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Vierte
mich in eine empfehlendere Stellung zu verſetzen und meine Entſchuldigungen zu beginnen:„Ich wartete auf Lady Caſtle⸗Connell, doch da ſie noch nicht be— reit zu ſein ſcheint, mich zu empfangen, ſo bitte ich um Erlaubniß, mich zurückziehen zu dürfen ꝛc. ꝛc.“, und mit einer Verbeugung, deren ſich ſelbſt Sir Char⸗ les Grandiſon nicht zu ſchämen gehabt haben würde, bereitete ich mich, das Zimmer zu verlaſſen. Ich hatte bereits die Thür erreicht, als die junge Dame ihrer unbezähmbaren Luſtigkeit Herr wurde, auf mich zuſprang und, indem ſie meine Hand ergriff, zu mir ſagte:„Kennen Sie mich denn nicht, Couſin Cour⸗ ton? Ich bin ja die kleine Effie!“
Ich öffnete meine Augen weit. War es mög— lich, daß Mylady ſich Mutter eines Weſens nennen konnte, das ſo frei von jeder Affectation war, wie meine Couſine zu ſein ſchien?
„Effie!“ ſagte ich laut.„Unmöglich! Wie? Ich verließ Sie als ein Kind und komme zurück, um zu finden— Auf mein Wort, Sie ſind ſehr gewachſen und hübſch geworden!“
„Bin ich?“ ſagte ſie ſo ruhig, als ob Compli— mente von mir etwas ganz Alltägliches für ſie wä⸗ ren.„Ich bin erfreut, daß Sie ſo denken. Graf Stabletski ſagte der Mama dasſelbe, und ebenſo ein Herr, den wir in Rom kannten, letzten Winter,— obſchon ich damals noch nicht mit in Geſellſchaft ge— nommen wurde. Aber wie Sie ſehen, trage ich jetzt lange Kleider,“ fuhr ſie fort, indem ſie einige Schritte ging, um mir die Länge derſelben beſſer zu zeigen. „Als Eudocia heirathete, plagte ich Mama ſo lange, bis ſie einwilligte, und ſie hat mir ſogar verſprochen, daß ich den nächſten Ball in der Geſandtſchaft mit ihr beſuchen ſolle. Aber Sie haben noch kein Früh⸗ ſtuck genoſſen,“ ſagte ſie, ſich ſelbſt unterbrechend; „wie ſehr muß ich mich ſchämen! Ich will ſogleich ſchellen, daß das Frühſtück gebracht wird.“
Ich benutzte den Augenblick, wo ſie durch das Zimmer ſchritt, um einen prüfenden Blick auf ſie zu richten. Meine erſte Meinung beſtätigte ſich; ſie war liebenswürdig. Ihre blauen Augen mit den langen ſchwarzen Augenwimpern verriethen ihr celtiſches Blut, während ihre feiner gebaute Naſe, ihre weniger vol⸗ len Lippen, als man ſie bei der iriſchen Race findet, ſie ihrer anglo⸗ſächſiſchen Mutter ähnlich machte. Ihre
Wangen hatten die Friſche der großen Jugend und
ihr Geſicht die Rundung, welche gewöhnlich mit den in Geſellſchaften verlebten Nächten und aufreibenden Tagen verſchwindet. Ihr Anzug war braun und weich und rauſchte nicht, wenn ſie ſich bewegte, wie es bei dem Anzug der meiſten Damen der Fall iſt. Ich fragte mich verwundert, wie alt ſie wohl ſein
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möge; wenn ich ſie anſah, erſchien ich mir ſehr alt.
„Komm und ſetze Dich zu mir auf's Sopha!“ ſagte ich, indem ich meine gewöhnliche impertinente Manier wieder annahm. Bis dahin war ich ganz unnatürlich höflich geweſen.
„Das werde ich nicht thun,“ ſagte ſie, indem ſie ihre ſchlanke Figur mehr aufrichtete.„Ich haſſe Ihre engliſche Manier! Wenn Sie Luſt haben, mit mir zu plaudern, ſo ſetzen Sie ſich auf jenen Seſſel und räumen Sie mir das Sopha ein.“ 3
War eine ähnliche Sprache wie dieſe wohl je⸗ mals an einen eligible mit 40,000 Pf. St. jähr⸗ licher Renten gerichtet worden? Ich war ſo über⸗ raſcht, daß ich vergaß, mich darüber zu ärgern.
„Aber wir ſind Couſin und Couſine, Effie,“ ſagte ich.„Macht das keinen Unterſchied?“
„Ja, im Allgemeinen,“ entgegnete ſie;„aber dann?—“ Sie erröthete ſehr tief und hielt in gro⸗ ßer Verwirrung ſtille.
„Aber dann— was?“ wiederholte ich.
„O, nichts!“ erwiderte Effie.
„Aber ich wünſche dieſes geheimnißvolle Nichts⸗ kennen zu lernen,“ ſagte ich. 3.
„Nun gut,“ antwortete ſie, indem ſie mit An— ſtrengung ſprach;„vielleicht iſt es beſſer, daß ich es Ihnen ſofort ſage. Ehe Sie kamen, hörte ich, daß Sie einer jener Herren ſind, welche ſich einbilden, jede Dame, mit der ſie zuſammentreffen, habe Abſicht auf ſie, und ich haſſe Männer dieſer Art. Sie kön⸗ nen ganz ſicher ſein, daß Sie von mir nichts zu be⸗ ſorgen haben.“
Zum erſten Mal ſeit Jahren erröthete ich vor Scham. Als welcher Narr mußte ich in den Augen der Welt erſcheinen, wenn ein bloßes Kind mit mir in einer ſolchen Art reden konnte!
„Es thut mir leid, daß Sie ſo ſchlecht von mir denken,“ ſagte ich.„Was muß ich thun, um Sie zu veranlaſſen, Ihre Meinung von mir zu ändern?“
„Gut, wenn Sie es wünſchen, ſo wollen wir Freunde ſein,“ entgegnete ſie, und mit einem reizen⸗ den Gemiſch von kindlichem Bedenken und weiblicher Würde reichte ſie mir ihre Hand.„Um Ihnen die Wahrheit zu ſagen,“ fuhr ſie lachend fort,„es würde ganz nutzlos ſein, wenn Sie mir gegenüber den gro⸗ ßen Herrn ſpielen wollten; ſo oft ich daran denke, wie ich Sie mit weit geöffnetem Munde ſchlafen ſah, ſterbe ich faſt vor Lachen, wenn ich Sie anſehe.“
Das Frühſtück erſchien und Effie beſchäftigte ſich mit dem Kaffee; augenſcheinlich wünſchte ſie, eben ſo ſehr durch die That wie in ihren Worten eine Freun⸗ din zu ſein.


