—2—————
— ——
122 Novellen
die Schilderung jener Galeeren ſelbſt und ihrer Fahrten, Hugenotten vollzogen, während ſich die und Kriege geſteigert. Man glaubt durch dieſe treu- Partei ihrer Peiniger mitten im Ueb
herzige Beſchreibung Alles wirklich vor ſich zu ſehn
n⸗Jeitung. ariſtokratiſche
keit und des Luxus wälzte und der frevelvolle Fürſt
und begleitet mit Theilnahme, nicht blos mit menſch- ſeinen Stolz in der Verblendung ſuchte, als der aller—
licher, ſondern auch mit geſchichtlicher, ſo manche Geſtalt, die neben den Verfaſſer auftaucht und einen Theil ſeines Lebens und ſeiner Schickſale begleitet. Man wird aber auch tief erſchüttert, wenn man die Portraits ſo vieler menſchlicher Ungeheuer ſieht, die aus Servilität gegen die Regierung oder aus reli⸗ giöſer Verblendung ihre geringen Geiſtesgaben auf— ſtachelten, um für die Opfer der Tyrannei hundert neue Qualen zu erfinden.
Alle dieſe Gräuel wurden an den armen zu Hunger, Durſt und unglaublichen Entbehrungen verurtheilten
chriſtlichſte und religiöſeſte König gelten zu wollen. Wir ſehen hier wieder aus mehren Beiſpielen die ſtaunenswerthe Kleinlichkeit und Unverſöhnlichkeit ſeines gemüthsbaren Charakters und blicken überall in die Abgründe der Zeitverderbniß hinein.
die bunten Thatſachen unwillkürlich faſt novelliſtiſchen Gewande gern lieſt, dem läßt ſich dieſes„ſchwarze Buch“ von den Regierungsſünden der Vergangenheit empfehlen. Die Ueberſetzung iſt von Hermann Adel⸗ berg mit einem Vorwort von Dr. Th. Herzog.
. Feui
lleton.
——
Islündiſche Märchen.
In London iſt kürzlich ein Werk veröffentlicht worden, welches den Titel führt: Icelandic Legends, collected by Jon Arnason, translated by P. J. Powell and Eirikir Mag- nusson, das einen ſchönen Beitrag zu dem Schatze der Märchen und Legenden liefert, die man überall findet, die überall dieſelben ſind und die aus den früheſten Zeiten her⸗
ſtammen. Das merkwürdigſte Stück, das Herr de Rougé in den ägyptiſchen Papyrusrollen entdeckt hat, iſt ein Märchen,
das an Joſeph's Abenteuer erinnert. Die Odyſſee iſt ſtreng genommen nichts weiter als eine Sammlung von Fabeln, an denen ſich Griechenland in ſeiner Wiege erfreute. Herodot iſt blos deshalb der zuverläſſigſte Reiſende und der am wenigſten zuverläſſige Geſchichtſchreiber, weil er Alles, was er geſehen, aufrichtig beſchreibt und unaufhörlich die Wunder damit
b Cultus der Schöhnheit; die Römer erſchufen die mechaniſche Ordnung, den äußern Gehorſam und die Regierung der Verwaltung; Indiens Loos war die Einbildung und daher V iſt ſein Volk fortwährend im Stande der Kindheit gebliben. Das iſt ſeine Schwäche, dagegen hat es aber auch die Gedichte des früheſten Alters erſchaffen welche ſo viele Thränen getrocknet und ſo viele Herzen zum erſtenmal haben lebhafter ſchlagen laſſen.
Anf welchem Wege ſind nun dieſe Märchen ins Abend⸗ land gedrungen? Sind ſie zuerſt bei den Perſern umgeformt worden? Verdanken wie ſie den Arabern, den Juden oder einfach den Seeleuten aller Länder, die ſie mit in ihre Hei⸗
math zurückgebracht haben? Das iſt ein Studium, mit dem man ſich jetzt zu beſchäftigen anfängt und das eines Tages ganz unerwartete Reſultate geben kann. Indem man dem
vermiſcht, die man ihm erzählt hat. Die Wölfin des Romu⸗ neapolitaniſchen Pentamerone diegriechiſchen Märchennähert,
lus, die Quelle der Egeria, die Kindheit des Servius Tulius,
die Leichtgläubigkeit der Römer verführten. Die Menſchheit hat ihre Kindheit gehabt, welche wir fälſchlich das Alterthum nennen. Damals erdachte der menſchliche Geiſt jene Erzäh⸗ lungen, welche den Weiſeſten Vergnügen machten und welche jetzt, wo die Menſchheit alt geworden iſt, nur noch den Kindern Freude gewähren.
Eigenthümlich iſt, daß alle dieſe Märchen mit einander verwandt ſind, und wenn man nach dem gemeinſchaftlichen Urſprung derſelben forſcht, ſo findet man immer, daß ſie aus dem Orient ſtammen, Feenmärchen, Legenden, Fabeln, Mär⸗ chen, Erzählungen kommen aus Oſtindien, welches dieſelben gewebt hat, und die dann jedes Volk nach ſeinem Geſchmack ausſchmückte und verſchönerte. Das Morgenland hat immer das urſprüngliche Thema gegeben, welches dann von dem Abendland in verſchiedner Art verändert worden iſt.
Das iſt eine wichtige Thatſache für die Geſchichte des menſchlichen Geiſtes. Gott ſcheint jedem Volke die Nolle zuertheilt zu haben, aus welcher es nicht heraustreten darf. Griechenland empfing zu ſeinem Antheil das Gefühl und den
welche Herr von Hahn vor zwei Jahren veröffentlicht hat, die Narrheit des Brutus ſind nichts weiter als Legenden, welche
ſö iſt es ſchon ſichtbar, daß die Länder am mittelländiſchen Meer ihren Cyclus von Märchen gehabt haben, worin Aſchen⸗ brödel, der geſtiefelte Kater ꝛc. figuriren.
In der neuern Zeit iſt den Märchen von manchen
Pädagogen der Krieg erklärt worden, aber mit Unrecht. Gerade
Märchen entwickeln in dem Kinde die mächtigſte unſrer Geiſtes⸗ kräfte, welche uns von Raum und Zeit befreit, uns aus dem Gemeinen hervorzieht und uns das Unendliche eröffnet. In den Feenmärchen herrſcht die Einbildungskraft ohne Theilung und in denſelben ſtellt ſie ihr Ideal der Gerechtigkeit auf, und deshalb ſind ſie, was man auch ſagen möge, eine moraliſche Lection. Man ſagt, ſie ſeien nicht wahr; das unterliegt keinem Zweifel, aber deshalb ſind ſie doch nicht weniger moraliſch. Mütter, die Ihr Eure Kinder liebt, beſchäftigt ſie nicht zu früh mit dem Studium der Geſchichte, laßt ſie träumen, wenn ſie jung ſind. Verſchließt ihren Seelen nicht dieſen erſten Hauch der Poeſie. Ein Kind, welches nur glaubt, was es berührt, iſt zu bemitleiden. Zehnjährige Weiſe ſind gemöhn⸗ lich mit 20 Jahren Thoren oder, was noch ſchlimmer iſt, Egoiſten. Laßt ſie ſich über den Blaubart erzürnen, damit
erfluß der Ueppig⸗
Wer geſchichtliche Erläuterung in einem durch
ihnen ein und die perſönlich Unt
an Zahl raliſiren ſcheinen haben, I Zartheit! und wibd, halb haben Was Odyſſee,
aber die deren man welcher de Wuth des Verbannte wegen ur
für jene ſehen, A der Welt raunn, we vo der Wit — ¹ gewählt; 4 Brutus ermaniſ ihre ſchre Iü nsſ lch, daß und der I Kraſt od BSriam oahr, d lichen He die Sie Nache d hat ſich Saite Märche ruft un
1 und ei regiert ihr kau feierten


