Jahrgang 
21 (1854)
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VI Vorwort.

muͤth hervorbringe, ſeien zu groß, und vier mal daſſelbe wiederholt, erzeuge eine nicht zu verwin⸗ dende Monotonie. Wir haͤtten uns damals gegen dieſen Vorwurf vertheidigen koͤnnen; wir reihten die Fälle mit voller Abſicht aneinander, weil einer den andern zu erklaͤren ſchien, und wir in allen zwar eine ſchaurige Verwandtſchaft, aber weder in ihren Motiven, noch in der Art ihrer Thätigkeit nur eine Variation deſſelben Themas fanden. Daſſelbe gilt von den gegenwaͤrtigen Verbrechern und Verbrecherinnen, und in verſtaͤrktem Maße. Jene vier claſſiſch gewordenen weiblichen Ungeheuer geben uns einen Maßſtab, um die andern zu meſ⸗ ſen, ſo weit bei ſolcher Verirrung der Natur uͤber⸗ haupt von Maß und Geſetz die Rede ſein kann. Mit welchen Gefuͤhlen wir den erſten Fall(Helene Jegado) anfaßten, haben wir im Eingange ausge⸗ ſprochen. Es liegt etwas Entſetzliches, Dämoniſches darin, daß, waͤhrend unſer Werk nun in ununter brochener Folge 12 Jahre fortſchreitet, der Stoff, ſtatt ſich zu erſchoͤpfen, ſich immer neu erzeugt, und viele zurecht gelegte Faͤlle aus der Vergangen⸗ heit vor den zu celebren der Gegenwart zuruͤckſtehen muͤſſen. Wir ließen eine Lafarge(deren That ge⸗ rade mit dem ins Lebentreten des Neuen Pitaval zuſammenfaͤllt) in ihrem Kerker warten und ſterben, um nun in jener Helene ein daͤmoniſches Geſchoͤpf kennen zu lernen, gegen welches die feine