Jahrgang 
27-52 (1865)
Seite
565
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entlaſſenen Reſerviſten und Landwehrleute zu ſehen.

Vierte Folge.

herausgefunden aus der tapferen Schaar, ſich ihnen wohl gar beigeſellt zum ſtolzen Einmarſch in die feſt⸗ prangende Reſidenz. Und die andern ſuchen und fin⸗ den die ihrigen wenigſtens mit den Augen, grüßen ſie mit lautem Zuruf.

Das Mutterauge ſucht vergebens unter dieſen friſchen, gebräunten Geſichtern die Züge des geliebten Sohnes. Still im Herzen grüßt ſie die Erde, die ihn deckt, den Grabhügel im fernen, fernen Norden, an dem zu beten ſie vergebens ſich geſehnt.

Doch was iſt das? Die prunkende Straße der preußiſchen Königsſtadt wandelt ſich ihr zu den knick⸗ durchſchnittenen Feldern des Sundewitt, die fröhliche Siegesweiſe zum ſchmetternden Angriffsſignal, das betäubende Hurrahgeſchrei zum nicht minder betäu⸗ benden Schlachtendonner. In den Reihen ſchreitet vor ihrem innern Auge manch' Tapferer mit, der draußen in Schleswig unter kühlem Raſen gebettet liegt, ſanft und weich gebettet, wie einſt als Knabe im Mutterarm. Die blinkenden Helme und Waffen⸗ ſpitzen Blitze ſind ſie ihr, Blitze, die Tod und Verderben umherſchleudern, hier und da toͤdtlich eine Bruſt treffen, auch die ihrige. Dunkelheit umflort ihre Augen.

Mutter, laß uns gehen Du wirſt ſo bleich!

Vergebens bittet Ottilie. Sie beachtet es nicht, hört es nicht einmal. Die Reiterei rückt ein. Trom⸗

eenklang vorwärts, ſchnell, ſchnell vorwärts. ht langſamer Parademarſch Laufſchritt, Sturm! Wie die rothen Dolmans der Huſaren leuchten! Wie Wer möchte da nicht mit, ob Jung oder Alt, ob Mann oder Weib?

Sie verläßt den erhöhten Platz, giebt es auf,

den Zug der bekränzten Geſchütze und dann der ſchon

Die Menſchen wogen den dahinſprengenden Reitern nach, hin zum Standbild des großen Friedrich, der nachdenklich in den Trouble hinabblickt. Ottilie muß ihre ganze Aasfetuſbreen, damit ſie nicht abgedrängt werde von der Mutter, die das Gedränge nicht ſcheut, mit den Andern riſt vorwärts ſtrebt immer vorwärts.

Meint ſie doch, inmitten des Kampfgewühles zu! ſein, das ſich ſo heiß um die Höhen von Düppel entſpann, und ringt, dem Sohne zu folgen, ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Bald darf ſie nicht mehr vorwärts drängen, wird geſtoßen, faſt getragen von der Volksmenge, in welcher ſie ſich befindet, aus welcher ſie ſich nicht mehr herausbegeben könnte, auch wenn ſie wollte. Der Einzelne vermag da nichts, iſt wie ein Atom im Wirbelwind, wird willenlos, wide ſeinen Willen mit fortgeriſſen. N

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Athemlos, halb erdrückt umklammert Ottilie mit verzweifelter Anſtrengung der Mutter Arm, läßt ihn nicht los, ſo heftige Stöße ſie von allen Seiten er⸗ hält. Tauſende möchten nun ſehen oder gar hören, wie der König die Parade abnimmt, Einzelne ſich vorſtellen läßt. Vergeblicher und thörichter Wunſch! Längſt ſchon iſt hier die breite Straße ſo dicht beſetzt, daß kaum eine Stecknadel noch Raum fände. Seufzer und Witze, Gekreiſch und Gelächter kreuzen und einen ſich zu einem unbeſchreiblichen, ſinnverwirrendem Gan⸗ zen. Dazu drängen die hinten Stehenden vorwärts, die vorne furchthar Eingekeilten nach Kräften rück⸗ wärts. Einzelne brauchen ihre Ellbogen und Schul⸗ tern in unverantwortlicher Weiſe; brechen ſich Bahn, indem ſie rückſichtslos hineinſtürzen zwiſchen Frauen und Kinder, wo ſie gewiß ſind, weniger Widerſtand zu finden, wo man ſich ihnen zwar nach Möglichkeit entgegenſtemmt allein ſich nicht lange mit Erfolg entgegenzuſtemmen vermag.

Um Gotteswillen, Mutter! Ottilie fühlt den Arm in ihren Händen erſchlaffen. Sie kann nicht in ihr Geſicht ſehen, weiß indeß, daß ſie im nächſten Augenblick beſinnungslos zuſammenbrechen wird. Und ſie ſelber iſt halb ohnmächtig von dem Gedränge ganz ohnmächtig aber zum Helfen. Wie ſoll ſie die Mutter hier hinausretten, da ſie allein nicht einmal flüchten könnte? Wie ſie ſchützen vor dem entſetz⸗ lichen Schickſal, unter die Füße getreten zu werden, wenn ſie ſich nicht mehr aufrecht halten kann? Und Niemand, der ſich ihrer annähme Niemand!

Die Mutter empfindet nichts von ihrer Angſt und Sorge, von Vorſtellungen umfangen, die freilich auch peinvoll genug ſind. Der Tochter hat ſie völ⸗ lig vergeſſen, denkt nur des Sohnes denkt ihn ſich lebend noch, doch eben verwundet zuſammenſin⸗ kend. Sie ſtrebt, ihn aufzufangen in ihre Arme, die ſie nicht bewegen kann; will ihm ein weicheres, wär⸗ meres Sterbekiſſen bieten, als es ihm ward auf har⸗ ter, kalter Erde ihre Bruſt. Und es gelingt. Mein Sohn! ruft ſie innig, umfaßt mit ihren Händen den Arm des Mannes an ihrer Seite, der, ſelber heftig vorwärts drängend, eben auf ſie ge⸗ ſchleudert wird. Betroffen blickt er um, auf ſie nie der, während ſein Auge bisher ein anderes Ziel hatte.

Ottilie athmet erleichtert auf. In geringer Ent⸗ fernung, die Dazwiſchenbefindlichen überragend, er⸗ blickt ſie ein bekanntes Geſicht.Herr Vollert, Hert Vollert! ruft ſie ſo laut, als ſie vermag.

Er blickt nach ihnen hin; ſein Arm balancirt über den Köpfen der Umſtehenden. Mit ſpöttiſchem Lächeln legt er, wie betheuernd, die Hand auf die