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Der Connetable Don Alvaro de Luna. 9
dem Könige zur Jagd ritt, ein anderes mal, als er in den Rath ging, ein drittes mal ihn tödten laſſen, in⸗ dem ſie einen Straßenauflauf erregten. Sie rechneten darauf, daß Alvaro mit ſeiner gewohnten Entſchloſſen⸗ heit ſogleich hinzueilen würde, um zu ſchlichten und zu beſtrafen, wobei ein Meſſerwurf, eine Lanze oder ein Dolch ihn im Gewirre aus der Welt ſchaffen könne, ohne daß Jemand wiſſe, wer das Mordwerkzeug ge⸗ ſchwungen. Vor allen dieſen meuchelmörderiſchen Ver⸗ ſuchen in Madrigal und in Tordeſillas ſchützte ihn die beſonnene Haltung ſeines Sohnes Pedro. Ein ſeltſa⸗ mes Misgeſchick ſollte ihn dieſes Schildes berauben. Mitten unter den ernſthafteſten Sorgen, denn er war an keinem Orte ganz ſicher, behielt Alvaro den Schein der größten Heiterkeit, und als läge er mit der Luſt
eines Jünglings noch immer den Luſtbarkeiten und Spie⸗
len der Jugend ob. So veranſtaltete er in Tordeſillas vor dem Polaſt ein Lanzenſtechen, um König und Kö⸗ nigin zu unterhalten. Es ging luſtig und munter her, aber beim Kampfe verloren, weil er zu eifrig geführt ward, Einige ihr Leben. Die Wurfgeſchoſſe flogen von einer Seite zur andern. Don Pedro ſtand gerade bei ſeinem jüngern Bruder aus der Ehe, Don Juan, Gra⸗ fen von Salvatierra, als mehre Wurfſpieße vor ihren Füßen niederfielen. Um den Bruder vor Gefahr zu ſchützen, bedeckte er ihn mit ſeinem Schilde, während er ſelbſt in der leichten und bunten Tracht, wie ſie das Spiel mit ſich bringt, durch die Bewegung ſeinen Kör⸗ per blosgab. Da traf ihn ein Geſchoß und ſtreckte ihn mit einer ſo heftigen Wunde zu Boden, daß er unter Schmerzen fortgeſchafft werden und das Bett mehre Tage hindurch hüten mußte.
Alvaro's Leibwache kam nun unter das Commando


