Jahrgang 
1-26 (1867)
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8 Novellen⸗ZJeitung.

(Opern, neue Tragödien verlohnte ſich das nicht

ſtändniß will ich bemerken, daß alſo Voltaire damals viel mehr der Mühe, als nach Italien zu gehen?

bereits bei Friedrich dem Großen in Potsdam lebte. Ihnen, Madame, würde ich den Vorzug geben vor Die Fürſtin von Baireuth hatte erkannt, daß ſie in St. Peter in Rom, den Katakomben und dem Papſte.

ihrer Ehe mit ihrem Gatten nicht die alleinige Be⸗ Wäre das ſo unmöglich, auszuführen? ſitzerin ſeiner Gunſt war, und nach dieſem Verluſt Ich bringe mein Leben kuͤmmerlich dahin. Tag ihres häuslichen Glückes wandte ſie ſich daher immer und Nacht arbeite ich an Siècle de Louis XIV. Ich mehr literariſchen und künſtleriſchen Unterhaltungen zu, entwerfe ein großes Gemälde der Umwälzung des wozu ihr reicher Geiſt ihr viele Stützen und Mittel menſchlichen Geiſtes in dieſem Jahrhunderte, wo man bot. Voltaire hatte verſprochen, ihr einen feingebildeten zu denken angefangen hat von den Alpen bis zu den franzöſiſchen Cavalier, den Marquis von Adhemar, zum Karpathen. Vielleicht möchte es Eure Königliche Geſellſchafter an ihrem Hofe zu verſchaffen. Hierauf Hoheit in Ihren Mußeſtunden angenehm unterhalten, bezieht ſich eine betreffende Stelle ſeines nachfolgenden aber ich will meinen Baireuther Roman aus meinem Briefes: V Kopfe vertreiben. Es iſt zu traurig, von einem Schatze Madame! Ew. Königliche Hoheit haben ſehr recht, zu träumen und mit leeren Händen zu erwachen. man muß ſich die Zeit angenehm vertreiben; die Fürſten(Alles dies idits ich unter dem Wirbeln der Tam⸗ wie die Moͤnche haben in dieſer Welt ja nur ihr bours, dem Schmettern von Trompeten und unter Leben. Nicht Regimenter machen gluͤcklich, ſondern dem Lärmen von tauſend Kolbenſchlägen, welche meine die Aunehmlichkeit, mit der man die vierundzwanzig friedliebenden Ohren faſt taub machen. Das jſt recht Stunden des Tages hinbringt, und das iſt viel groß für Friedrich den Großen, er braucht Vormittags ſchwerer, als man glaubt. Der Großtürke laugwei Armeen und Nachmitags Apollo. Er hat Alles; er ſich in Conſtantinopel, und dieſes iſt doch eine ſchöne ferit Carré 8 Bon Bataillonen und von Perioden. Stadt; die Lage von Baireuth iſt zwar nicht ſo lachend, Im Uebrigen 1 leht jeder Mönch friedlich in ſeiner aber Geiſt und Grazie verkläͤren Alles. Was würden elle. Graf Rothenburg iſt immen krank, Manpertuis Sie, Madame, um einmal recht derb zu reden, mit auch, Fiere Pöllnitz 3 weni traurig, ich bin mumer Ihrem Geiſte, mit Ihrer Liebenswürdigkeit und An⸗ kränklich, immer thätig, und ſpüre immer in mir die muth ethun, wenn Sie nicht ein halb Dutzend verdienſt⸗ Luſt, Eurer Königlichen Hoheit meine Huldigungen voller Leute hätten, die Ihre Bedeutung fühlen und darbringen zu können. erkennen? Es wäre ein vernünftiger Gedanke, in Ihrem Rechnen wir in dieſem Briefe wie in den andern Concert einige Stimmen mehr anzubringen. Ich habe eine gewiſſe Art von manierirten Höflichkeiten, Schmei⸗ noch zweimal an den Marquis von Adhemar ge⸗ cheleien und bildlichen Selbſtkoketterien, wie z. B. die ſchrieben, aber noch keine Antwort erhalten; er muß Phraſe, ſich einen Mönch zu nennen ꝛc., ab, ſo finden von irgend einer Armida bezaubert ſein. Ich habe wir einen Ton und eine Gattung von Koſerie und au meine Nichte einen fulminanten Brief geſchrieben, Scherz, der noch hundert Jahre nachher von vielen ſie ſoll von ihrer Autorität Gebrauch machen und geiſtreichen Leuten in allen möglichen Varianten fort⸗ Adhemar wieder entzaubern, um ihn bezauberter als geführt wurde. Voltaire iſt immer diplomatiſch, ver⸗ je Ihnen zuzuſchicken. Sie müßten jedoch, Madame, bindlich durch berechnete Schmeichelei, wenn es ſein

zwei Adhemars, zwei Groffigny's, überhaupt Hülfs⸗ muß devot, ſei es mit Wahrhaftigkeit oder Heuchelei, truppen für ihre gute Unterhaltung haben. Haͤtte dann wieder hochfahrend, ſatiriſch ſelbſtbewußt, ein ich ſelbſt nach Paris gehen können, ſo ſchwöre ich bei ſtolzer König des Geiſtes, um gleich darauf vielleicht meiner aufrichtigen Anhaͤnglichkeit an Eure Königliche wieder ein Bettler um Gunſt und Würden zu werden.

Hoheit, daß ich geiſtige Recruten mitgebracht hätte, Ja er kann zum Kläglichen, zum Jämmerlichen werden. nicht etwa Gelbſchnaͤbel, auch nicht flache Verſeſchmiede, So zeigt er ſich, nachdem er bei Friedrich durch eigene ſondern gute Geſellſchaft und Leute, die würdig wären, Schuld in Ungnade gefallen war, eine Begebenheit, ihre Huldigungen Eurer Königlichen Hoheit darzu⸗ die mit ihrem Anhang von kleinlichen Klatſchereien

bringen. Ach, Madame, es gehen mir manchmal den gebildeten Leſern durch vielfache Beſprechungen

Romane durch den Kopf. Ich ſage mir, warum konnte vekannt geworden iſt. 1

ich nicht während der Monate November, December In beſſerer Harmonie blieb der große Franzoſe und Januar, wo der König genug Leute um ſich hat, mit Friedrichs Schweſter. Ihre beiderſeitige geiſtige mich auf den Weg machen und der erhab meine Ehrfurcht bezeugen? Ich käme von Oſt nach dieſe Frau ſeinem Kopfe glänzende Nahrung. Um Baireuth, meine Nichte käme von Weſt und dann ihre Verſtandesſchäͤrfe zu zeigen, ſei hier ein Brief

Horen wir zuerſt einen dieſer Briefe. Zur Ver⸗

enen Schweſter Harmonie fand keine Trübung. In der That bot auch

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