Jahrgang 
1-26 (1867)
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Vierte Folge.

verlaſſen. In Bezug auf die vorſtehenden Bemerkungen hinſichtlich der erſten Erſcheinung des Eiſens und die Fort⸗ dauer der Seewohnungen bis zu den Zeiten der Römer mögen wir bemerken, daß eine ſorgfältige Unterſuchung der Nieder⸗ laſſungen ſowohl in der öſtlichen wie in der weſtlichen Schweiz uns zeigen wird, daß Marin allein die beſtimmten Merkmale des eiſernen Alters trägt, obgleich hier und da einige Geräth⸗ ſchaften ſelbſt aus den früheſten Perioden gefunden werden. Wir können auch verſichern, daß römiſche Geräthſchaften keinen wirklichen Zuſammenhang mit den Seewohnungen hatten. Wenn gefragt wird, was der urſprüngliche Grund geweſen ſein möge, ſolche eigenthümliche Wohnungen zu er⸗ richten, ſo kann erwidert werden, daß dieſelbe Idee allen zu Grunde lag, nämlich die Iſolirung der Einwohner und die Sicherheit ihres Lebens und Eigenthums. Für dieſen Zweck war die Lage in der That nicht ſchlecht gewählt. Da die be⸗ nachbarten Wälder viel Wild und die Seen einen Ueberfluß von Fiſchen darboten, ſo waren die Einwohner in Betreff der Jagd, des Fiſchfangs und des Ackerbaues gleich gut geſtellt. Der Urſprung und die Errichtung von Wohnungen auf Seen müſſen im allgemeinen überall gleich geweſen ſein.

Es war natürlich, daß Leute, welche ſich in die Gegen⸗ den des mittleren und nördlichen Europas gedrängt ſahen, das Bedürfniß einer Kleidung fühlten, die ſie in den Stand ſetzte, das ſtrenge Klima zu ertragen. Ein zu dieſem Zweck ganz geeignetes Material fanden ſie in den Fellen und Häuten der Thiere, entweder ſolcher, die ihnen als. Hausthiere folgten, oder derer, die ſie auf der Jagd erlegten. Die früheſte Kleidung der Bewohner der Schweiz kann weſentlich nicht von der verſchieden geweſen ſein, die wir noch jetzt bei den unciviliſirten Völkern des fernen Nordens finden. Die Ver⸗ fertigung ſteinerner und knöcherner Geräthſchaften und thönerner Geſchirre, der Bau von Hütten und die Bereitung

Fäute zur Bedeckung der Füße und anderer jes mußten die unumgänglich nothwendigſten Coloniſten geweſen und in einer großen Aus⸗ ben worden ſein. Unglücklicher Weiſe beſitzen wir nur ſeyr wenige Andeutungen über dieſen Zweig der Haushaltung der Coloniſten, denn das Leder wurde durch die Hitze ganz verändert und durch das Waſſer verdorben. Und dennoch ſind unter den Ueberbleibſeln der Coloniſten, die in dem Schlamm des Bettes der Seen vergraben liegen, eine Zahl Stücken Leder gefunden worden, deren Gebrauch uns allerdings unbekannt iſt, die uns aber doch beweiſen, daß ihnen eine Art Leder zu bereiten und es geſchmeidig und dauerhaft zu machen, nicht unbekannt war und daß folglich wenigſtens die erſten Elemente der Gunſt des Gerbens unter den Be⸗ wohnern der Seeniederlaſſungen im Gebrauch waren. Wir wollen uns nicht in Vermuthungen einlaſſen, in welcher Art die Häute von ihnen behandelt wurden, es wird jetzt hin⸗ rei d ſein, die Thatſache nachzuweiſen, daß Sachverſtändige erklären, das in Robenhauſen gefundene Leder zeige, daß es künſtlich zubereitet worden ſei, und der kürzlich in demſelben Orte aufgefundene hölzerne Leiſten beweiſt, daß die Eolo⸗ niſten ihre Füße durch eine Art von Sandalen ſchützten, die wahrſcheinlich von Leder gemacht wurden. C.

Arbeiterinnen in Fabriken.

In Großbritannien ſind 802,900 Frauenzimmer in Fabriken beſchäftigt, und zwar ſind dieſelben in folgender Art vertheilt: In Baumwolle arbeiten 259,074, in Wolle

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99,304, in Seide und Bändern 71,527, in Spitzen 45,107, in Stroh 44,228; Handſchuhe fertigen 22,271, Strumpfwaaren 21,453, irdene Waaren 11,934, Nägel 10,761. C.

Stecknadeln.

In England ſollen täglich funfzehn Millionen Steck⸗ nadeln gefertigt werden, wozu man 2,727 Pfd. Meſſing⸗ draht verwendet. Eine Idee von dem Verbrauch von Meſſing⸗ draht in England kann man ſich machen, wenn man erfährt, daß eine einzige Firma in Birmingham davon jährlich 150 Tonnen oder 336,000 Pfd. bedarf. C.

Misrellen. Ein Philoſoph, der ein ſehr ſchönes, aber wenig gebil⸗ detes Mädchen heirathete, nannte ſeine Frau nurbraunen Zucker, denn er ſagte:Sie iſt ſüß, aber nicht raffinirt.

Ein Fluch iſt gleich einem Stein, den man gen Himmel wirft und der höchſt wahrſcheinlich dem auf den Kopf fällt, der ihn in die Höhe geworfen hat. 3

Eine Anzeige. Ein Ehemann ließ folgende Anzeige iin eine Zeitung einrücken:

Meine Frau Marie iſt davon gelaufen oder ſie iſt geſtohlen. Wer ſie zurückbringt, dem ſchlage ich den Kopf ein. Jedermann kann ihr borgen, wenn er dazu Luſt hat; da ich aber nie meine eignen Schulden bezahle, ſo iſt es nicht wahrſcheinlich, daß ich die ihrigen bezahlen werde.

Niemand würde Sie für das halten, was Sie wirklich ſind, ſagte ein alter Herr zu einem jungen Dandy, der mehr Haare auf dem Kopfe, als Gehirn in demſelben hatte.

Weshalb? wurde er ſofort gefragt.Weil Niemand Ihre Ohren ſehen kann.

Doctor Bolus, der ſehr ärgerlich wurde, ſobald ſich Jemand einen Scherz über die Aerzte erlaubte, ſagte einſt: Ich fordre irgend eine Perſon, die ich je behandelte, auf, zu ſagen, ob ſie mich der Unwiſſenheit oder einer Vernach läſſigung anklagen kann!Das können Sie ganz ſicher thun, ſagte 5 Spaßvogel,Verſtorbene können keine Geſchichten erzäh⸗ en.

Ein Amerikaner, der ſich mit einem Arzte unterhielt, erklärte ihm, er halte nichts von der Einimpfung der Blattern, ſie bringe einem Kinde nicht den geringſten Nutzen.Ich ließ einmal, fuhr er fort,ein Kind impfen, und drei Tage ſpäter ſtürzte es aus einem Fenſter und brach den Hals.

Vater, ſagte ein kleiner Knabe, der offenbar eben ſehr ernſtlich über etwas nachgedacht hatte,ich werde Dir keinen Hochzeitskuchen ſchicken, wenn ich mich verheirathe.Wes⸗ halb nicht, mein Sohn? fragte der zärtliche Vater.Weil Du, antwortete das hoffnungsvolle Kind,mir nichts von Deinem Hochzeitskuchen geſchickt haſt.

Lieber Freund, was Sie da ſagen, iſt⸗ Das iſt möglich.. aber Sie verſtehen C.

Im Club. ganz einfältig.

nichts davon.