Jahrgang 
1-26 (1867)
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Dann wird ihm das Erlernen von Sprachen ſehr leicht geworden ſein, bemerkte der Hauptmann.

Wahrſcheinlich; beſonders ſtark war ſein Augen⸗ gedächtniß: Alles, war er einmal geſehen hatte, vergaß er nie. Jede Handſchrift, jedes Bild oder Siegel be⸗ hielt er im Gedächtniß. Ich befand mich einſt bei der Baronin Pereira, als er eintrat.

»Warum haben Sie denn die hübſche Statuette dort im Eck mit einer andern vertauſcht?« fragte er.

»Es iſt dieſelbe, lieber Graf.«

»Bitte um Verzeihung, meine Gnädige, die neue hat ein kleines gelbliches Fleckchen; überhaupt iſt es eine andere.«

Die Baronin lachte: Scharfblick bewundert, beſter Mailath.«

In dieſem Moment trat die Gouvernante der Baroneſſe ein, ſie hörte den Streit und ſagte:»Das iſt ja fabelhaft, Herr Graf, Ihnen entgeht doch Nichts. Baron Auguſt war ſo unglücklich, die Statuette herab⸗ zuwerfen, als er geſtern Abend Ball ſpielte, wie die Frau Baronin ſich in der Oper befand, er hat dieſen Morgen eine andere von ſeinem Spargelde gekauft.«

Der Präſident hatte aus Rückſicht für ſeinen Gaſt franzöſiſch geſprochen, dieſer rief:Merkwürdig! Doch iſt es fraglich, ob ſolches Gedächtniß ein Glück iſt.

»Ich habe ſchon oft Ihren aber diesmal irren Sie doch,

Ich muß geſtehen, äußerte der Präſident,ich behalte Vorgänge und Zahlen, dagegen ſehr ſchwer Geſichter, und es iſt mir ſchon oft begegnet, daß ich das Geſicht eines alten, mir lieben Bekannten, an den ich oft und freundſchaftlich gedacht hatte, nicht ſogleich erkannte.

Ich behalte jedes Geſicht, ungeachtet aller Ver⸗ änderungen, welche mit ihm vorgegangen ſein mögen, ſagte Fräulein Helmoldt deutſch.

Der Doctor erwiderte, ebenfalls in ſeiner Mutter⸗ ſprache:Dafür ſind Sie Malerin. Ich behalte Ge⸗ ſichter auch nicht lange im Gedächtniß, es geht mir darin, wie dem Herrn Präſidenten.

Weil Sie ſo viele Menſchen ſehen, Herr Doctor, ſagte der Hauptmann, ſich in verbindlicher Weiſe gegen den Doctor neigend;denn nicht nur die Waldauer rufen Ihre Hülfe an, auch die Bewohner der Umgegend kommen hoffnungsvoll zu Ihrem Hauſe, endlich auch Freunde aus weiter Ferne, um Ihren Rath zu holen.

Ich habe Glück in meinem Berufe, entgegnete der Doctor beſcheiden;mancher College, der eben ſo viele Kenntniſſe und Geviſſenhaftigkeit beſitzt, bleibt

unbemerkt. So iſt es in jedem Stande. Sind Sie nicht der Anſicht, lieber Doctor, daß 9. 1 N 4 1 4 N g 4 8 1 1

Folge. 35

Jeder ſeines Glückes Schmied iſt? frug der Präſident in franzöſiſcher Sprache.

Duresnelle wandte unwillkürlich dem Arzte zu, welcher hierauf erwiderte:Ich glaube, es iſt gut, wenn Jeder ſo denkt, denn faſt immer wird der Fleißige mehr erreichen, als der Träge, und wenn man Alles, was man thut, und was Einem geſchieht, dem Schickſal in die Schuhe ſchieben will, ſo giebt es endlich Entſchuldigung für Alles; ob aber nicht neben dem, was wir aus ſogenanntem freien Willen thun, unſichtbar und unerbittlich das Schickſal waltet, wer kann es wiſſen! Wider Wiſſen und Wollen be⸗ treten wir die Welt, die größte Zahl der Menſchen muß ſie auch wider Willen verlaſſen, wenige wiſſen etwas von ſich, indem ſie den letzten Athemzug thun, und Keiner kehrt zurück, um zu ſagen, wohin wir kommen. Das menſchliche Leben iſt ein Räthſel und wir thun klug, nicht zu oft und zu lange über die Auflöſung nachzudenken. Man muß mit Goethe ſagen:

Liegt Dir geſtern klar und offen,

Wirkſt Du heute kräftig frei,

Kannſt auch auf ein Morgen hoffen,

Das nicht minder glücklich iſt. Seine Pflicht thun, das iſt am Ende das Klügſte, dabei bleibt man geſund an Leib und Seele.

Wenn aber zwei entgegengeſetzte Pflichten, auf uns Anſpruch machen, nahm ſchüchtern Florentine das Wort,wie dann, Herr Doctor?

Eine davon wird doch wohl die höhere ſein, Fräulein Florentine, antwortete der Doctor.

Wir haben auch Pflichten gegen uns ſelbſt, ſprach Otto;ſelbſtloſe Gemüther vergeſſen das oft und ſtürzen mit offenen Augen in ihr Unglück.

Welch ernſtes Geſpräch beim frohen Mahl und noch dazu an einem Geburtsfeſt! ſagte ſanft die Hausfrau.Wir ſind ja keine Aegyptier, daß wir die Mumie bei unſerm Gaſtmahl haben müſſen.

Sehr wahr, liebe Thereſe, erwiderte der Prä⸗ ſident;ich habe den erſten Ton angeſchlagen, laſſen wir ihn erklingen und freuen wir uns des Guten und Schönen, deſſen uns Allen im Leben doch viel geboten wird.

Wir Menſchenkinder haben ſchon in der Kunſt eine unverſiegbare Quelle des Glückes, ſprach die Malerin.

Und in der Liebe, fügte der Hauptmann hinzu und blickte mit innigem Ausdruck auf Marie hin. Zu der Wiſſenſchaft, ergänzte der Doctor.

Und in der Natur, welche um Waldau und Roſenhaag reizend iſt. Ich denke nächſtens meinen neuen Bekannten ein kleines Feſt in Roſenhaag zu geben, bei trocknem Wetter iſt es auch im Spätherbſt

ſein Geſicht

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