Von Leben keine Spur—. Kein' Straßen— nur Waſſerbreiten, Und drüber langſam nur
Sah ich ſchwarze Särge gleiten.
Doch einmal im Abendroth Von des Thurmes Balluſtrade Erſpäht' ich ein buntes Boot, Das nahte dem Geſtade.
Drin lag das ſchönſte Weib, Das je mein Aug' erblickte, Prachtvoll umhüllte den Leib Gelbe Seide, mit Gold geſtickte.
Die Stirne war engelgleich,
Die Wange, vom Weſt umgaukelt, War blaß und der Mund war bleich— Hat das Waſſer ſie eingeſchaukelt?
Und neben ihr ſaß ein Mann,
Ein Mohr in Waffenzierde;
Der ſah ſie immer an
Und ſein Blick war wild von Begierde.
Und ſein Blick war wild von Qual, Von Reue, Lieb' und Kummer;
Er flehte wohl tauſendmal,
Doch ſie regte ſich nicht im Schlummer.
Und leiſ' durch den Abendduft Klang es mit traurigem Tone— Da war mir, als ſeufze die Luft: Othello und Desdemone!
Dann wieder einmal in der Nacht, Auf der Brücke in einer der Buden Bei Demant und Lichterpracht, Sah ich einen alten Juden.
Sein Bart war lang und weiß Ueber dem Rock von Seide; Das Antlitz bebte dem Greis Von Zorn, von Haß und Leide.
Und vor ihm ein Weib, das lacht
Mit Lippen voll und lüſtern,
Halb morgenländiſch die Tracht,
Halb ſchimmernd und halb im Düſtern.
Was auch, daß ſie ſein Kind?
Mag er ſie nur verdammen!
Iſt ſie nicht ſchön und ſind
Ihre Augen nicht wie zwei Flammen?
Sind nicht zu dieſer Friſt Geöffnet ſchon die Thüren, Daraus ein edler Chriſt
Sie heute noch wird entführen?
O Greis— war's nicht genug, Daß Dich die Welt verhöhne? Wird alſo Dir zum Fluch
Auch Deiner Tochter Schöne?
Novellen⸗Zeitung.
„Nein, nehmt mein Leben auch—“ So ſchallt es aus der Tiefe,
Als ob der Lüfte Hauch—
Als ob die Nacht es riefe.
Doch in mir, während dumpf 3 Die Fluthen unten ſpülen,
Regt ſich's wie ein Triumph,
Wie ein verwandtes Fühlen.
Ich kenn' Euch Beide ja,
Dich luſt-, Dich gramestrunken: Shylock und Jeſſika!—
Still— Alles iſt verſunken.
Shylock und Jeſſika!
Wohin ich nunmehr blicke, Wie ſtill das Waſſer da, Wie ſtill hier iſt die Brücke!
Nach all dem frevlen Thun Von Lieben, Haß und Morden, Wie ruhig iſt es nun
Auch in der Stadt geworden!
„Kaum daß die Fluth noch tropft Vom Treppenſtein, dem rothen; Kaum, daß ein Herz noch klopft, Man iſt wie bei den Todten.
Halb von der Zeiten Strom Hinunter ſchon gezogen,
Ein Traumbild, ein Phantom, Schwimmt ſie noch auf den Wogen.
Halb ſchon dem Meer zum Raube, Das bläulich ſie umkreiſt—
So ſah ich ſie— ich glaube
Daß ſie Venedig heißt!
So locker, ſo haltkos dieſe Versformen oft auch
ſind, ſo wird man doch geſtehen müſſen, daß das
Ganze die ungewöhnliche Begabung Rodenberg's für ſeiiner
die gebundene Rede immer noch bekundet und auf die Phantaſie des Leſers keineswegs ohne Eindruck iſt.
Wenn manche Andere dieſelbe Flüchtigkeit auf ernſte
Gegenſtände übertragen und ſich ebenſo ungenirt im Negligé des Denkens und Schreibens gehen laſſen wollten, ſo würden ſie dadurch ihr Reſultat zu Null
werden laſſen. Der Verfaſſer hat unbedingt, von ſei⸗
nen übrigen Verdienſten in der Literatur abgeſehen,
eine ungewöhnliche Technik darin, den Augenblick mit
ſeinen Stimmungen umſichtig auszunutzen, mögen dieſe auch noch ſo kaleidoſkopartig ſein.
Zu den beſten Schilderungen ſeines Buches ge⸗
hört wohl, was er über Trieſt ſagt, worüber neuer⸗ dings wenig geſprochen iſt, und wir werden in ge⸗ kürzter Geſtalt mehrere Einzelheiten aus dieſer Unter⸗ haltung unſern Leſern zuſammenrücken.
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