Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
688
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Eröffnen noch die Trancheen, in der Nacht * Vorrücken die Approchen,

Aufwerfen die Batterien. Schon kracht,

Da kaum noch am Morgen erloſchen

Die Lampe des Mondes, überall

Das ſchwere Geſchütz. Doch deckte der Wall Die Feſtung. Der Kaiſer, dem loſe

Der Mantel um die Schultern flog, Ritt aus zu recognosciren.

Die neuen Gräben, die man zog, Die wollt' er prüfend paſſiren.

Die Feder ſchwang ſich ihm vom Hut, So ritt er allein und wohlgemuth; Zwei Reiter folgten in kleiner

Entfernung. Da winkt' er dem Einen heran, Dann ritten ſie plaudernd zuſammen,

Es war ein ſchöner, junger Mann,

Bis ſie ſtets weiter kamen

Und weiter.Wie heißt ihr?Blumenberg Da verändern ſich es war ein Werk

Des Augenblicks die Züge

Des jungen Mannes, ꝛc. ꝛc.

In der Art dieſer Verſe, die einer ganz beliebigen Stelle inmitten des Werkes entnommen ſind, hat der Verfaſſer die Sprache ſeines über vierhundert Seiten langen, oder beſſer geſagt, ſich in 1600 ſiebenzeiligen Strophen ausdehnenden Epos behandelt. Sicherlich iſt es eine unumſtößliche Wahr⸗ heit, daß in jedem Gedicht, lang oder kurz, ein gewiſſer Grad von Formbefriedigung vorhanden ſein muß, ehe man ein Recht hat, auf den geiſtigen Inhalt deſſelben einzugehen. Es giebt eine Anzahl von Regeis i der Proſodie und im Satzbau des deutſchen Verſes, wie ſich keineswegs als alte Zopfigkeiten bei Seite ſchieben laſſen, und wo gegen dieſelben geſündigt iſt, muß dies doppelt leid thun, ſobald man dane⸗ ben einen ſo großen Aufwand von Geſchichtsſtudien wahr⸗ nimmt, wie er uns hier erfreulich entgegentrit. O. B.

Theodor Große's Fresken im ſtädtiſchen Muſeum zu Leipzig photographirt. Die Fres⸗

Novellen⸗

comalereien, welche ſeit vorigem Jahre durch Prof. Theodor Große aus Dresden ausgeführt werden, ſind durch vorzüg⸗

Zeitung.

liche Photographien nach den ſorgfältig ausgeführten Origi⸗ nal⸗Cartons(Verlag von Alphons Dürr, mit Text von Dr. Max Jordan) den größeren Kreiſen von Freunden ernſter deutſcher Kunſt zugänglich gemacht worden, und es gewährt in der That einen hohen Genuß, ein ſo gedankenreiches und in vollſtem Sinne auf der Höhe idealer Auffaſſung ſtehendes Werk in der Geſtalt zu betrachten, welche zwar noch der Ver⸗ klärung durch die Farbe entbehrt, die reifſten Formenerſchei⸗ nungen aber mit allem Reiz einer meiſchrlich vollendeten Zeich⸗ nung vor Augen führt. Da der Künſtler in der glücklichen Lage iſt, ſeine Cartons in Rom ausführen zu können, ſo ath⸗ men ſie in jedem Zuge der Linienführung den unvergleichli⸗ chen Geiſt der Meiſter des Cinquecento, welcher dort allzu vernehmlich von den Mauern des Vaticans und der Sirtina predigt, als daß es möglich wäre, ihm ſein für alle Zeiten gültiges Recht vorzuenthalten; zugleich aber offenbart das Werk des deutſchen Künſtlers jenes innerliche Selbſt⸗Erleben italieniſcher Welt⸗ und Menſchen⸗Schönheit, dem die erſten Meiſter der bildenden und redenden Kunſt ſeit Winckelmann, Goethe, Carſtens ihre herrlichſte Blüthe verdanken. Von Große's Compoſitionen, welche im Zuſammenhange die bil⸗ dende Kunſt mit den geiſtigen Bedingungen ihres Wirkens als allegoriſche Compoſitionen, begleitet von den Darſtellun⸗ gen göttlicher Schöpferkraft in Natur⸗ und Offenbarungs⸗ Religion, umfaſſen werden, ſind bisher ſieben Compoſitionen der griechiſchen Schöpfungs⸗ und Göttergeſchichte erſchienen. Es wird jeden Beſchauer der farbloſen Nachbildung der leb⸗ hafte Wunſch ergreifen, dieſe von wunderbarer Schönheit er⸗ füllten Geſtalten in der leuchtenden Farbe des Frescotones, auf dem dunkeln Blau des Hintergrundes und umrahmt vn reichen architektoniſchen Arabesken auf goldenem Grunde wiederzuſehen. Aus dem Text heben wir hervor, daß dieſe monumentalen Malereien ein ſchönes Denkmal opferwilliger Kunſtliebe in bürgerlichen Kreiſen und entgegenkommender Förderung des Staates ſind: der Leipziger Kunſtverein und die Regierung tragen je zur Hälfte die Koſten des Honorars, während die Stadt die materiellen Koſten des ihrem ſchönſten Bauwerke gewidmeten Schmuckes trägt.(Europa.) . Du ampf zum Frieden. Novelle von Ewald Augu Inhalt 8 Tuh e hirdn 2 Die Heimkehr. Gedicht von den hard Härlin. Literariſche Briefe von Otto Banck.

Feuilleton. Genrebild aus dem Kriegsleben der Spahis. Madame Eliſabeth. Ein neuer Weg, um die Hand eines jungen ſchönen Mädchens zu erlangen. Theater in Cambodſcha. Ame⸗ rikaniſche Liſt. Miscellen. Vom deutſchen Büchermarkt. 4

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. 8. Gültig bis Ende December, ſoweit der geringe Vorrath reicht.=d Die Verlagshandlung offerirt zum Partiepreiſe von zwölf Thaler die erſten 16 Bände zuſammengenommen von

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Illuſtrirten Deutſchen Monatsheften

(Ladenpreis 32 Thlr.) den 9. bis 16. Band apart zuſammen⸗ genommen zum Partiepreiſe von ſechs Thaler.(Ladenpreis 16 Thlr.) Die erſten 8 Bände ſind nicht mehr apart zu haben; einzelne Bände ſind nur noch zum Ladenpreiſe zu beziehen, wenn ſolche überhaupt einzeln übrig ſind.

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11 Redigirt unter Verantwortlichkeit von Oito Suedrich Dürr in Leipzig. Verlag der Dürr'ſchen Buchhandlung in Leipzig. Druck von A. Edelmann in Leip

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