1 Vierke oll 4 4— le Deiner Herrin, der verwundete Officier ſei hier, und 1 derſelbe wünſche in ſeine Zimmer gebracht zu werden.“ n Der Neger entfernte ſich eilends. Doch ſchon kam ker Helena die Treppe hinab und näherte ſich der wartenden dſs Gruppe⸗“ .„Iſt es den Herren gefällig hier einzutreten?“ ſagte ſie mit weicher Stimme.„Entſchuldigen Sie abe mein Säumen, allein die Zimmer waren noch nicht aöm genügend erwärmt, wir erwarteten Ihren Beſuch ſpäter,“ dem und mit einer graciöſen Handbewegung öffnete ſie die Thüre eines Zimmers und bat die Männer zu folgen. Das Zimmer war mit dem höchſten Comfort in ausgeſtattet. Schwere ſeidene Gardinen verbreiteten ein angenehmes Halbdunkel im Zimmer, ein helles erte Feuer im Kamin hatte daſſelbe mäßig erwärmt, die ders Meubles bewieſen, daß die Bewohner des Hauſes es rgen wohl verſtanden hatten, eine einfache Eleganz mit —.
— gutem Geſchmack zu verbinden. Man konnte auf den lich, i erſten Blick erkennen, daß zarte Hände Alles vor An⸗ ver⸗ kunft des Verwundeten geordnet hatten; und Doctor erab Ellis bat ſchon in Gedanken ſeine ſchöne Begleiterin hend um Verzeihung. umt.„Es wird Dir ſchon gefallen hier,“ ſagte er dem ſchmunzelnd zu ſeinem Freunde, in deſſen Augen,
ſowohl bei dem Anblick des ſchönen Mädchens, welches ge⸗ ihn ſo freundlich begrüßt hatte, als auch beim Be⸗
1 trachten ſeiner Umgebung, Verſöhnung mit ſeinem ſtohy
Schickſale zu leſen war,—„an Aswenglung wird es Dir hier nicht dle uadeann T Grſeſſconf o olchen liebenswürdigen jungen Dame kann Dich jeder Sterbliche nur beneiden.“
Ein düſterer Schatten flog bei dieſen Worten 1 ſchnell über das ſchöne Angeſicht Helena's, allein Doctor Ellis, welcher gerade ſeiner Umgebung und Aö— dem Vetwundeten die nothwendigen Verhaltungs⸗
maßregeln andeutete, hatte den Blick des jungen Mädchens nicht bemerkt, er umarmte noch einmal ſeinen Freund, grüßte die junge Dame ehrerbietig, und ver⸗ ließ mit einem auf Wiederſehens das Haus.
Auch Helena hatte ſich entfernt, nachdem ſie noch einen Blick voll Theilnahme auf den ſchlummernden Edwards geworfen hatte.„Bitte mich ſofort rufen zu laſſen, ſollten Sie etwas wünſchen!“ hatte ſie ihm beim Abſchiede geſagt, und mit ſtillem Kopfnicken hatte er ſeine Dankbarkeit gegen das liebliche Mädchen aus⸗ edrückt.
Der Major befand ſich jetzt allein im Zimmer . und Muße, Betrachtungen über die ſeltſame Verketg ſeines Schickſals anzuſtellen. Die erſte Erſcheſg des ſchönen Mädchens hatte einen tiefen Eindräuf ſein Gemüth hexvorgebracht, er wagte ſich nit geſtehen, daß bereits eine Zuneigung zu
Jolge. 147 ihr ſich ſeiner bemächtigt habe, welche mit der Zeit noch wachſen würde. Allein er mußte dieſe Gedanken verbannen, er durfte ſich nicht aufregen und es gelang ihm, denn er erfreute ſich in kurzem eines anhaltenden Schlafes.
Es war bereits dunkel, als Edwards wieder er⸗ wachte, und er ſah zu ſeinem Erſtaunen Helena be⸗ reits an ſeinem Lager ſtehen. Theilnehmend folgte ſie den ſchmerzlichen Lauten, welche der Bruſt des Verwundetenentſtiegen, ſie eilte, den brennenden Schmerz ſeiner Wunde zu ſtillen, bereitete ſelbſt den Thee, welchen er aus ihren Händen empfing. Und als er wieder eingeſchlafen war, ſetzte ſie ſich an ſein Lager und lauſchte mit ſichtlichen Vergnügen den ruhigen Athemzügen des Majors.
So vergingen bald die rauhen Tage, an welchen der April jenes Jahres ſo reich war. Edwards beſſerte ſich merklich unter Helena's Pflege, doch nicht nur ſein Körper, auch ſein ganzer Charakter ſchien eine voll⸗ ſtändige Verwandlung erlitten zu haben. Er war früher ſtolz, herriſch und verſchwenderiſch geweſen, ver⸗ möge ſeines Reichthums kannte er nur noch die Freuden des Lebens, denen er in hohem Grade ergeben war. Doch jetzt, ſeitdem er Helena's Bekanntſchaft gemacht
hatte, war er ſein eigenes Gegentheil geworden. Mit den ſchönen Frühlingstagen zog auch ein ſtiller
Frieden in ſein Gemüth ein, nur wenn ſie um ihn war, vergaß er ſeine Schmerzen. Andächtig lauſchte er dem herrlichen Geſange des Mädchens; weun ihre zarten Finger über die Taſten glitten und die be⸗ geiſternden amerikaniſchen Nationallieder aus dem Nebenzimmer erſchallten, deſſen Thüre zu dem ſeinigen geöffnet war, war es ihm, als ſchwebe ein guter Engel um ſein Lager und verſcheuche die Leiden, welche ſeine Wunde ihm verurſachte. Und hatte ſie ihren Geſang beendigt, ſo eilte ſie in den Garten, brach die erſten Geſchenke des Frühlings und überreicht e dem Geneſenden. Es lag ein Leben voll Glück keit in dieſem kleinen Familienkreiſe, deſſen Mitglied Edwards ſo unverhofft geworden war.
Doch bald ſollte dieſer noch erweitert werden. Unverhofft traf eines Tages eine Freundin Helena'’s, Emilie Harper, auf der Plantage ein. Ihr Vater, ein ziemlich bemittelter Mann, beſaß eine ſchöne Farm in der Nähe von Waſhington, allein gleich bei Be⸗ ginn der Feindſeligkeiten zwiſchen Norden und Süden wurden ſeine Felder und Wieſen als monatliche Lager⸗ plätze von den Bundesſoldaten benutzt. Er bewohnte mit ſeiner Tochter nur wenige Zimmer des Wohn⸗ hauſes, denn ein General, deſſen Brigade in der Näh⸗ campirt war, hatte dieſe Farm als Hauptquartien
waͤhlt, und ſämmtliche Stabsofficiere bewohngzim⸗


