426 Der Goldschmied Jancovius.
ſei ſo erſchrocken geweſen, daß ſie ſich kaum zu faſſen gewußt, als ſie die Dittmann mit dem Ausrufe:„das iſt mein Tod, ich fühle eine Ohnmacht!“ ergriffen. Von der halben Treppe aus hätte ſie nun unten einen Licht⸗ ſchein geſehen, der aber gleich unter der Treppe ver⸗ ſchwunden wäre, als ob Jemand mit Licht nach dem Schlafzimmer links herübergegangen. Tritte habe ſie nicht gehört. Als die Dittmann jetzt auf das heftigſte nach ihrem Manne gerufen, ſei die Klingel der Hausthür gegangen und Dittmann oben erſchienen, drei Blutflecke im Geſicht. Die Frauen hätten ihn hinuntergeſchickt, und er habe dann die Nachricht gebracht, daß die Jan⸗ covius im Blute liege. Jetzt wären die Blutflecke ver⸗ ſchwunden geweſen und Dittmann, der trotz des gräß⸗ lichen Ereigniſſes ganz ruhig geblieben, habe ſie nun auf's ſchärfſte angeſehen. Ausgeſandt, um Jancovius zu holen, ſei er zweimal zurückgekommen, da er ihn nir⸗ gends getroffen. Endlich nach dem dritten mal ſei er mit Jancovius und zwar etwas vor dieſem in das Haus getreten. Obwol Dittmann Licht gehabt, habe Jan⸗ covius fortwährend noch nach Licht gerufen. Sie ſelbſt habe das Licht heruntergebracht in dem Augenblick, als beide Angeklagte die Ermordete nach der Schlafſtube herübergetragen; Jancovius habe ſie am Kopf gehalten und ſei ſehr erſchüttert geweſen. Bei der Unterſuchung der Leiche habe die inzwiſchen herbeigekommene Mal⸗ wine ſofort leiſe zu ihr geäußert:„die iſt keines natür⸗ lichen Todes geſtorben; das iſt kein Anderer als Ditt⸗ mann geweſen!“ Das ſei von letzterem bemerkt wor⸗ den; er habe ſie mit den Augen ſirirt und ſich gleich darauf, ohne etwas zu ſagen, entfernt. Jancovius habe übrigens die ganze Nacht durch geweint und ſeine Frau betrauert.


