Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
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Bemerkung mit einem leiſen Gelächter begleiten, als das, was vor ihm vorging, abermals ſeine Aufmerk⸗ ſamkeit auf ſich zog.

Ein Mann näherte ſich nämlich dem Orte, wo Lachmansky ſtand, und ein geheimes Erkennungszei⸗ chen wurde zwiſchen Beiden ausgetauſcht.

Dahinter ſteckt Etwas, und gewiß nichts Gu⸗ tes, murmelte unſer Künſtler;vielleicht hat mich der glückliche Zufall hierher geführt, um irgend eine böſe That zu vereiteln! Wie fange ich es aber an, um mich unbemerkt näher zu ſchleichen?.... Nun ganz natürlich, ich werde verſuchen, auf allen Vieren in dem tiefen, trockenen Graben fortzukriechen, und da derſelbe zu beiden Seiten mit dichtem Gebüſch bewachſen iſt und Lachmansky mir den Rücken zu⸗ kehrt, ſo gelingt es mir vielleicht, ſo weit heranzu⸗ kommen, um das Geſpräch der beiden Spießgeſellen belauſchen zu können.

Petermann führte ſogleich ſeinen Vorſatz aus, und kroch mit der Behendigkeit eines Wieſels laut⸗ los auf dem weichen Graſe des Grabens dahin, in⸗ dem er ſich möglichſt im Schatten des Buſchwerkes hielt, wobei ihm ſeine kleine, ſchmächtige Figur ſehr zu Statten kam.

Endlich hielt er an und hob etwas den Kopf in die Höhe. Dies war gerade der Augenblick, wo ſich auch die Perſon, welche Lachmansky erwartete, dieſem näherte.

Pſt! machte der Letztere, indem er einen Schritt vorwärts that.

Guten Abend, lispelte der Andere;nun, Sie

ſehen, ich halte Wort.

Ich glaubte ſchon, Ihr würdet ausbfeiben, Friedrich. Seit faſt einer Stunde warte ich auf Euch.

Es ging nicht anders, entgegnete dieſer;ich mußte die Zeit abpaſſen. Ich muß auch gleich wie der fort, der Doctor kann jeden Augenblick zurück⸗ kommen.

So gebt her! Wo ſind die Briefe? Habt Ihr Euch auch nicht vergriffen? Links aus dem geheimen Schubfach, ſagte ich, welches ſich durch den Druck einer verborgenen Feder öffnet.

Fehlgegriffen habe ich nicht, entgegnete Frie⸗ drich;ich bin ganz ſicher, daß es die richtigen ſind. Auch der Schlüſſel zum Secretär, den Sie nach dem Wachsabdruck anfertigen ließen, paßte.

Nun, wo ſind alſo die Briefe?

Hier, entgegnete Friedrich, ein kleines Paket aus der Taſche ziehend;aber ich gebe ſie nicht eher heraus, bis

Nun, bis? Natürlich, Jeder iſt ſeines Lohnes

Gier, welche zur Genüge⸗ Darthat,

Zeitung.

noch mehr Geſchäfte zuſammen, Friedrich?

Der Verräther nahm den Judaslohn in Em⸗ pfang, und indem er ihn in ſeine Taſche gleiten ließ, ſagte er:

Ich kann es brauchen, denn ich will heirathen und ein eigenes Geſchäft anfangen; aber dennoch

Nun, rief Lachmausky,was giebt es denn noch?

Ja, ſehen Sie, es iſt ein eigenes Ding um's Gewiſſen; zudem, wenn man das erſte Mal daran gemahnt wird, daß man ſich auf Abwegen befindet. Böſes habe ich meinem Herrn nicht zufügen wollen,

mir ja, es handelte ſich dabei nur um eine Lieb⸗ ſchaft, die der Baron nicht gern ſehe.

Natürlich, um weiter nichts. Das Fräulein iſt übrigens ſelbſt Willens, ihr Verhältniß zu dem Doc⸗ tor abzubrechen. Da dieſer ſich aber hartnäckig wei⸗ gert, die Briefe desſelben herauszugeben, ſo hat ſich Herr von Steinau nicht anders als durch eine Liſt zu helfen gewußt.

Es ſteckt alſo wirklich nichts weiter dahinter? fragte Friedrich, welcher das Patet noch immer in der Hand hielt.

Ich kann Euch das⸗ durch zehn Eide bekräf⸗ tigen! 3

Wenn Sie falſch ſchwören, ſo nehmen Sie die Sünde auf Ihr Gewiſſen, entgegnete der Diener. Hier ſind die Papiere, und nun leben Sie wohl; ich muß zu Hauſe ſein, bevor die Herrſchaft zurück⸗ kehrt.

Der Sprecher überreichte die Briefe dem Lach⸗ mansky und dieſer griff mach denſelben mit einer wie wichtig ihm dieſelben waren..

Während Friedrich, hne weiter ein Wort zu ſagen, ihm den Rücken zuwendete und, wie vom bö⸗ ſen Feinde verfolgt, feldein rannte, wog Lachmansky das inhaltsſchwere Paket einen Augenblick mit einem Lächeln der Freude und der Genugthuung.

Das bricht ihm hoffentlich den Haks, mur⸗ melte er,und mir trägt es eine Gratification ein. Mühe genug hat es gekoſtet, den Dummkopf, den Friedrich, breit zu ſchlagen, und wenn ich mich nicht hinter die Chriſtine geſteckt hätte, welche nun einmal mit aller Gewalt unter die Haube will, wer weiß, ob es mir dennoch gelungen wäre!

Er verbarg ſorgfältig die Briefe in ſeiner Bruſt⸗ taſche und rieb ſich vergnügt die Hände.

Was wird der Geheimerath dazu ſagen? mur⸗

melte er, indem er ſich zum Fortgehen anſchickte. Ein

werth da iſt das Geld ich denke, wir machen 3

als ich ihm die Briefe entwendete, denn Sie ſagten

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