Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
719
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Vierte

Der Verſtorbene erblickte am 15. December 1796 in Aachen das Licht der Welt und verdankte ſeine Schulbildung dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt. Anfangs widmete er ſich dem Handelsſtande, den er aber nach einigen Jahren aufgab, und ſich dann mit großem Eifer auf das Studium der Mathematik und der neuern Sprachen verlegte. Seinen mathematiſchen Kenntniſſen hatte er ſeine Anſtellung als Ka⸗ taſter⸗Geometer an der königlichen Regierung zu Aachen zu verdanken, auf welchen Poſten er aber ſchon 1822 verzich⸗ tete, weil er ſich davon überzeugt hatte, daß die mit demſelben verbundenen Strapazen ſich mit ſeiner ſchwächlichen Körper⸗ conſtitution nicht vertrugen. Nunmehr nahm er mit verdop⸗ peltem Eifer das Studium der neuern Sprachen wieder auf, und ſchon im Jahr 1824 wurde ihm in Folge ſeiner gründ⸗ lichen Kenntniſſe derſelben die Lehrerſtelle für neuere Spra⸗ chen an dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt übertragen. Zwei Jahr ſpäter gab er dieſe Stelle auf und gründete aus eignen Mitteln eine Lehr⸗ und Erziehungsanſtalt für junge Leute, die ſich der Induſtrie und dem kaufmänniſchen Berufe widmen wollten, die als die erſte ihrer Art in der Rheinprovinz ge⸗ wiſſermaßen als Vorläufer des gegenwärtigen Realſchulwe⸗ ſens zu betrachten iſt. Zwölf Jahr lang hielt er dieſe Anſtalt unter großen Opfern aufrecht, ſah ſich aber dann genöthigt, dieſelbe aufzulöſen.

Im Herbſte 1843 folgte er dem an ihn ergangenen Rufe als Lehrer an der mit dem Gymnaſium verbundenen Realſchule in Neuß, an welcher er zwanzig Jahr lang mit Eifer ſegensreich wirkte und auf die er im Herbſte 1863 nur in Folge ſeines Alters und ſeiner Körperſchwäche verzichtete, um den Reſt ſeiner Tage in Ruhe zu verleben, deren er ſich nicht ganz zwei Jahre erfreuen ſollte.

So verdienſtlich aber auch die Wirkſamkeit des Verſtor⸗ benen als Lehrer geweſen iſt, ſo tritt ſie doch vor dem, was er als Schriftſteller geleiſtet hat, gänzlich in den Hintergrund. Das von ihm in's Auge gefaßte Ziel war, jungen Leuten das Studium der neuern Sprachen nicht blos zu erleichtern, ſondern gleichzeitig auch angenehm zu machen, und zu dieſem Zweck verfaßte er ſeinenPraktiſchen Lehrgang zur ſchnellen und leichten Erlernung der franzöſiſchen Sprache, von dem der erſte Curſus 1834, der zweite 1840 in Köln erſchien und der erſte Curſus bis 1865 147, der zweite 38 Auf⸗ lagen erlebte, was auf die weite Verbreitung, die dieſem Praktiſchen Lehrgang zu Theil wurde, einen Schluß ziehen läßt. Das Buch wurde nicht blos in faſt alle lebenden Spra⸗ chen überſetzt, ſondern es fand auch in allen europäiſchen Ländern eine Menge Nachahmungen ſelbſt für die alten Spra⸗ chen mit der BezeichnungNach Ahn's Methode. Dieſer praktiſche Lehrgang in drei Abtheilungen iſt unter Ahn's Schriften diejenige, welcher die weiteſte Verbreitung und nicht etwa blos in Europa, ſondern auch in Nordamerika ge⸗ funden hat.

Ein noch glänzenderes Zeugniß für Ahn's gründliche Kenntniß der franzöſiſchen Sprache bietet ſeine franzöſiſche Grammatik, deren erſter Theil 1832 in Mainz erſchien, und von der bis 1865 29 Auflagen nothwendig geworden ſind. Der zweite Theil derſelben erſchien 1856 ebenfalls in Mainz.

Wenige Lehrbücher enthalten ein ſo logiſch geordnetes und klar aufgeführtes Lehrgebäude.

Auch den von Ahn verfaßten engliſchen, italieniſchen und holländiſchen Sprachlehren wurde großer Beifall und eine ſehr weite Verbreitung zu Theil.

Um die Fortbildung junger Kaufleute erwarb er ſich

durch ſeine mercantiliſchen Lehrbücher, von denen wir nur

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ſeineVollſtändige kaufmänniſche Bibliothek in ſechzehn Hef⸗ ten erwähnen, Verdienſte. Er lieferte in demſelben den Beweis dafür, daß er nicht blos ein großer Sprachkenner und tüchtiger Lehrer, ſondern auch ein praktiſch gebildeter Kauf⸗ mann war.

Wenn man die von dem Verſtorbenen verfaßten vielen Schulſchriften mit in Berechnung zieht, ſo ergiebt ſich bei einem nur oberflächlichen Ueberblick, daß von ſeinen Schrif⸗ ten während ſeiner Lebenszeit gegen eine Million Exemplare in's Publicum gekommen ſind, eine Thatſache, deren ſich ge⸗ wiß nur wenige Schriftſteller rühmen können.

Schließlich haben wir nur noch zu erwähnen, daß Dr. Franz Ahn ſich auch als Familienvater und Menſch der höch⸗ ſten Achtung ſeiner Mitbürger erfreute, was ſich recht deutlich bei ſeiner Beerdigung am 25. Auguſt aus der zahlloſen Menge der Leidtragenden herausſtellte, die ſich herbeidräng⸗ ten, um dem Mann, der ſo lange in ihrer Mitte gewirkt und ſich allgemeine Hochachtung erworben hatte, eine letzte Ehren⸗ bezeigung zu beweiſen. Sein Andenken wird in dem Ge⸗ dächtniß Aller, die ihn kannten, ehrenvoll fortleben, während er ſich in ſeinen Schriften ein unvergängliches Denkmal ge⸗ ſtiftet hat. Sit illi terra levis! C.

Folge.

Anekdoten.

Ein Capitaliſt, welcher weit mehr durch ſeine Millio⸗ nen als durch ſeinen Geiſt berühmt iſt, machte vor einigen Wochen in Ems der berühmten Pianoforteſpielerin Madame de Caillas einen Beſuch, die mit der Leichtigkeit, welche ihren Vortrag charakteriſirt, mehrere glänzende Muſikſtücke ſpielte, als der Banquier mit einem Lächeln zu ihr ſagte:

Ich bitte Sie, Madame, machen Sie mir die Freude und laſſen Sie mich etwas aus der Pie voleuse hören.

Die junge Dame nahm die Partitur der Gazza ladra und begann die Ouverture zu ſpielen.

Der Banquier neigte ſich lebhaft nach dem Notenhefte und ſagte:

Verzeihung, ich habe Sie um die Pie voleuse gebeten!

Ganz recht! Ich ſpiele ſie ja.... Sehen Sie nicht den Titel: Gazza Ladra?

Ich weiß wohl! Ich weiß... Aber Sie ſpielen mir das im Italieniſchen und das macht bei mir nicht denſelben Eindruck!

Eine junge Actrice gab ihrer Kammerfrau oft Briefe, um ſie in den Briefkaſten zu ſtecken. Die Botſchaften ge⸗ langten ſtets richtig an ihre Beſtimmung; aber mehr als ein⸗ mal beklagte ſich ein Freund über die Ruhe, zu welcher man ein hübſches ſymboliſches Petſchaft verdammte, das ſelten auf den Briefen erſcheine. Die Schauſpielerin wunderte ſich über dieſen Vorwurf und rief ihre Soubrette als Zeugin auf, welche ſtets verſicherte, ſie habe geſehen, daß ihre Gebieterin ihre Briefe mit der geliebten Deviſe verſiegelt habe.

Die Klagen dauerten indeſſen fort; der Verdacht fiel nun auf die Kammerfrau, welche die Briefe ſtets in den Brief⸗ kaſten zu beſorgen hatte. Sie wurde überwacht und eines Tages dabei überraſcht, wie ſie mit Hülfe einer Wachskerze das Siegellack des Siegels zerſchmelzen ließ und dann ihr neugieriges Auge auf den Inhalt des Billets richtete.

Laurette, jetzt habe ich Sie ertappt, ſagte die Actrice; was machen Sie da?

Madame, antwortete Laurette beſchämt,ich verbeſ⸗

ſerte Ihre orthographiſchen Fehler.