Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
801
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Vierte Folge.

Eine Mochenchronik für Niteratur, Aungt, ſehöne TMiſſenſchaften und Geſellſchaft.

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig, am 22. December 1865.

Jahrgang.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Michael Angelo.

Hiſtoriſche Novelle von Friedrich Dentler (Fortſetzung.)

Heut' iſt ein Tag der Freude, begann Bartoldo, und die Natur ſcheint mitzufeiern. Bliebe doch dies ſchöne Feſt uns allen ein Blatt aus dem Buche unſerer Erinnerung. Selten giebt uns das Leben ſolche Stunden, darum genieße der Menſch die Freude, wo ſie ſich zeigt. Auch mir iſt dieſer Tag ein Abſchnitt meines Lebens, denn mein geliebter Schüler Michael Angelo errang heute die Meiſterkrone!

Angelo hörte ſeinen Namen nennen, er fuhr empor und nachdem Bartoldo geendet, erwiderte er:

O, könnte ich meinen Dank in Worte faſſen! Wo ein Hochgefühl unſere Bruſt durchbebt, verſtummt die Lippe und aus uns ſtrömt die Fülle der Seelen⸗ regung, doch dieſe Sprache, Meiſter, ſpricht nur

Herz zu Herz kein menſchliches Ohr vernahm ihren geheimnißvollen Laut. Im Bilde der Seele ruht der Gedanke, er wird gefühlt, doch die menſchliche Sprache iſt zu arm, um das zu ſagen, was wir fühlen. So iſt's mit dem Dank und der Dank, der keine Worte kennt, ſei Dein! Aber nicht Du allein haſt mich zur Meiſterſchaft emporgebracht; Lorenzo, unſer Herzog, war der Erſte, der einen armen Knaben aus der Dunkelheit zum Licht, aus der Trübſal, aus der Kleinheit zu ſeinem Herzen emporzog. Mag dieſe Thräne ſagen, daß ich auch ihm dankbar bin!

Was ich gethan, Angelo, war freier Wille, erwiderte Lorenzo, und eine Wolke tiefen Ernſtes flog über ſeine Zuüge,ſtreb' nicht zu kühn, ſonſt könnten Deine Schwingen erlahmen. Kurz wendete er ſich von ſeinem Schützling ab und ſprach zu den Künſtlern:Der Abend ſinkt auf die Feier, kommt in's Haus, Freunde, das Mahl vereine uns. Dort klinge noch einmal der Geſang, dort kreiſe der Becher des Abſchieds!

Die Männer erhoben ſich und folgten Lorenzo.