VII vorwort.
Anſicht neigte, welche der Pitaval mit der Mehr⸗ zahl aller Juriſten und Pſychologen ausſprach, daß nämlich der pſychologiſche Schlüſſel ein ganz an⸗ deres Verdict finden müſſen, als das, welches die Geſchworenen gefunden, und das Urtheil, welches die Gerichte gefällt hatten.
Im Anfange des Jahres 1847 meldete er uns, daß er aus diplomatiſchen Kreiſen jetzt einer merkwürdigen Entdeckung folge, die, wenn die Sache ſich wirklich ſo bewährte, die bisherigen Muthmaßungen und das allgemeine Urtheil über Laronciere und Marie Morel vollſtändig um⸗ werfen müſſe. Vor Ende deſſelben Jahres begeg⸗ neten wir uns perſönlich in Frankfurt a. M. In den flüchtigen Augenblicken meiner Abreiſe nach Ita⸗ lien konnte er mir nur in gedrängter Kürze, was er erfahren, mittheilen. Nur Skizzen, die aber die Geſchichte jenes myſteriöſen Falles in eine neue unerhörte cause célèbre, zu einem neuen vollſtän⸗ digen Roman verwandelten. Ihr Reſultat war: Marie Morel war nicht Phantaſtin, nicht ſpielende Betruͤgerin in unerweckter Pſyche, ſie war voll⸗ kommen unſchuldig; ſie hat nur Erlebtes den Rich⸗ tern berichtet; Laronciere war wirklich der Thä⸗ ter, der vollkommen ſchuldbare Thäter, wie die Anklage in jenem Gerichtsverfahren ihn hinſtellt; die unglaubliche Fabel, wie er in nächtlichem Frevel über die Leiter in das Zimmer des un⸗
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