour zu machen.

Mein Reiſegefährte ſtieg aus und ich folgte mechaniſch ſeinem Beiſpiel; wir entdeckten nichts Sichtbares in der Nähe, als ein fernes Licht, auf das wir zuſteuern wollten gleich bei den erſten Schritten ſtürzten wir jedoch in einen Schlammgraben. Mein Gefährte fluchte, ich lachte, aber wir ſtanden Beide rathlos da.

Wo ſind wir denn eigentlich und wo können wir ein Unterkommen finden? frug ich den Schaffner.

Ich muß erſt den Zug in die Remiſe bringen, warten Sie ein Bischen.

Wir mußten uns alſo eine Viertelſtunde gedulden und froren gehörig, bis endlich unſer Führer erſchien und un ebenfalls unter Dach und Fach in einem ſehr großen Hötel brachte, wo wir einen warmen Ofen, reichliches und gutes Eſſen und treffliche Betten fanden, ſo daß ich ſehr gut geſchlafen haben würde, wenn mich das dumpfe Toſen des Kataraktes nicht geſtört hätte. Ich ſtand ſchon vor Tage auf und rannte ungeduldig durch die ausgedehnten Räume des Hötels, wo im Sommer oft über ſechshundert Reiſende zugleich wohnen. Ich ſtellte mich an's Fenſter und blickte nach der Seite hin, wo das Donnergerolle herzukommen ſchien, da ich hoffte, die erſten Sonnenſtrahlen würden den Waſſerfall beleuchten und ſichtbar machen, aber es war nichts, ich be⸗ merkte blos Häuſer und Wege mit tiefen Wagengleiſen das Haus war zu weit vom Niagara entfernt.

Als ich hinabkam, ſah ich eben meinen Reiſegefährten abfahren, der ſich wahrſcheinlich gleich bei der Ankunft einen Wagen beſtellt hatte und mich jetzt mit einem ſchadenfrohen Lächeln grüßte. Erſt um 10 Uhr Vormittags gelangte ich ebenfalls zu einem Wagen und einem Führer. Nur ſelten blitzte ein Sonnenſtrahl durch die Wolken und ein eiſiger Nordwind wehte den friſchgefallenen Schnee zu großen Haufen zuſammen, ſo daß meine Pferde nur im Schritt vor⸗ wärts konnten. Das Getöſe des Waſſers wurde immer lauter, je näher wir kamen und ich lehnte mich tief in den Wagen zurück, bis mir der Führer gemächlich ſagte:Da iſt der Katarakt!

Folge. 317

Ich blieb lange Zeit wie verſteinert und ſtarrte in ſtummer Verzückung darauf hin, ich dachte nichts, ich be⸗ trachtete nur wie erſchrocken dieſe herabſtürzende Waſſermaſſe, dieſe ſchwindelerregenden Abgründe! Als ich das erſte Mal den Ocean geſehen, war es an einem ſchönen Frühlingstag, wo die ruhigen, ſich ſanft kräuſelnden Wellen den Sand der Düne liebkoſend umſpielten ich fühlte mich enttäuſcht, das Schauſpiel kam mir nicht großartig genug vor; hier aber überſtieg der Anblick meine kühnſten Träume!

Vor einer Stunde hatte ich die ſchönen Abbildungen an den Wänden des Speiſeſaales im Hötel bewundert, welche den Niagara im Sommer mit ſeinen herrlichen Uferdecora⸗ tionen von grünen Baumgruppen, zierlichen Häuſern, wohl⸗ gepflegten Wegen und eleganten Reiſenden darſtellen jetzt ſah Alles ganz anders aus! Vor meinen Augen entrollte ſich ein unheimliches, düſteres Bild: die Felſen am Ufer waren mit Eis bedeckt, die ganze Gegend mit einer Schnee⸗ decke überzogen, aus der nur einzelne kahle Bäume hervor⸗ ragten, dazu der ungeheuer breite Strom, der ſich mit be⸗ täubendem Lärm in den Abgrund hinabſtürzte und in weißen Schaum verwandelte, welcher das ganze Ufer weithin näßte, als ob das Meer ſeine Dämme durchbrochen habe und die Welt zu verſchlingen drohe.

Ich gab nur mit Widerwillen dem Andringen meines Führers nach, dem das erhabene Schauſpiel durchaus nicht denſelben Enthuſiasmus einflößte; er führte mich zu dem noch geſpannten Seil, auf welchem Blondin nicht den Waſſerfall, denn das wäre unmöglich, ſondern den Niagara weiterhin überſchritten hatte. Dann betrat ich die große Hängebrücke, ein wahres Wunderwerk der menſchlichen Kühnheit; ſie iſt 250 Meter lang und ſchwebt in einer Höhe von 80 Metern über dem Fluſſe. Ich folgte natürlich dem Fußwege, denn die darüber hinlaufende Etage iſt die Eiſenbahnbrücke.

An dem Ufer von Canada angelangt, ſah ich zu meiner Linken denVereinigten Staatenfall und demſelben gegen⸗ über das Hufeiſen des Hauptfalles; auch hier hatte der Staub⸗ regen des Falles den Schnee überall mit Glatteis überzogen. Jetzt erleuchtete ein Sonnenſtrahl die Scene und bildete einen Regenbogen in dem ſtürzenden Waſſer, die Felſen blitzten unter ihrem Eisüberzug und die überall hängenden rieſigen Eis⸗ zapfen ſtrahlten wie Diamanten.

Jetzt kam ein Neger herbei und machte mir das Aner⸗ bieten, mich unter der Biegung hinzuführen, welche die Ge⸗ wäſſer des Erieſees machen, um dann den Niagara zu bilden; ich ging trotz der Abmahnungen meines Führers darauf ein.

Vom Kopf bis zu den Füßen in ein waſſerdichtes Ge⸗ wand gehüllt, Eisſtacheln an den Fußſohlen und mit einem eiſenbeſchlagenen Stocke verſehen, betrat ich das ſpiegelglatte Ufer. Die erſten Schritte waren leicht, aber bald wanderte ich zwiſchen glatten, ſchlüpfrigen Felſen, an die ich mich ver⸗ geblich klammern möchte, um das Gleichgewicht zu bewahren, denn der geringſte Fehltritt würde uns in den Abgrund ſtürzen. Im Sommer iſt die Sache leichter, denn ein in den Felſen gehauener Weg iſt vorhanden, aber an Schwindel darf man natürlich nicht leiden.

Endlich wird unſer Weg etwas weniger gefährlich, wir ſchreiten durch die Eisgebilde hin, die wie Stalaktiten um uns herabhängen der Neger ſtößt eins davon mit ſeinem Stabe herunter, welches mit furchtbarem Gepolter in Stücke bricht. Einige Schritte weiterhin begegnen wir einem Mu⸗ latten, der einen Reiſenden führte, in dem ich trotz der Ver⸗ hüllung den Engländer erkannte.