Vierte Folge. No. II. V. Jahrgang.
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Eine Mlochenchronik für Niteratur, Kunst, ſchöne Miſſenſchaften und Geſellſchnft.
Erſcheint regelmäßig..„ Abonnementspreis jeden Freitag. Leipzig, am 15. Mlärz 1867. Jährl. 5 ⁄ Thlr.
bje 2. Sie kam zurück in das Vaterhaus und überließ es Der verhüngnißvolle Schuh. der Zeit ihren Schmerz zu vergeſſen. — Die Verlobung des Major Edwards mit der
Erzählung aus dem amerikaniſchen Kriege ſchönen Virginierin erregte überall großes Aufſehen,
1 obgleich man dieſes Ereigniß allgemein erwartet hatte. ſ. von Seine Cameraden eilten herbei ihm Glück zu wünſchen, ünf Otto Heuſinger. und auch der General nahm lebhaften Antheil an
(Schluß.) dem Glücke ſeines Adjutanten. Und auch Edwards
war überglücklich zu nennen; wenn er am Arm Helena's Edwards bemerkte den Seelenſchmerz Emiliens durch den Park ging, fühlte er ſich ſo ſtolz, ſo reich,
gr. und wiſchte ſich eine Thräne aus den Augen, doch er hatte ſeinen höchſten Wunſch erreicht, er hatte — dann, als habe er ſich auf einer Schwachheit ertappt, Helena, die ſchöne Südländerin, beſiegt. Und auch f umarmte er die glückliche Braut und küßte ihre Stirne. ſie liebte ihn mit der ganzen Zärtlichkeit eines Weibes; für Emilie entfernte ſich ſtillſchweigend, nur von Edwards doch öfters, wenn ſie allein war, füllten ſich ihre Augen 2 bemerkt, ſie begab ſich auf ihr Zimmer, ſank erſchöpft mit Thränen und es ſchien, als hätte ſie ein ſchweres auf das Sopha und ſchluchzte laut.— Am folgenden Unrecht begangen.— Tage reiſte ſie ab, und gerade in einer Stunde, wo Edwards war jetzt ſo weit wiederhergeſtellt, daß
Edwards abweſend war, denn ſie fürchtete, ihm noch er ſein Pferd beſteigen und dem General einen Beſuch einmal zu begegnen. Auch ihr Abſchied von Helena abſtatten konnte. Daß er den Dienſt verlaſſen wollta, war kurz, es trieb ſie fort von dem Platze, wo der verſchwieg er vorläufig, er wollte ſeine Cameraden Gegenſtand ihrer nicht erwiderten Liehe verweilte. damit überraſchen, wenn die Zeit gekommen war.


