424 Seidenfaden.
Corporal Wiggers mit 150 holländiſchen Soldaten nach Surinam eingeſchifft.
Sein Glücksſtern ging auf. Die Beſitzungen der Holländer ſtoßen noch heut wie vor hundert und Hun⸗ derten von Jahren an große Wildniſſe, von eingeborenen Wilden und feindlichen Negern bewohnt. Die in den Pflanzungen zum Dienſt verwendeten Negerſklaven trach⸗ ten ſtets dahin, zu ihren frei gewordenen Brüdern, zu entlaufen. Dies zu hindern und Einfälle abzuwehren, iſt die Grenze durch feſte Poſten beſetzt, andererſeits wer⸗ den häufig Streifzüge in die Wälder unternommen.
Einſt war eine bedeutende Anzahl Sklaven entlau⸗ fen. Seidenfaden war mit einer ſtarken Patrouille zu ihrer Verfolgung commandirt. Sie ſtießen in den Wäl⸗ dern auf einen Trupp von 150 bewaffneten Negern, an⸗ geführt von einem gefährlichen und den Coloniſten wohl⸗ bekannten Neger, mit Namen Montag. Im Gefecht überwältigt, nahmen die Schwarzen Reißaus. Es kam den Holländern vor Allem darauf an, Montag einzu⸗ fangen. Ein wohlgezielter Schuß aus Seidenfaden s Flinte ſtreckte ihn verwundet nieder, und Montag ward eingefangen. Zur Belohnung erhielt er ſofort eine ſil⸗ berne Nadel mit einer Kette, eine Art Orden.
Aber faſt zu gleicher Zeit ward er Ritter eines wirklichen Ordens. Es war etwa ein Jahr ſeit ſeiner bei Antwerpen und Haſſelt bewieſenen Tapferkeit, daß ihm vor der Fronte des Regiments das aus Europa zu⸗ geſchickte Ritterkreuz des Wilhelmsordens zweiter Claſſe als Anerkennung für die eroberte Batterie in Antwer⸗ pen und ein metallenes, aus den Kanonen von Haſſelt gegoſſenes für die Theilnahme an dieſer Affaire umge⸗ hängt ward. Die letztere Auszeichnung war für Alle, die dort im Feuer geweſen, Seidenfaden ward aber auch
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