Zeitschriftenband 
24 (1856)
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Der Erbe der Annesley. 7

eigenen verſtorbenen Bruder Arthur Lord Altham, ſei aus deſſen legitimer Ehe mit ſeiner Gattin Mary ein Sohn geboren worden mit dem Namen James Annes⸗ leyz und dieſer James Annesley ſei, trotz der langen Jahre dazwiſchen, noch jetzt am Leben, und, was noch ärgerlicher, deſſen eigener Oheim, der jetzige Richard, Earl von Angleſey, habe dieſen Neffen bei und nach der Geburt ſehr wohl gekannt und argliſtiger Weiſe ihn ſpäter entfernt, verlockt, um ſein Erbthum betrogen und geradezu durch Mittel und Wege geraubt und vor der Welt verſchwinden laſſen. Dieſer James Annesley ſei aus Amerika, wohin ihn der Oheim entwandt und in Sklavenbande verſtrickt, jetzt zurückgekehrt, um ſeine Geburtsrechte und das Eigenthum des Vaters zu fodern.

Es ward eine Broſchüre verkauft, welche die Schick⸗ ſale des verlornen Sohnes erzählte, des harmloſen Titels: „Die Abenteuer eines unglücklichen jungen Edelmanns.“ Die Novelle ward nicht nur als intereſſanter Roman verſchlungen, ſondern, was mehr iſt, der Inhalt der⸗ ſelben ward geglaubtz ja, was noch wichtiger, ein Kreis angeſehener und vermögender Männer trat zuſammen, um dem jungen Menſchen ihren Credit und die Mittel zu verſchaffen, ſeine Klage vor die Gerichte zu bringen. Dies iſt in England nothwendig. Intereſſe, Mitleid, Glaube an ſeine Wahrheit, hätten nicht ausgereicht, um den Prätendenten über einen bedauernswerthen Aben⸗ teurer zu ſtellen; um zu wirken, mußte er hohe Gönner haben und die Beſchaffung baarer Mittel, um den koſt⸗ ſpieligen Proceß durchzuführen.

Es gelang, wie er wünſchte, und der Proceß fand, wie wir zu Anfang bemerkten, im November 1743 vor dem großen dubliner Gerichte ſtatt. Was in jener publicirten Schrift gedruckt worden, ward, ſagen uns die Bericht⸗