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Dierte
folgenden Tage frühmorgens in dem Hauſe des Kaufmanns einfinden ſollten, ohne daß eine einzige Perſon fehlte. Auch dies geſchah. An demſelben Morgen kam Laviné zu dem Kaufmann, indem er in ſeinen Händen einen ganz ſchwarzen Hahn und eine alte ganz ſchmierige Scharteke trug, welche er für ſein Zauberbuch ausgab.
Sobald er eingetreten war, fragte er den Kaufmann, ob alle Leute ſeines Hauſes da wären. Als dieſer die Frage be⸗ jaht hatte, ſo ließ Laviné Alle in einem Zimmer zuſammen⸗ kommen. Ein anderes Zimmer war dieſem gegenüber und Laviné bat den Kaufmann, die beiden Zimmer wohl zu ſchlie⸗ ßen, ſo daß ſie ganz dunkel wären, worauf er mit lauter Stimme in einer fremden und ganz unverſtändlichen Sprache einige Stellen aus ſeinem Zauberbuche vorlas. Sodann
theilte er mit lauter Stimme dem Kaufmann mit, daß er wiſſe, daß der Dieb ſeiner Louisd'or in dem Zimmer wäre.
Er werde ihn bald aus dem Krähen ſeines Hahnes erkennen, welcher nie die Sache verfehle, doch bäte er ihn, nicht zu er⸗ ſchrecken, wenn der Teufel den Dieb hole; denn, ſagte er, es iſt dies ſein Lohn und der Teufel thut nie etwas umſonſt. Dies ſagte er mit einer Miene, welche die Ungläubigſten hinter ldas Licht führen konnte. Hierauf beſtrich er in der Dunkelheit, ohne daß es Jemand ſah, den Rücken ſeines Hahnes mit Ruß, und indem er ſich an die Thür des Zimmers ſtellte, welches dem gegenüber lag, wo alle Leute des Hauſes ſich befanden, ſo rief er ſie alle, einen nach dem andern, beim Namen, indem er ihnen befahl, daß ein Jeder im Vorbei⸗ gehen vor ihm die Hand auf ſeinen Hahn lege, welchen er an ſeinen Füßen hielt, indem er ſie nach ſeinem untrüglichen Zauberbuch verſicherte, daß der Hahn, ſobald er die Hand des Diebes auf ſeinem Rücken ſpüre, krähen würde, und„habt Acht,“ ſagte er,„auf die Klaue des Teufels, welcher ihn wie eine Fliege davon tragen wird!“
Es traf ſich nun, daß eine Magd zugegen war, welche den Diebſtahl begangen hatte. Trotzdem ſie ſich aber ſchuldig fühlte, wollte ſie doch die Probe lieber beſtehen, als die That eingeſtehen, und kam daher auf einen liſtigen Einfall, um zu verhindern, daß der Teufel ſie, wenn der Hahn unter ihrer Hand krähete, davon trüge. Sie beſchloß, unter dem Schutze der Dunkelheit vorbeizugehen, ohne den Hahn zu berühren. Laviné ruft nun alle Leute des Zimmers auf und ſagt zu ihnen, während ſie vorbeigehen, daß ſie mit der Hand über den Hahn ſtreichen ſollen. Jeder that es ganz beherzt, mit
Ausnahme der ſchuldigen Magd, welche mit der Hand am
Hahne ſeitwärts vorüberſtreifte, ohne ihn zu berühren, ſo daß dieſe Muſterung kein Krähen des Hahnes bewirkte. Doch Laviné ließ jetzt alle Fenſterläden dieſes Zimmers öffnen und befahl einem Jeden, ſeine Hand offen herzuhalten; die Hand Aller war ganz ſchwarz von dem Ruße, welcher auf dem Rücken des Hahnes war, und nur die der Magd war weiß. Sofort ſchrie Laviné:„Hier iſt die Diebin der Louisd'or; ich will ſogleich den Teufel rufen, daß er ſie hole.“ Die Magd war ſo beſtürzt, daß ſie kniefällig um Verzeihung bat, den Diebſtahl geſtand und die Louisd'or herausgab.
Eine Erklürung des Bankmeſens. Des alten Herrn Lefevre Erklärung der Theorie des Bankweſens gegen einen Kunden, deſſen Soll das Haben gewöhnlich überſchritt, kann ſich ſicher der beſten Abhandlung
„ über dieſen Gegenſtand zur Seite ſtellen. Er lauerte dem
Kunden auf, und als er ihn eines Tages an der Caſſe fand,
Solge. 223 ſagte er zu ihm:„Herr Y., Sie und ich, wir müſſen uns etwas beſſer zu verſtändigen ſuchen, als wir es bis jetzt zu thun ſcheinen. Ich beſorge, Sie verſtehen nicht, was das Weſen des Bankgeſchäfts eigentlich iſt; erlauben Sie mir, daß ich es Ihnen ſagen darf. Es iſt mein Geſchäft, für Ihr Geld Sorge zu tragen, aber ich finde, daß Sie ſich immer mit der Sorge für mein Geld beſchäftigen. Das iſt aber nicht das Bankweſen, Herr Y.; es muß umgekehrt ſein— ich bin der
Banquier, nicht Sie. Sie verſtehen mich jetzt, Herr Y.; ich bin überzeugt, daß Sie es thun. C. Naivetät.
Karoline L..... iſt ein kleiner, kaum ſieben Jahre alter Dämon voller Poſſen und Geiſt, von jenem Geiſt der Kinder, der ſich ſelbſt nicht kennt und den darzuſtellen Niemand ver⸗ mag, weil Gavarni ſich nicht mehr unter den Lebenden be⸗ findet.
Madame C...., die Mutter dieſes kleinen wilden Mädchens, führte ſeit langer Zeit einen wichtigen Proceß, von deſſen Ausfall der größte Theil ihres Vermögens ab⸗ hing.
3 Man kann ſich leicht die unaufhörliche Aengſtlichkeit der jungen Mutter vorſtellen.
Leider meldet man ihr eines Abends, ihr Proceß ſei in letzter Inſtanz verloren worden.
„O, Mama,“ ſagt die kleine Karoline,„wie zufrieden bin ich, daß dieſer abſcheuliche Proceß verloren gegangen iſt, der Dir ſo viel Qual verurſacht hat.“
Die arme Mutter lächelte unter ihren Thränen über dieſen unſchuldigen Einfall ihres Kindes. C.
Der Herzog Wellington.
Der Herzog Wellington war ein ſehr ſchlechter Tänzer. Bei einer Gelegenheit tanzte er mit einer Gräfin, die ihr Er⸗ röthen über ſeine lächerlichen Stellungen und Fehler nicht verbergen konnte. Als er ſie an ihren Seſſel zurückführte, bemer kte er:„Die Thatſache iſt, Madame, daß meine Stärke nicht ſowohl darin beſteht, ſelbſt zu tanzen, als vielmehr Andere tanzen zu laſſen.“ C.
Misrellen.
Brusquet, der Hofnarr Franz des Erſten, hatte ein Buch, das er den Kalender der Narren betitelte. Er ſchrieb die Namen aller derer hinein, die er für Thoren hielt. Unter andern gab er darin dem Kaiſer Karl dem Fünften eine Stelle, weil er ſo thöricht ſei,„durch Frankreich reiſen zu wollen, da doch der König Franz ſich ſeiner bemächtige konnte, um wegen ſo vieler von ihm erlittenen Unbilden Rache zu nehmen.“ Wie nun der König ihn verſicherte, der Kaiſer habe nichts zu befürchten, und er wolle ihn in aller Sicherheit durch Frankreich nach Spanien gehen laſſen, ſagte Brusquet: Wenn dem ſo iſt, ſo ſtreiche ich Karl den Fünften aus meinem Kalender wieder aus und ſetze Franz den Erſten an ſeine Stelle.
Im Anfange der Revolution erhielt Murat die Stelle eines Officiers im Regimente der Ardennen im ſüdlichen Frankreich. Er war ein wüthender Jacobiner, ob er gleich von dieſen wenig unterſtützt wurde. Unvorſichtige Aeuße⸗ rungen ſollten ihm Strafe zuziehen. Er deſertirte daher und
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