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man indeß ge feuchtet der junge Koyf und inem innern ppelmarſches in das, was ſunken, ver⸗ Ungebung. m Sammet⸗ inen Schul⸗ auf denen erwachſenen modernen
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Vierte Folge.
Kellner aus dem Hotel Ruſſie heirathete? Ja, wun⸗
dern Sie ſich nur, ich bin's. Zuerſt fingen wir klein an, aber es glückte uns, und jetzt baut mein Mann Häuſer auf dem Köpnikerfelde. Sie müſſen uns be⸗ ſuchen.“
Die ſtolze Empfindlichkeit, die ſeine Züge un⸗ willkürlich verrathen, ſchließt ihr den Mund; allein der Blick ergänzt, was die Lippe verſchweigt: daß ſie ihn nämlich gern ein wenig ausfüttern» würde. Augenſcheinlich iſt ihm ihre Neugier eben ſo unbe— quem wie ihr Mitleid; er wünſcht beiden zu entge⸗ hen. Und ſie hätte gar gern gewußt, was ihn, einen jungen Mann von gutem Herkommen und vortheil⸗ haftem Aeußern, wie von Erziehung und Grundſätzen, ſo heruntergebracht habe. Bietet Berlin, wie ihr eigenes Beiſpiel beweiſt, doch ſo viele Gelegenheit zum Emporkommen!
„Sie wollten ſich wohl ein Mal umſehen?“ Sie offerirt ihm ihr Polſterſtühlchen und ſteigt von dem⸗ ſelben herunter.
Er benutzt haſtig das Anerbieten, hört, umher⸗ ſpähend, nicht auf ihre Adreſſe und ſonſtige Mitthei⸗ lung. In den Menſchenmaſſen, die dem Palais ſich zudrängen, ſieht er die Perſon, welche er ſucht. Mög⸗ lichſt genau merkt er ſich die Richtung, und verab⸗ ſchiedet ſich dann mit flüchtigem Dank von der ehe⸗ Köchin. Vergebens ſucht ſie ihn zurückzu⸗ d blickt ihm kopfſchüttelnd nach.
„Wir hätten lieber zu Hauſe bleiben ſollen.“ Das junge Mädchen in Trauer heftete den beſorgten Blick auf die Mutter.
„Nein, nein! Mußten doch ſeinen Geburtstag feiern, während wir ihn zugleich in ſeinen Camera⸗ den grüßen.“
„Ihr Anblick wird di zu ſehr ergreifen, d Wunde ſo ſchmerzhaft berühren, daß Du Demnen
Kummer nicht zu beherrſchen vermagſt.“ „Sei un grgt, Suubis⸗ ich werde der Menge kein Schauſpi
rt. Sie fürchtete, die Mutter habe 5 t zugetraut, fürchtete das mit Recht. Die s blaſſen Geſichts zuck⸗ ten in nervöſer Erregung trotz aller Mühe, ruhig zu
wie erſchütternd, wie herzbrechend iſt dieſes 2 zu dem ſie ſich zwang, um die Sorge der Tochter zu beſchwichtigen! Das Mädchen wendete ſich ab, um unbemerkt die ſchon jetzt aufſtei⸗
genden Thränen zu trocknen.
„Im Gegentheil, es thut mir gut, zerſtreut mich angenehm!“ nahm die Mutter wieder das Wort. „Dieſe milde, für einen Decembertag köſtliche Luft,
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die Fahnen und Kränze, der ganze Feſtſchmuck, wie die freudig bewegten Menſchen— es iſt, als erhebe Einen das Alles über das perſönliche Leid, den eige⸗ nen unerſetzlichen Verluſt.“
„Ich fühle mich unter all' den fremden Leuten nur um ſo verlaſſener,“ ſeufzte Ottilie.„Wenn wir ausgingen— Edwin mir den Arm bot—— Mehr noch als ſonſt, bei jedem Schritt auf die Straße kommt es Einem heute zum Bewußtſein, daß man eines Beſchützers bedarf, und wir—“ Sie brach ab, ihrer Bewegung nicht mehr ſo weit Meiſterin, um dieſelbe nicht durch das Beben der Stimme zu ver⸗ rathen.
„Wir haben unſern Beſchützer und Stab zugleich verloren. Du wirſt Dich daran gewöhnen müſſen, eines ſolchen nicht zu bedürfen, mein Herz. Verlaſſe auch ich Dich, bliebſt Du ganz allein, nur auf Di ſelber angewieſen.“
Ottilie hatte nur mit Mühe einen Ausruf der Beſtürzung und des Schmerzes unterdrückt. Angſtvoll hingen ihre Augen an dem Antlitz der Mutter. Wie war dasſelbe gealtert in dieſem Jahre, ſeit dem Tode des einzigen Sohnes!„Rede nicht ſo,“ flehte ſie leiſe.
„Hier iſt freilich nicht der Ort und heute auch nicht die Zeit dazu,“ lenkte Jene ab, um ſie und ſich nicht noch mehr aufzuregen. Leider kehrten ihre Ge⸗ danken beſtändig zu dem einen Punkt zurück, der ſie unausgeſetzt beſchäftigte.
„Wie man doch geneigt iſt, Alles auf ſich ſelber zu beziehen!“ bemerkte Ottilie.„Dies Feſtgeprängs der Hauptſtadt, dieſe Siegesfeier des ganzen Volkes; weißt Du, wie ſie mich faſt bedünken will? Wie ein Leichenbegängniß— das Edwin's. Da wir ja nicht dabei ſein konnten, veranſtaltet heute das ganze Land eine Todtenfeier.“
Die Mutter nickte.„Alſo durften wir hier nicht fehlen.“
„Ich begreife nur gar nicht, wer uns heute die Ueberraſchung bereitete— ich habe mir ſo viel den Kopf zerbrochen. Ein Freund jedenfalls.“
„Ein Freund? Wir haben ja keine Freunde!“ unterbrach ſie die Mutter mit unbewußter Bitterkeit.
Das junge Mädchen ſenkte den Blick.„Viel⸗ leicht ein— ein Freund Edwin's. Ein Fremder kann es doch nicht ſein. Ich dachte ſchon, daß viel⸗ leicht ein— ein Hausgenoſſe—“ Leichtes Roth ſtieg in ihr Geſicht, während ſie inne hielt.
„Ah!“ machte die Mutter.„Am Ende gar Vol⸗ lert? Er zeigte ſich längſt bemüht, durch kleine Auf⸗ merkſamkeiten bei uns Eingang zu gewinnen. Und hätte mich nicht die Trauer ſo unzugänglich ge⸗ macht—


