Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
785
Einzelbild herunterladen

aſſender ngerich⸗

den der Erwach⸗

a Tafeln aus und

er neue Ahwechſe⸗

weckentſprechend. O. B.

ruſchlands digart, Lalag von

n deutſchen Befrer tzur funfßigjäh⸗

ührung ſteht mit das Buch verdient O. B.

Dupin der Anedonn. Der

dis. Vom deutſchen l Glockenſpiel,

Himmelöſtim⸗

dl. Pbotoaraphie⸗

tra 1 mit Muſſik H. Heller m oder Doſen weiden

Zo phill

ganz beſonders

Vierte Folge.

. WagasR

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Eine Nochenchronik ſür Titeratur, Kunst,

Leipzig, am 15. December 1865.

III. Jahrgang.

ſchäne Miſſenſchuften und Geſellſchaft.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Michnel Angelo.

Hiſtoriſche Novelle von Friedrich Dentler. (Fortſetzung.)

Der Tag der vielbeſprochenen Bilderausſtellung in Florenz rückte heran. Von weit und breit ſtrömten Künſtler und Kunſtkenner herbei, denn es war das erſte Mal, daß Lorenzo Medici einen Preis auf Bilder ausgeſetzt. Die berühmteſten Maler Italiens machten Concurrenz und der Altmeiſter Leonardo da Vinci hatte es nicht verſchmäht, an dieſem Kampfe Theil zu nehmen. Daß er den erſten Preis erringen werde, hoffte Jedermann und er ſelbſt war davon ſo überzeugt, daß er öffentlich darüber ſprach.

In der Unteretage des Palaſtes Riccardi war für die Ausſtellung eine Säulenhalle eingeräumt und hierhin wogte und wallte das Volk, um die öffentlich ausgeſtellten Bilder in Augenſchein zu nehmen.

In einem der Hinterzimmer des Palaſtes ſaß ein junges Mädchen. In der Hand hielt ſie ein Buch, worin ſie nachdenkend blätterte.

Ihr Morgennegligée verhüllte die üppigen Formen und einen Alabaſternacken, deſſen Weiße die im Zimmer befindlichen Marmorpfeiler übertraf. Ihr kleiner, mit einem Seidenpantoffel bekleideter Fuß ruhte auf einer niedrigen Bank, ihr Oberkörper lag an der Rücklehne des Stuhles, den ſie hin und her ſchaukelte.

Ihr madonnenartiges Geſicht deutete auf den Lenz des Lebens, welcher hier Roſen und Lilien ge⸗ pflanzt hatte. Das ſchwermüthige, große, feurige Auge, von ſichelförmigen, ſchmalen, ſchwarzen Brauen und langen Seidenwimpern umrahmt, ſchien mit Wohl⸗ gefallen auf dem Buche zu ruhen, denn ſie ſchlug es auf und rief einer in demſelben Zimmer befindlichen alten Frau in ſchwarzem Coſtüme zu:Sieh', Pere⸗ grina, viele Künſtler führt der heutige Tag nach Florenz. Ich bin neugierig, wer den Preis erhält.

Nur Leonardo da Vinci, rief die Matrone.

Sieh' nur ſie erhob das Buch und ſtrich