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Seidenfaden. 417
holt. Von einem Verſprechen, dem, welcher den Cas⸗ par todtſchlage, 5 Thaler zu geben, wollte ſie nichts wiſſen.
Ihr Ehemann, der alte beſtritt Alles, er habe nichts gewußt, nichts geſprochen, am wenigſten die Bemerkung gemacht, ob die Leiche auch ſo tief ver⸗ ſcharrt ſei, daß die Schweine nicht zukommen könnten. Gegen ihn ſprach nichts, als die Ausſage der beiden ge⸗ ſtändigen Mordgehülfen und das Verwandtſchaftsverhält⸗ niß zu ſeiner Frau.
Keil, der Steinhauergehülfe, hatte ſich ſelbſt ver⸗ dächtigt, durch die Frage, die er auf dem Heimwege auf dem Bückeberge an Möller gerichtet; daß er, was er darauf erfahren, längere Zeit verſchwiegen; auch da⸗ durch, daß, als es ruchbar ward, er zuerſt vor Gericht geleugnet hatte. Desgleichen beſchuldigte ihn das Ge⸗ ſchrei der Weiber des Möller und des Seidenfaden: ja, der wäre auch bei dem Morde geweſen! Keil aber war ein Menſch, deſſen früheres Betragen keinem Vorwurf unterlag. Zu kleinen Vergehen und Diebereien hatte er ſich erſt durch den Umgang mit Möller und Seidenfaden hinreißen laſſen. Dieſe, welche ſich gegenſeitig ſo furcht⸗ bar beſchuldigten, und ebenſo ihre Gönnerin, die alte Scheurer, von der ſie im entgegengeſetzten Fall noch Vortheil erwarten konnten, warfen ihm nichts beſonders Gravirendes vor, und endlich geſtand er ſelbſt ein, daß er wol eine Aeußerung, ähnlich der: es wäre gut, wenn man den Caspar in eine Steinkuhle würfe, gethan habe, doch ohne beſondere Abſicht, am wenigſten der, ſelbſt an einem ſolchen Verbrechen ſich zu betheiligen.


